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Verkaufshilfe: Sparkasse*sortiert Kunden in Psycho-Kategorien

Genießer, Hedonisten, Performer - in solche Sparten ordnet die Hamburger Sparkasse laut NRD Kunden ein, ohne dass sie davon wissen. Berater sollen durch die Psycho-Profile*gezielter Produkte an die Leute bringen.*Die Bank teilt mit,*sie wolle*nur die "Sprache der Kunden verstehen".

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...727133,00.html
  1. #100

    Auf die Selbstdarstellung verlassen?

    Zitat von faustjucken_de Beitrag anzeigen
    Ganz einfach, weil sie sich selbst als seriöse, vertrauenswürdige Berater darstellen, was sie nicht sind, da sie in erster Linie nur an sich bzw. ihr Institut denken. Also sind sie Lügner.
    Eine Lebensversicherung oder ein Aktiensparprogramm ist nicht das gleiche wie ein Haarschnitt oder ein schlechter Döner.
    Ich erwarte von meiner Bank, nicht angelogen zu werden. Ist das zuviel erwartet?
    Ja, Ihre Erwartungen sind zu hoch! Die Bank ist nur ein Geschäftspartner - wie Ihr Lebensmittelhändler auch. Der belügt Sie zwar nicht, aber er verschweigt Ihnen auch die Inhaltsstoffe seiner Produkte, auch er verwendet viel Zeit und Aufwand darauf, um sich ins beste Licht zu rücken. Inwieweit Sie darauf eingehen, ist Ihr Problem. Die Bank belügt Sie ja auch nicht.

    Die Erkenntnis mag zynisch und bitter sein, aber man darf sich ihr nicht verschließen: Banken sind eben nicht anders als Versicherungsvertreter, sie haben nur den besseren Ruf. Nur weil jemand in einem schicken Büro residiert, wird er doch davon nicht seriöser als ein mobiler Händler. Wenn wir das aber zu glauben geneigt sind, ist das in erster Linie unser Problem.

    Gerade unsere Feindseligkeit gegenüber Werbung macht uns unheimlich angreifbar für Zugriffe auf unser Unterbewusstsein. Wir selbst müssen uns die Wirkmechanismen deutlich machen: Banken, aber auch Ärzte und Apotheker haben ein tolles Selbst-Marketing, das darauf abzielt, ihnen eine Rolle außerhalb des üblichen Trubels zuzuschanzen. Das ist aber objektiv nicht gerechtfertigt: Alle wollen nur, auf unterschiedlichen Wegen, an unser Geld. Das ist ja nicht zu unserem Schaden - nur eben auch nicht unser optimaler Nutzen. Und wenn uns das klar ist und wir deshalb mit der gebotenen Reserviertheit herangehen, funktioniert das auch prima.

    Warum soll der Bankberater Interesse daran haben, unser Vermögen zu mehren?
  2. #101

    Es geht auch in die

    andere Richtung. Da empfehle ich mal das Büchlein "Der Fremde an meinem Wohnzimmertisch", da werden dann mal die Vermittler typologisch "aufbereitet", köstlich und gleichzeitig sehr informativ!
  3. #102

    Super

    Zitat von herrbausa Beitrag anzeigen
    Als Bankmarktforscher kenne ich nur eine Handvoll Banken auf der ganzen Welt, die ihre Kunden nicht segmentieren.

    Erstes und wichtigstes Segmentierungskriterium ist natürlich immer die Kundenprofitabilität (und deren Wachstumspotential), denn die bestimmt den Grad der Betreuungsintensität, die sich für den betreffenden Kunden aufzuwenden lohnt.

    Über diese allesentscheidende "harte" Segmentierung nach liquiden Mitteln werden dann noch verschiedene "weiche" Segmentierungen gelegt. Im vorliegenden Fall bei der HASPA wird eine Kunden-Typologie verwendet, die speziell in Deutschland gebräuchlich ist und die u. a. vom Kölner Marktforschungsinstitut Psychonomics entwickelt wurde. Über die Sinnhaftigkeit dieser Kundentypologie kann man streiten, da es keine standardisierten Fragebögen gibt, mittels derer der Kundentypus bestimmt wird. Falls er sich überhaupt um diese weiche Typologie schert, muß der Kundenberater also nach Bauchgefühl entscheiden, mit was für einem Kundentypus er es zu tun hat. Außerdem hat die Erfahrung gezeigt, daß Kundenberater von Typologien mit mehr als vier verschiedenen Kundentypen überfordert sind.

