Verdrängte Parteigeschichte: Plädoyer für eine Entzauberung der Linkspartei

Mit dem neuen Namen hat sich die Linke sich vom politischen "Schmuddelkind" zum potentiellen Partner der SPD gewandelt. Leider, bemängelt der Politologe Gerd Langguth, gerät dabei die Vergangenheit der ehemaligen DDR-Staatspartei in Vergessenheit.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...650626,00.html
  1. #30

    Die Nachfolgeparteien der DDR...

    ...heißen "Die Linke", "CDU" und "FDP".
    Keine dieser Parteien hat sich im Osten neu gegründet, sondern hat alte Organisationen übernommen.
    Neben der SED waren das ja nicht nur die Ost-CDU und die LDPD, denen man eventuell noch eine demokratische Gründungsvergangenheit nachsagen kann, obgleich sie schnell in die sozialistische Wirklichkeit integriert wurden.
    Es waren auch die NDPD und die "Demokratische Bauernpartei Deutschlands", die als reine SED-Ausgründungen für die Alt-Nazi-Sammlung und andererseits die bessere Kollektivierung der Landwirtschaft zuständig waren.
    So sind diese Parteien, die 40 Jahre lang gemeinsame Sache mit der SED gemacht haben, sicherlich stärker in die DDR-Vergangenheit involviert als westliche Verbände der "Linken". Die WASG als SPD-Absplitterung zu bezeichnen ist ohnehin so eine Sache...
    Aber auch mit Lafontaine hat die CDU ja gern gemeinsame Sache gemacht, als es um die de-facto-Abschaffung des Asylrechtes ging.
    Und dann sollte sich der Autor auch mal die eigene Partei hinsichtlich ihrer Reaktion beim chilenischen Putsch 1973 anschauen (Blüm einmal ausgenommen) und sich überlegen, wie sie eigentlich zu Diktaoren steht und stand.

    All dies sind keine Entschuldigungen für "Die Linke", aber es rückt vielleicht alles in ein klareres Licht.

    Ich werde übrigens aus diesem Grunde keine dieser drei Parteien wählen.
  2. #31

    BananenRepublikDeutschland

    Zitat von Beate Hartmann Beitrag anzeigen
    Als Ossi schäme ich mich dafür, daß die Linkspartei in den neuen Bundesländern Wahlergebnisse wie eine Volkspartei einfährt. Die Menschen sind leider sehr schnell im Vergessen. Einmal in die Freiheit entlassen, sehnen sie sich schnell wieder zurück nach den Fleischtöpfen Ägyptens und sind bereit, ihre Freiheit.....
    Sehr geehrte Frau Hartmann,ihre Meinung in allen Ehren, wir haben einen Staat der uns überwacht und reglementiert. Haben sie die Berichte gelesen wie oft der Lauschangriff sprich Telefonüberwachung eingesetzt wird? Bayern ist hier mal wieder Spitze. Die amtierende regierung verspielt den Wohlstand den wir erarbeitet haben. Alleine das der Spiegel so einen Bericht vor der Wahl bringt zeigt uns doch,das in unserer Demokratie etwas faul ist. Der Bericht wäre seriös wenn daraufhin gewiesen würde das ein CDU man dahinter steckt. Sie können versichert sein das niemand eine neue DDR will oder zulässt.Sie haben ja in der DDR gelebt.Können sie uns sagen wie Frau Merkel gegen das System gekämpft hat?Ihre Akten aus dieser Zeit dürfen ja nicht veröffentlicht werden.
  3. #32

    Ja, ja die böse Links-Partei...

    Ich bin sicherlich kein großer Anhänger der Linkspartei. Trotzdem bin ich enttäuscht vom Spiegel. Es wäre nicht nötig gewesen dieses Propaganda-Plädoyer zu veröffentlichen. Aber es ist nun mal Bundestagswahl.

    Wer mit dem erhobenen Zeigefinger auf andere Parteien zeigt, sollte erstmal bei sich selber aufräumen. Gerade in der CDU gibt es dunkle Kapitel über die der Mantel des Schweigens gelegt worden ist. In der Nachkriegszeit waren dies die ehemaligen NSDAP-Mitglieder die Unterschlupf gefunden haben. Auch nach der Wende war und (ist) die CDU sehr sparsam was die SED-Vergangenheit einiger Mitglieder angeht. Außerdem wäre da noch die Spendenaffaire, Ehrenworte und Gedächnisslücken eines ehemaligen Bundeskanzlers. Eine Kanzlerin die von Atomkraft als Brückentechnologie spricht, aber insgeheim neue Atomkraftwerke plant und ebenfalls wie ihr Ziehvater zuweilen an Erinnerungslücken zu leiden scheint (Endlager Morsleben). Der Katastrophale Zustand dieses Endlagers hat Frau Merkel zu verantworten. Als damalige Umweltministerin hat sie gerade dazu gedrängt, dass das damalig schon unsicher Endlager weiter mit Atommüll zugepflastert worden ist.

