Verhaltensforschung: Subtile Anreize fördern gesunden Lebenswandel

dapdFür viele scheint ein gesunder Lebenswandel schier unerreichbar. Dabei gibt es einen einfachen Trick, das Verhalten von Menschen zu ändern, haben Forscher entdeckt: Statt an ihre Vernunft zu appellieren, muss man ihre Bequemlichkeit ausnutzen - und etwa das Dessertbuffet in die hinterste Ecke des Raums verbannen.

http://www.spiegel.de/gesundheit/psy...857158,00.html
  1. #1

    ... und warum sollten wir das tun?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Für viele scheint ein gesunder Lebenswandel schier unerreichbar. Dabei gibt es einen einfachen Trick, das Verhalten von Menschen zu ändern, haben Forscher entdeckt: Statt an ihre Vernunft zu appellieren, muss man ihre Bequemlichkeit ausnutzen - und etwa das Dessertbuffet in die hinterste Ecke des Raums verbannen.

    Verhaltensforschung: Subtile Anreize erleichtern gesunden Lebenswandel - SPIEGEL ONLINE
    Wer soll den entscheiden wie "die Menschen" ihren Lebenswandel ändern sollen?

    Der Artikel stellt es so da, als existiere eine allgemeingültige Art des Lebenswandels. Der "richtige" eben. Interessant das heute eigentlich nie in die Legitimität eine solchen Vorgehens in Frage gestellt wird. Für mich klingt die Folge aus diesem Artikel nach Diktatur.
  2. #2

    Zitat von HolgerS Beitrag anzeigen
    Wer soll den entscheiden wie "die Menschen" ihren Lebenswandel ändern sollen?
    Der Artikel stellt es so da, als existiere eine allgemeingültige Art des Lebenswandels. Der "richtige" eben. Interessant das heute eigentlich nie in die Legitimität eine solchen Vorgehens in Frage gestellt wird. Für mich klingt die Folge aus diesem Artikel nach Diktatur.
    in der tat sehr schade, daß kaum jemand so etwas hinterfragt. aber ich kann es leider nicht oft genug sagen: der "richtige" lebenswandel fing mit den rauchverboten an.

    und alle, die damals u.a. auch deshalb dagegen waren, weil es eine unendliche kette weiterer verbote nach sich zöge, wurden verlacht oder in foren diffamiert (von der tabaklobby gekauft, etc.).
    über den "nichtraucherschutz" sind wir schon lange hinweg, denn mit der gleichen blaupause werden wird das kaufen von XXL-bechern cola oder limo, oder die private nutzung von duftenden körperprodukten verboten, weil diese zunehmend an arbeitsplätzen verboten werden.

    das neueste beispiel für die "richtige" lebensweise stammt aus der schweiz. dort hat die mehrheit von 6 personen darüber abgestimmt, daß ca. 12.000 studenten der uni basel demnächst fleisch- und fischfrei in der kantine zu speisen haben.
    und das ist noch längst nich das ende der fahnenstange. es fängt gerade erst an, daß sich jeder an die politik wendet und für "sein" problem sich ein gesetz maßschneidern lässt, das dann millionen zu befolgen haben.
  3. #3

    Als ob...

    ... wir nicht in allen möglichen Bereichen zu dem politisch "gewünschten" Verhalten mittels Reiz-reaktionsschemen, Belohnung oder Bestrafung geführt werden.

    Sicherlich soll bei bewussten Entscheidungen prinzipiell jeder selbst entscheiden können (! und das kann er dann ja auch weiterhin- er kann ja nach hinten zum Dessertbuffet laufen), wie er sich ernähren mag, aber Gesellschaft und Politik haben bestimmte Interessen. In dem Fall die gesellschaftlichen Kosten, die von Ärzten als eher ungesund eingestufte Lebensweise verursacht (z.B. Krankheit, frühe Verrentung etc.), zu minimieren.

    In diesem Fall würden sie genau das tun, Anreize setzen. So, wie übrigens mit jeder Steuer, jeder Geldleistung etc.

    Entscheidungsfrei bliebe im Gegensatz zu einem Verbot 8Stichwort: Rauchverbot) doch jeder weiterhin.

