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Verdienste unter 6,50 Euro: Deutschland verkommt zum Billiglohnland

Millionen Deutsche arbeiten für einen Hungerlohn. Eine Auswertung des Statistischen Bundesamts zeigt nun: Der Trend trifft längst mehr nicht nur unqualifizierte Arbeitnehmer in Ostdeutschland. Auch Bäcker, Fleischer und Friseure im Westen müssen mit*weniger als acht Euro pro Stunde auskommen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...806175,00.html
  1. #90

    Zitat von Wasnun Beitrag anzeigen
    Ein Niedriglohn von 6,5 €/Stunde erschreckt zunächst. Bei durchschnittlich 180 Arbeitsstunden/Monat ergibt dies aber einen Monatslohn 1170 €. Bei dieser Höhe steuerfrei. Da kann mancher Rentner nur davon träumen. Natürlich kann man mit diesem Lohn keine mehrköpfige Familie ernähren. Dazu gibt es aber auch Kindergeld, Wohngeld und andere Sozialleistungen. Naturlich kannt der Arbeitgeber den Lohn nicht unter Berücksichtigung der familiären Verhältnisse des Arbeitnehmers zahlen. Dann wäre er schnell Pleite.
    Jaaa, aber trotzdem müssen noch Krankenkasse und Sozialversicherungen gezahlt werden. Eine Vollzeitstelle sollte genügend Einkommen liefern, dass kein WOhngeld und keine Sozialleistungen beansprucht werden müssten! Solche Arbeitsstellen sind vom Staat subventioniert. In Ausnahmefällen mag das gerechtfertigt sein, aber nicht in diesem Ausmaß.
  2. #91

    Geschäftsmodell

    Zitat von Wasnun Beitrag anzeigen
    Ein Niedriglohn von 6,5 €/Stunde erschreckt zunächst. Bei durchschnittlich 180 Arbeitsstunden/Monat ergibt dies aber einen Monatslohn 1170 €. Bei dieser Höhe steuerfrei. Da kann mancher Rentner nur davon träumen. Natürlich kann man mit diesem Lohn keine mehrköpfige Familie ernähren. Dazu gibt es aber auch Kindergeld, Wohngeld und andere Sozialleistungen. Naturlich kannt der Arbeitgeber den Lohn nicht unter Berücksichtigung der familiären Verhältnisse des Arbeitnehmers zahlen. Dann wäre er schnell Pleite.
    Und in Südafrika haben die Leute noch weniger! So what? Hilft niemandem.
    Wenn sich ein Geschäftsmodell nur dann halbwegs trägt, wenn der Inhaber von vornherein Kindergeld, Wohngeld und sonstige Sozialleistungen einrechnet, so hat das weder etwas mit einem tragfähigen (!) Geschäftsmodell noch mit Marktwirtschaft zu tun.
    Also, entweder das Geschäftsmodell überdenken oder selbst mehr ranklotzen, und nicht den eigenen Job auf das Mimen des Chefs zu begrenzen.
  3. #92

    Tretet aus den Gewerkschaften aus!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Millionen Deutsche arbeiten für einen Hungerlohn. Eine Auswertung des Statistischen Bundesamts zeigt nun: Der Trend trifft längst mehr nicht nur unqualifizierte Arbeitnehmer in Ostdeutschland. Auch Bäcker, Fleischer und Friseure im Westen müssen mit*weniger als acht Euro pro Stunde auskommen.

    Verdienste unter 6,50 Euro: Deutschland verkommt zum Billiglohnland - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Es ist rausgeschmissenes Geld, sie sind allesamt zahnlos, die Führungsleute sitzen in zahlreichen Aufsichtsräten und sind somit wie gekauft zu betrachten und vermutlich ist es auch so.