    Gebräuchlicher sind Typologien auf der Basis von Lebensphasen und den damit einhergehenden Bedürfnissen (vom Schülerkonto bis zur Alterssicherung und Nachlaßplanung), oder, im Private Banking, auf Basis der Interaktionsmuster mit dem Kundenberater (vom "Selbstbestimmten Anleger" bis zum "Delegierer" oder gar "Beziehungssucher").

    Segmentiert wird jedoch immer und überall, auf Teufel komm heraus – keine andere Art von Unternehmen weiß mehr über ihre Kunden als eine Bank.
  4. #103

    Super

    Zitat von herrbausa Beitrag anzeigen
    Als Bankmarktforscher kenne ich nur eine Handvoll Banken auf der ganzen Welt, die ihre Kunden nicht segmentieren.

    Erstes und wichtigstes Segmentierungskriterium ist natürlich immer die Kundenprofitabilität (und deren Wachstumspotential), denn die bestimmt den.....
    von der Wissenschaft zur Manipulation !
  5. #104

    Komisches Vorhaben...

    da versuchen Kriminelle die Bankkunden in Psycho-Kategorie einzurodnen. Einem Psychologen hätte ich es vielleicht zugetraut, aber einem Bängster mit seinen Soll/Haben-Fähigkeiten und Lügen über Fonds? LOL

    Kleiner Witz am Rande: was unterscheiden "Bängster von Gängstern"? Die "Bängster" grinsen. Das ist alles.
  6. #105

    Auf freundlich mimen

    Zitat von Alzheimer Beitrag anzeigen
    Von einer Sparkasse hätte ich eine Einsortierung der Kunden nach derartigen Kriterien nicht erwartet. Anstatt einer seriösen Bedienung, wie man sie im Bereich der Sparkasse erwartet, geht es nur noch darum, den Kunden mit entsprechend provisionsträchtigen Produkten abzuzocken.
    So ist anscheinend. Und gerade die Sparkassen mimen doch in ihrer Werbung immer so auf freundlich, bürgernah und "Herz am rechten Fleck".

    Diese Kategorien sprechen eine Sprache der Respektlosigkeit. Die Interessen des Kunden zählen nicht, es geht um Manipulation im Sinne der Bank.
  7. #106

    neurotische Sammelwut

    Zitat von herrbausa Beitrag anzeigen
    Als Bankmarktforscher kenne ich nur eine Handvoll Banken auf der ganzen Welt, die ihre Kunden nicht segmentieren.
    Gebräuchlicher sind Typologien auf der Basis von.....
    auch wieder so eine Platitude. Ach, es gibt keine standartisierte Form, na, dann gibt es wohl auch keine Validität. Nur mit standartisierten und validen Messinstrumenten kann man überhaupt brauchbare Erkenntnisse sammeln. Alles andere kann ganz schnell auf das Konto der Fehlervarianz gehen. Schon einmal gehört?
    Es macht einen Unterschied, ob man etwas weiß, oder ob man glaubt etwas zu wissen.
    Hätten Banken mehr gewusst, als sie von sich selbst geglaubt haben, dann hätten wir sie nicht mit Milliarden vor dem Untergang retten müssen. Finanzwirtschaft ist Psychologie und davon haben diese Leute überhaupt keine Ahnung.
    Bänker sind Volkswirte und Finanzwirte, sie sind sicher keine Psychologen, sonst würden sie sich in der Öffentlichkeit besser präsentieren. Ich erinnere nur an den Herrn Kopper mit seinen Peanuts und seinen wenig repräsentablen Auftritten bei der HSH. Herr Ackermann ist in der Öffentlichkeit so beliebt, wie ein nasser Feudel. Mein Gott sind diese Leute in der Öffentlichkeit beliebt, dass muss daran liegen, dass sie von der menschlichen Psyche so furchtbar viel verstehen! Das diplomatische Geschick eines Bankers ist wirklich bemerkswert, es kann als Vorlage für jede politische Satire dienen.
    Dinge, die üblich sind, sind nicht immer nützlich und ich zweifle an dem Nutzen von Datenmüll, der von Leuten erhoben wird, die davon so gar nichts verstehen. Die Betonung liegt auf GAR NICHTS.
    Wer so vorgeht, beweist einen Mangel an Kreativität, er handelt wie ein Huhn, dass im Hühnerhof, Körner pickt. Hühner wissen auch nicht, wann es genug ist, nämlich genau dann, wenn man sich überfrisst.
    Raffen, raffen raffen....bis man soviel hat, dass man mit der Masse an Informationen so überfordert ist, dass man damit nichts mehr anfangen kann.
    Wenn ich den Abschnitt über die Typologien lese, dann dreht sich mir der Magen um, wo stammt das denn her? Es ist von keiner Weisheit beleckt und fachlich einfach nur Nonsens.
    Meinetwegen sollen diesse Herrschaften Daten sammeln, bis sie daran ersticken, es wird sie nicht vor dem nächsten Börsencrash bewahren, und dieser kommt so sicher, wie das Amen in der Kirche, da die Gier der Motor der Veranstaltung ist und nicht die Vernunft. Wie ihre Kunden dann reagieren, dass ist allemal die interessantere Frage.
    Die könnten dann vielleicht das Fazit ziehen: Genug ist genug!