    Wo ist also das Problem?
  4. #4

    optional

    Das Problem bei der Geschichte mit den Aufzügen ist, dass es auch eine Menge Menschen gibt, die nicht die Treppen benutzen, weil sie es nicht können, oder es zu sehr schmerzt. Aufzugfahren nur noch gegen Vorlage eines Behindertenausweises, für Menschen mit Kinderwagen oder schweren Lasten ist auch doof. Ich hoffe sehr, dass die Wissenschaftler bei ihren weiteren Vorschlägen ein wenig weiter gedacht haben.
  5. #5

    Jetz sag mir mal bitte einer, warum Aufzugfahren generell ungesünder sein soll als die Treppen zu Fuß zu gehen? Wenn ich zu Fuß gehe verliere ich Zeit und über die Jahre nutzt es meine Knie ab, ein Vorteil vom Treppensteigen ist mir aber nicht ersichtlich. (wie auch, ist ja ganz offensichtlich eine unnatürlich Bewegung). Und bitte jetzt nicht mit dem Übergewicht-Argument kommen - ich mache Sport wann ich will, und nicht während meiner Arbeitszeit. Und spaßigeren Sport als Treppensteigen soll es ja auch geben. Und aus dem gleichen Grund ist es auch ein Gerücht, dass Salat prinzipiell gesünder sei als Dessert. Nur weil sich manche zufressen und nicht bewegen sind Kalorien noch lange nichts ungesundes. Nach dem Argument ist Salat noch viel schlimmer: Wer nur grünen Salat isst verhungert.
  6. #6

    jo...

    .. gebt mir ne Million, und ich trinke weniger Bier...
  7. #7

    Alles eine Kopfsache durch Überzeugung

    Man muss überzeugen, nicht einfach nur mahnen was gesund ist. Wenn die Ratio mehr Argumente hat als der innere Schweinehund, dann fällt die Entscheidung auch anders aus im persönlichen Verhalten. Ich habe mir das Rauchen abgewöhnt mit dem Ziel, das Geld lieber für andere Sachen auszugeben, die mir vorher weniger erreichbar waren. Abgesehen von dem sehr schnell eintretenden Ekel gegen kalten Rauch, der schon nach ein bis zwei Wochen eintritt.
    Gesundheit hat mich nie überzeugt, wenn ich gesehen habe wie junge sportliche Menschen auch an Krebs oder Herzversagen starben. Unsere Umwelt ist insgesamt viel ungesünder als unparfümierter Tabak. Genauso nehme ich nun ab, ohne Schweiß, also ohne extra Sport. Eine plausibel erscheinende Erklärung wie unser Körper Essen verwertet und entsprechender Umsetzung wie zB bei der Trennkost und Schlank im Schlaf Methode (Bücher im Fachandel) hilft durch ganz einfache Methoden das Gewicht zu reduzieren. Bei mir bisher nach knapp 2 Monaten mehr als 7kg, ohne das ich hungere, ohne extra Sport, wogegen sich der Schweinehund schnell neue Gegenargumente ausdenkt (keine Zeit/Regen). Abends gibt es genügend Fleisch und Gemüse aber ohne Kartoffeln oder Nudeln. Kleine Tips die helfen, wenn man verstanden hat das es nicht nur auf Kalorienzählerei ankommt. Der innere Schweinehund liegt abends immer noch auf der Couch mit vollem Bauch und grollt.
    Überzeugen hilft überall im Leben mehr als tausend Verbote. Die sind aber einfacher zu sanktionieren, weshalb sich unsere Politiker/Entscheider auch keine Mühe geben zu Überzeugen. Da siegt der Schweinehund im Kopf der Dummen.
  8. #8

    Geradezu gesetzmäßig

    Zitat von ehf Beitrag anzeigen
    .. gebt mir ne Million, und ich trinke weniger Bier...
    wird reagiert. Ob beim Erziehungsgeld oder beim Raucherentwöhnungsprogramm, die 'nehmen-geben-Mentalität' macht es sich einfach, 1.) -indem die Überschüsse aus den gesetzlichen Krankenkassen lediglich zurückgezahlt werden!!!! (-man nehme und staune-), und 2.) indem sie zurückgreift auf altbekannte Mechanismen; ->belohnen.
    Schon fängt der Streit an um die angemessene Bezahlung.
    Die dann folgende Auseinandersetzung um den besten eigenen Nutzen lässt in diesem Fall genau jenen nicht zu.
    Die Fixierung auf das Tausch-Prinzip ist unvernünftig.
  9. #9

    Nannystaat

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Für viele scheint ein gesunder Lebenswandel schier unerreichbar. Dabei gibt es einen einfachen Trick, das Verhalten von Menschen zu ändern, haben Forscher entdeckt: Statt an ihre Vernunft zu appellieren, muss man ihre Bequemlichkeit ausnutzen - und etwa das Dessertbuffet in die hinterste Ecke des Raums verbannen.

    Verhaltensforschung: Subtile Anreize erleichtern gesunden Lebenswandel - SPIEGEL ONLINE
    Jetzt stellt sich nur noch die Frage weshalb diese gesundheitspolitische Zwangsbeglückung erstrebenswert sein soll.