    Die Linke ist ein demokratische und wählbare Partei, wenn Sie es nicht wäre, dann wäre sie wohl verboten. Statt dessen diese Partei zu verteufeln, sollte man sie lieber in Verantwortung bringen. Denn nur so kann man diese Partei und ihre teils sehr populistischen Forderungen entzaubern.

    Schönen Tag noch...

    Doust
  4. #33

    Die "naiven" Linken

    Zitat von Beate Hartmann Beitrag anzeigen
    Als Ossi schäme ich mich dafür, daß die Linkspartei in den neuen Bundesländern Wahlergebnisse wie eine Volkspartei einfährt.
    Finde ich nicht, fragen Sie mal H4 Empfaenger, wie begeistert die ueber die unwaehlbaren Alternativen sind.
    Zitat von Beate Hartmann Beitrag anzeigen
    Die Menschen sind leider sehr schnell im Vergessen. Einmal in die Freiheit entlassen,
    Die Freiheit ohne soziale Sicherheit ist keine Freiheit.
    Zitat von Beate Hartmann Beitrag anzeigen
    sehnen sie sich schnell wieder zurück nach den Fleischtöpfen Ägyptens und sind bereit, ihre Freiheit einzutauschen gegen das Linsengericht namens "Soziale Sicherheit".
    Als Ostdeutsche wissen Sie natuerlich nicht, wie das "Sozialparadies" BRD in den siebziger und achtziger Jahren aufgestellt gewesen ist, wozu auch, dann wuerden Sie naemlich merken, dass es die von Ihnen propagierten "Fleischtoepfe" nie gegeben hat. (wobei die entsprechende Zielvorstellung sicherlich durchaus erstrebenswert ist und im Gegensatz zu den kulturpessimistischen Aussagen der Rechten auch erreichbar, wenn man denn wollte.)
    Zitat von Beate Hartmann Beitrag anzeigen
    Es wird Zeit, daß wieder klarer gesagt wird, wohin Sozialismus immer und zwangsläufig führt: in die Knechtschaft. Es gilt, die Mär zu entzaubern vom guten Sozialismus, der bisher angeblich immer nur schlecht umgesetzt wurde.
    Die Maer besteht doch darin, dass die Umsetzung sozialistischer Ideen immer zu totalitaeren Strukturen fuehren muss, das ist leider historisch betrachtet allzuoft der Fall gewesen, aber natuerlich nicht zwangslaeufig. Im uebrigen ist das Programm der Linkspartei kaum als sozialistisch zu bezeichnen.
    Zitat von Beate Hartmann Beitrag anzeigen
    Wer seinen Gerechtigkeitsbegriff über die Gleichheit definiert, muß folgerichtig zu Zwang und Gewalt greifen, um die große Gleichmacherei auch gegenüber denen durchzusetzen, die sich dem Gleichheitsanspruch widersetzen.
    Da geben ich Ihnen in Bezug auf H4 voellig recht. Wer alle Arbeitslosen unabhaengig von Beitragsjahren, Alter, sozialer Situation (Familie)gleich behandelt, der schafft dies in der Tat nur mit Gewalt (bzw."Fordern") und zur Durchsetzung dieses Gleichheitsanspruches wird er irgendwann auch zu rabiateren Mitteln greifen muessen.
    Es gibt zwischen Kommunismus und Neoliberalismus eine Gemeinsamkeit; beides sind Diktaturen, in der einen regiert eine vermeintliche (Arbeiter)klasse, in der anderen ein Geldadel. Man kann sich dann gern aussuchen, was einem lieber ist.
    Die Trolle sind allerdings eher rechts zu suchen.
  5. #34

    Jetzt geht es wieder los...

    Jetzt geht das Verdrängen und Leugnen im Forum wieder los.
    Ehemalige Stasi-Spitzel, Frustrierte und Ewiggestrige werden nicht müde, die Linken als Urdemokratisch, die DDR als Musterdemokratie und die CDU als faschistisch zu bezeichnen.

    Und dann werden sie das vermeintlich "wenige" Unrecht, das es in der DDR gab, ganz schnell mit Parteispendenaffären oder Abhöraktionen des BND aufrechnen. Nach dem Motto: Ja, alles war nicht toll in der DDR - aber in Deutschland, heute, ist es mindestens genauso schlimm.

    Keiner wird sich mehr an die Bilder der Verzweifelten DDR-Bürger erinnern wollen, die jahrelang im Knast gesessen haben, nur weil sie ausreisen wollten oder öffentlich demonstriert haben. Keiner will sich mehr an die verseuchte Elbe und Oder erinnern, an den Dreck in der Luft, an die verfallen, grau-braunen Häuser der Städte. Und mit keiner wird sich mit dem Inhalt des Artikels auseinander setzen.