    P.S.: Wenn ich ein Deligierer bin, kann man mich dann leichter über´s Ohr hauen? Oder was fängt man sonst mit dieser Info an?
  8. #107

    Wozu die Aufregung?

    "Man versucht, indem man sich ins Gehirn hineinschleimt, Vertrauen zu finden und den Verbraucher in einer Weise zu beeinflussen, die nicht in seinem Interesse ist."
    Nachdem die Kleinzocker pleite sind, muss doch irgendwoher die erhöhte Eigenkapitalforderung im Sinne von Basel III herkommen.
    Was ist denn der Geschäftszweck einer "normalen" Geschäftsbank?
    1.) Geld billig leihen und als Dispo oder Ratenkredit wieder verleihen. Differenz = Profit = Eigenkapital = mehr billiges Geld zum Verleihen.
    2.) Spargroschen in provisionsträchtigen Anlageschrott umwandeln. Differenz = Provision = Eigenkapital = s.o. Wenn die Bank selbst der Emittent des Anlageschrotts ist, umso besser.

    3.) Immobilienkredite vergeben, Kredit verbriefen und verkaufen = null Risiko = Profit = s.o.

    4.) Zwischenfinanzierungen machen, sprich von jeder Transaktion einen Gebührenschnitt machen. Gebühr = Profit = s.o.

    5.) ...

    Bislang hat mir noch niemand die "Wertschöpfung" einer Bank erklären können - egal wie ich es drehe oder wende, es ist und bleibt ein parasitäres Gewerbe. Und da die früheren Beraterzuordnungen zu Profitzwecken anonymisiert wurden, brauchen die Banken nun eben Psychosegmente und Scoring-Schrott um dies zu ersetzen.

    Mal sehen was die französische Abhebeaktion am 7.12. so bringt....:-)
  9. #108

    Da spart man sich wenigstens die Psychoanalyse!

    Ist doch schön! Ich spare mir als Privatpatient die hohe Zuzahlung für eine Psychoanalyse, indem ich mir demnächst einfach von meinem Bankberater eine Diagnose ausstellen lasse! Er wird mir endlich die lebenslange Frage "Wer bin ich eigentlich?" beantworten können. Toll!

    Im übrigen vergilt der Bankberater bei solch einer Psychoklassifizierung nur Gleiches mit Gleichem, denn ich halte z.B. meinen schon länger für einen affektgestörten, obrigkeitsgläubigen, kleingeistigen Raffaffen mit Mikropenis - ich habe es ihm nur noch nicht gesagt... ;-)
  10. #109

    "Berater"

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Genießer, Hedonisten, Performer - in solche Sparten ordnet die Hamburger Sparkasse laut NRD Kunden ein, ohne dass sie davon wissen. Berater sollen durch die Psycho-Profile*gezielter Produkte an die Leute bringen.*Die Bank teilt mit,*sie wolle*nur die "Sprache der Kunden verstehen".

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...727133,00.html
    Da steht "Berater". Bitte korrigieren.


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