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Verdrängte Parteigeschichte: Plädoyer für eine Entzauberung der Linkspartei

Mit dem neuen Namen hat sich die Linke sich vom politischen "Schmuddelkind" zum potentiellen Partner der SPD gewandelt. Leider, bemängelt der Politologe Gerd Langguth, gerät dabei die Vergangenheit der ehemaligen DDR-Staatspartei in Vergessenheit.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...650626,00.html
  1. #570

    noch fazit

    es nuetzt aber auch nicht wirklich in dieser diskussion, drauf zu verweisen, dass a. merkel mal in der fdj ein hohes amt hatte, und dass die ost-cdu system-konform ging, und dass in westdeutschland die entnazifizierung unter gebuehr stattfand.... usf.
  2. #571

    Kirche im Dorf

    Zitat von Jakal Beitrag anzeigen
    Was war Frau Merkel ? FDJ Sekretärin? Und Physikerin? Durfte jeder studieren in der DDR? Soweit ich mich erinnere nicht.
    Gleiches eRecht für alle, Merkels Stasiakte an die Front, wär bestimmt spannend wen sie alles so abgesägt hat um Physikerin zu werden, oder wie erfolgreich sie als Agitpropsekretäring war. Aber da wird der Mantel des SChweigens drüber gelegt. Ey aufwachen die FDJ regiert uns. ;-) man man diese billige Propaganda imer auf SPON und der WELT

    Kirche im Dorf lassen. Frau Merkel war zu DDR-Zeiten sicherlich angepasst, aber wohl eher einfach apolitisch.

    FDJ-Mitglied waren die meisten Jugendlichen. Merkel war auf der dritthöchsten Ebene der FDJ, dem Kreis, in einem Führungsgremium, ja. Ich weiß nicht, um was sie sich da konkret gekümmert hat, aber etwas Machtvolles und Sinistres brauchen wir nicht zu unterstellen. Ich würde erwarten, dass ihre Stasi-Akte so langweilig ist wie ihr Wahlkampf.

    Die Hürden fürs Studium waren nicht exorbitant. Die Kasners
    (Merkels Geburtsname) waren weder systemkritisch noch staatstragend, und Angela hatte schlicht ein exzellentes Abitur. Da sie außerdem in der FDJ war, gab es keinen Anlass, ihr ein Studium zu verwehren. Dafür musste niemand Schaden leiden.
  3. #572

    Ungleichheiten

    Zitat von sverris Beitrag anzeigen
    es nuetzt aber auch nicht wirklich in dieser diskussion, drauf zu verweisen, dass a. merkel mal in der fdj ein hohes amt hatte, und dass die ost-cdu system-konform ging, und dass in westdeutschland die entnazifizierung unter gebuehr stattfand.... usf.
    ........

    Sicher nützt das nichts, aber es ist schon wichtig auf Dinge hinzuweisen, die erwähnt und die nicht erwähnt werden. Weil eben Manipulation und gewollte Stimmungsmache dahintersteckt: Als Frau Ypsilanti eine Regierung unter Tolerierung durch die Linke anstrebte, wurde ein Gewese gemacht, als stände das Abendland vor dem Untergang. Als Beusst in Hamburg mit dem Radikalen Schill eine Koalition bildete (was er vor der Wahl ausgeschlossen hatte!), oder wenn CDU-Lokalpolitiker in den neuen Bundesländern selbstverständlich mit Vertretern der Linken kooperieren, ist das kein Wort, keine Häme und keine Hinterhältigkeit wert.
    Und hinter dieser Ungleichheit steht Methode!
    rabenkrähe
    Geändert von ( um Uhr)
    Es gibt ein Leben vor dem Tod. Der wahre Pazifist ist bereit, mit der Waffe für seine Überzeugung zu kämpfen.....
  4. #573

    Geschichte als Wahlpropaganda

    Dem vorher gesagten ist im großen Zusammenhang eigentlich nicht viel mehr hinzuzufügen.