    Sie werden sich aufregen, dass der Artikel 2 Tage vor einer Wahl erscheint und dankbar das Forum vom Spiegel nutzen um alles zu leugnen, zu relativieren und andere zu beschuldigen.
  6. #35

    kein titel

    Zitat von ten_inch_nail Beitrag anzeigen
    Mein Gott SPON billiger gehts nicht mehr, oder? Wieder so eine einseitige Darstellung. Warum wird nicht auch die CDU so auseinandergenommen? Wie war das denn gleich mit der neuen CDU kurz nach dem 2. Weltkrieg? Jede Menge Altnazis im Kader.
    Dieser Herr Langguth betrachtet wieder alles total einseitig.
    vielleicht könnte man auch hierüber berichten:

    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/330/488724/text/
  7. #36

    Warum soll man sich schämen???

    Zitat von Beate Hartmann Beitrag anzeigen
    Als Ossi schäme ich mich dafür, daß die Linkspartei in den neuen Bundesländern Wahlergebnisse wie eine Volkspartei einfährt. Die Menschen sind leider sehr schnell im Vergessen. Einmal in die Freiheit entlassen, sehnen sie sich schnell wieder zurück nach den Fleischtöpfen Ägyptens und sind bereit, ihre Freiheit einzutauschen gegen das Linsengericht namens "Soziale Sicherheit".
    Ich schäme mich dfür keineswegs, warum auch? Schämen muss ich mich aber dafür, dass von einer Reihe guter Ansätze (wie immer die auch dann in der Ausprägung lagen) einfach - gerade von der CDU aus rein ideologischen Gründen in die Tonne getreten wurden. So haben wir heute gerade in den naturwissenschaftlichen Fächern ein Bildungsniveau, dass ca. 1-2 Jahre hinter dem liegt, was die Schüler in der DDR lernten.
    Wie hat man doch gerade aus den Kreisen CDU/CSU gegen die Kinderkrippen geschimpft, da ja die Kinder quasi "der Mutterbrust entrissen" wurden. Und heute?

    Sie sollten sich einmal mit dem Befriff "Freiheit" beschäftigen. Ihre Interpretation deutet eher darauf hin, dass Sie sich die Freiheit nehmen, nicht über Dinge nachdenken zu müssen sondern Argumente von Schäuble oder "Bild" als authoritäre Beweise anzuerkennen. Der Abschluß Ihres Beitrages sagt da einiges. Nicht Auseinandersetzung, sondern ideologisch verbrämtes Geseier. Sorry für diesen klaren Ausdruck.

    JT
  8. #37

    Ekelhaft

    Bei dem Gedanken, dass die SPD (trotz heftiger Dementis) mit Erichs Enkeln wohl künftig gemeinsame Sache macht, wird mir speiübel. Oder hat die SPD die 125 abgeknallten "Republikflüchtlinge" schon vergessen? Auch die Tatsache, dass der rundbebrillte Stasi-Vorsitzende, ständig im öffentlich-rechtlichen Fernsehen seine kruden Ansichten zum Besten geben kann, wirkt sich da nicht sonderlich positiv auf meinen Gesundheitszustand aus. Ich geh jetzt zum Arzt.
  9. #38

    Trotz Lafontaine, Gysi und Bisky...

    Es scheint gar nicht klar zu sein, wie viele Menschen im Westen die Linke trotz Lafontaine, Gysi und Biski wählen und nicht aufgrund deren Mitgliedschaft in der "Linken".
    Das, was die Linkspartei größtenteils fordert, ist das, was andere Parteien oder zumindest einige ihrer Vertreter jahrelang versprochen haben.
    Und man muss nicht einmal glauben, dass die Linkspartei ihren Forderungen auch treu bleiben würde, ich und viele andere aus meinem Umfeld wählen links um zu erinnern und nicht um zu vergessen.
    Wenn Parteien "neidisch" werden auf den "Erfolg" der Linken, hat meine Stimme schon etwas sehr Wichtiges bewirkt, mehr wage ich mir gar nicht zu erhoffen.
  10. #39

    Was für ein Skandal!

    Zitat von Dino Beitrag anzeigen
    ..... ein Skandal.
    Außerdem hat er vergessen zu erwähnen, dass immer noch mehr als ein Drittel der Parteimitglieder der "LINKEN" bereits das Parteibuch der SED hatten.
    Und wieviel Prozent der CDU Gründungsmitglieder hatten ein NSDAP-Parteibuch? Aber das ist ja kein Skandal, das muss man ja aus dem Kontext sehen, das waren ja andere Zeiten, bla, blupp........