    Doch einige wenige Worte oben drauf: Wer bewertet eigentlich die frühere „Systemtreue“ der vielen Alt- und Neu-CDU Mitglieder? Diese wurden sogar in den Bundestag und verschiedene Landtage gebracht, ohne dies kritisch zu bewerten. Ich bin ehemaliger DDR-Bürger und habe als solcher in meinem Leben zwei mal mit „linientreuen Ost-CDU-Mitgliedern“ zu tun gehabt, beide sind auch nach der Wende „politisch aktiv“. Der eine hat sich erfolgreich dafür stark gemacht das ich nicht auf der damaligen Erweiterten Oberschule mein Abitur machen konnte, der andere hat versuch mir nach meiner Berufsausbildung mit Abitur ein Studium unmöglich zu machen. Zu meinem Glück ohne Erfolg. Beide CDU-Mitglieder bescheinigten mir eine zu kritische Haltung gegenüber der DDR … das reichte – einmal voll, das andere mal fast …

    Im Osten war es so, das CDU-Mitglied musste seine Staatstreue täglich beweisen, und da gab es eine Menge die vorauseilenden Gehorsam auf ihre Fahnen geschrieben hatten. Die SED-Leute brauchte dies nicht, sie waren ja „in der richtigen Partei“. Diese haben dann entschieden mir eine Chance auf ein Studium zu geben …. (Nebenbei – zu DDR-Zeiten war ich nie in irgendeiner Partei)

    Der Verfasser diese Wahlkampfdokuments der CDU sollte diesen Prozess auch in seiner Partei anstoßen, zumindest einer „meiner CDU-Freunde“ aus dieser Zeit ist heute noch in der CDU aktiv …

    Die SED war in dem Sinne keine Partei … sie war im Osten mit über 2 Millionen Mitgliedern eine Massenorganisation … das sieht sicher dieser oder jener in der Linken anders … aber dies ist meine erlebte Einschätzung …

    Abschließend noch ein Wort zum Spiegel … vom früher links-liberalem Charakter, welchen ich zu erkennen glaubte, ist nicht viel übrig … Schade ...
  5. #574

    Ein unnötiges Plädoyer...

    Denn die SED-Nachfolgepartei entzaubert sich ja täglich selbst: Ob nun ihre Schergen die Wiedererrichtung der terroristischen Geheimpolizei der kommunistischen Marionettenregierung (mittelbare Herrschaft wie die Engländer das in Indien genannt haben) in der SBZ, wo die kommunistische Kolonialherrschaft in vier Jahrzehnten schlimmer wütete als es die belgische jemals im Kongo tat, fordern oder aber Oskar Lafontaine, den mittlerweile selbst Helmut Schmidt mit Adolf Hitler vergleicht, öffentlich die widerrechtliche Aneignung von Privatvermögen propagiert – so geschehen im Fall eines einst namhaften Zulieferbetriebs der Autobranche -, Grundrechte wie Presse und Meinungsfreiheit für irrelevant erklärt oder die Tyrannen und Möchtegerntyrannen dieser Welt hofiert, wie etwa den (beinahe) Despoten von Venezuela oder den kubanischen Inseltyrannen, immer und überall lässt die SED-Nachfolgerin keinen Zweifel an ihrer Wesensgleichheit mit der SED aufkommen und verkündet unverblümt stets, was sie zu tun gedenkt, wenn sie einmal denn an die Macht käme - und die Zeit ist günstig: Merkel und Westerwelle werden unzweifelhaft versagen und dann ist die Stunde von Lafontaines Machtergreifung nicht mehr allzu fern... hier trägt freilich viel Schuld Kanzler Kohl: Denn dieser hat es unterlassen 1990 radikal die Eigentums- und Besitzverhältnisse vor Aufrichtung der kommunistischen Kolonialherrschaft zu restaurieren, die SED und alle Nachfolgeorganisationen konsequent verbieten zu lassen, das Unrecht dieser Partei in öffentlichen Prozessen unverzüglich aburteilen zu lassen und vor allem: Die neuen Bundesländer in der Zeit der politischen Restauration auch wirtschaftlich zu gesunden, damit der SED jeder Rückhalt im Volk genommen würde; so hat jenes Übel überdauert und verfügt aus der Zeit seiner tyrannischen Herrschaft noch über eine gut gefüllte Kriegskasse; die Folgen lassen sich nicht absehen, denn wie der Dichter richtig sagt: „Das Volk bleibt ungewiß, solang es noch kann wählen zwischen euch. Der Fall des einen macht, daß der andre alles erbt.“ – so wird auch nun Lafontaine auf den Sturz der SPD hoffen und gedenken sich dereinst an deren Trümmern zu laben und den Griff zur Macht zu tun...
  6. #575

    Achte auf das Wort: Verzauberung!

    Zitat von jens-daniel Beitrag anzeigen
    Denn die SED-Nachfolgepartei entzaubert sich ja täglich selbst: Ob nun ihre Schergen die Wiedererrichtung der terroristischen Geheimpolizei der kommunistischen Marionettenregierung (mittelbare Herrschaft wie die Engländer das in Indien genannt haben) in der SBZ, wo die kommunistische Kolonialherrschaft in vier Jahrzehnten schlimmer wütete als es die belgische jemals im Kongo tat, fordern oder aber Oskar Lafontaine, den mittlerweile selbst Helmut Schmidt mit Adolf Hitler vergleicht, öffentlich die widerrechtliche Aneignung von Privatvermögen propagiert – so geschehen im Fall eines einst namhaften Zulieferbetriebs der Autobranche -, Grundrechte wie Presse und Meinungsfreiheit für irrelevant erklärt oder die Tyrannen und Möchtegerntyrannen dieser Welt hofiert, wie etwa den (beinahe) Despoten von Venezuela oder den kubanischen Inseltyrannen, immer und überall lässt die SED-Nachfolgerin keinen Zweifel an ihrer Wesensgleichheit mit der SED aufkommen und verkündet unverblümt stets, was sie zu tun gedenkt, wenn sie einmal denn an die Macht käme - und die Zeit ist günstig: Merkel und Westerwelle werden unzweifelhaft versagen und dann ist die Stunde von Lafontaines Machtergreifung nicht mehr allzu fern... hier trägt freilich viel Schuld Kanzler Kohl: Denn dieser hat es unterlassen 1990 radikal die Eigentums- und Besitzverhältnisse vor Aufrichtung der kommunistischen Kolonialherrschaft zu restaurieren, die SED und alle Nachfolgeorganisationen konsequent verbieten zu lassen, das Unrecht dieser Partei in öffentlichen Prozessen unverzüglich aburteilen zu lassen und vor allem: Die neuen Bundesländer in der Zeit der politischen Restauration auch wirtschaftlich zu gesunden, damit der SED jeder Rückhalt im Volk genommen würde; so hat jenes Übel überdauert und verfügt aus der Zeit seiner tyrannischen Herrschaft noch über eine gut gefüllte Kriegskasse; die Folgen lassen sich nicht absehen, denn wie der Dichter richtig sagt: „Das Volk bleibt ungewiß, solang es noch kann wählen zwischen euch. Der Fall des einen macht, daß der andre alles erbt.“ – so wird auch nun Lafontaine auf den Sturz der SPD hoffen und gedenken sich dereinst an deren Trümmern zu laben und den Griff zur Macht zu tun...
    ......

    Ach Lafontaine, der hatte mal vor über zwei Jahren seine große Zeit, schon mit den Anschluß der DDR war die vorbei, so ungeschickt, wie er sich dazu verhielt. Die Linke wird auf Jahrzehnte an keiner Bundesregierung beteiligt sein, dazu wird sie viel zu geschickt in eine unerquickliche Rolle gedrängt. Schon die Fragestellung nach der Entzauberung ist doch eine Frechheit: Eine schöne Frau mag verzaubern, eine Partei ganz sicher nicht, die stillt höchstens Anliegen, Einstellungen und Meinungen. Oder irgendein mehr oder weniger bestimmtes Potential.
    Die Linke ist sicher in einer Landschaft, in der der volkswirtschaftliche Faktor Arbeit immer mehr mit Füßen getreten wird, notwendig, und trotzdem ist sie ein Fehlkonstrukt, weil sie als PDS in den neuen Bundesländern sehr wohl Sinn macht, als Linke in den alten Bundesländern aber mehr ein Auffangbecken von fragwürdigen Zeitgenossen und Protest ist.
    rabenkrähe
    Geändert von ( um Uhr)
    Es gibt ein Leben vor dem Tod. Der wahre Pazifist ist bereit, mit der Waffe für seine Überzeugung zu kämpfen.....
  7. #576

    Ein unnötiges Plädoyer... II

    Zitat von rabenkrähe Beitrag anzeigen
    Die Linke wird auf Jahrzehnte an keiner Bundesregierung beteiligt sein, dazu wird sie viel zu geschickt in eine unerquickliche Rolle gedrängt.
    Wie heißt es doch so schön in der Odyssee: „Fremdling, erfülleten doch die Götter, was du geweissagt! Dann erkenntest du bald an vielen und großen Geschenken Deinen Freund, und jeder Begegnende priese dich selig!“ – so ergeht es auch mir bei solchen Versprechungen; leider deutet nichts daraufhin: Die Wahrscheinlichkeit das Merkel und Westerwelle bei der Bewältigung der Krise versagen ist sehr groß und mit der Unzufriedenheit und den wachsenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten wird die SED-Nachfolgerin reichlich Zustrom erhalten; hier mag als Beispiel dienen, wie Merkel Zulauf erhielt, in den letzten Jahren der Schröder-Fischer Regierung!








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