    Am 1. Mai das große Trara, das war es dann übers Jahr.
  4. #93

    Die armen Rentner

    Zitat von Wasnun Beitrag anzeigen
    Ein Niedriglohn von 6,5 €/Stunde erschreckt zunächst. Bei durchschnittlich 180 Arbeitsstunden/Monat ergibt dies aber einen Monatslohn 1170 €. Bei dieser Höhe steuerfrei. Da kann mancher Rentner nur davon träumen.
    Soso und Sozialabgaben hat der Arbeitnehmer dann auf 1170€ Ihrer Meinung nach nicht, oder wie?

    Dann sollten Sie sich lieber nochmal etwas besser informieren - denn abzüglich der Sozialabgaben bleiben dann noch irgendwas um die 800-900€ über. Und davon muss dann Wohnung + Nebenkosten, Auto (oder Bahnticket) und Nahrung bezahlt werden.

    Und ja ein Rentner hat nicht das Problem der hochflexiblen Arbeitswelt von heute, in der auch solch ein unterbezahlter Arbeitnehmer noch zusehen muss wie er täglich 50, 100 oder 200km zur Arbeit gelangt!

    Das Genöhle der Rentner von heute geht mir ohnehin tierisch auf den Keks - schauen Sie sich mal die demografische Entwicklung an, was glauben Sie denn was die heute Arbeitende jüngere Generation später mal bekommen soll bei der Bevölkerungsentwicklung!

    Ich werde später mal von der Rente die Rentner heute haben nur träumen können! Soviel dazu!
  5. #94

    Doch

    Zitat von svenni1064 Beitrag anzeigen


    Das eigentliche Problem ist ein anderes, und das ist wirklich vor allem ein Deutsches Problem: Dienstleistung ist hier nichts wert. Und da liegt der Hase im Pfeffer. Die Leute streichen eben lieber selber und das drückt den Preis und das den Lohn.
    Doch, doch, Dienstleistung ist den Deutschen schon was wert.
    Ein Beamter bekommt nach 5 Dienstjahren eine Grundsicherung von 1360 EUR. Ist doch was Wert, oder.
    Ein Beamter bekommt seine Pension in Abh. der letzten Diensjahre und nicht wie ein Rentner auf seine gesamten Lebenseinzahlungen. Ist doch was Wert, oder ?
    usw.
  6. #95

    Zitat von ernesto c Beitrag anzeigen
    Jeder hat die Regierung, die er gewaehlt hat.
    Bei der letzten Wahl wurde die FDP gewaehlt, die hatte auch den Slogan 'Arbeit muss sich wieder lohnen', und sie ist gegen Mindestlohn.

    Und die CDU wurde gewaehlt, deren Chefin den rhetorischen Mindestlohn eingefuehrt: labern und nichts tun.

    Fast Alle, inklusive der SPD, lassen sich erpressen von den Bossen der Industrie, die drohen: wir wandern ab, wenn wir zuviel Steuern und zu viel Lohn zahlen muessen.

    Wenn der deutsche Waehler so dumm ist, und das mitmacht, hat er nichts besseres verdient. Hauptsache den Wulffs, Maschmeyers, Schaefflers, Piechs, ... geht es gut, die muessen ja auch die teuren Klamotten kaufen, dass die Fotos in den Boulevardsmagazinen gut werden.
    Das ist doch Unsinn, gerade die Industrie zahlt relativ hohe Löhne in Deutschland. Sie werden bei uns kaum Facharbeiter finden, ausser sie zahlen ab 16 €/h aufwärts, 30 Tage Urlaub und mehr, 13 - 15 Monatsgehälter.
    Lohndumping findet bei den Verleihern statt und da auch nicht bei allen. Nötig ist allerdings, zumindest einen Beruf zu erlernen, wer nur putzen kann hat es natürlich etwas schwerer.
  7. #96

    privatdozenten mit ergänzendem alg2

    Zitat von svenni1064 Beitrag anzeigen
    ...Ich finde es wesentlich schlimmer, dass oft gelernte auch nur so wenig bekommen oder wenig mehr bekommen. Aber letztlich: Bildung zahlt sich aus - überall. Und das kostet Schweiß und Fürsorge der Eltern.
    proffs bekommen doktorenstellungen, arbeiten aber als proffs, doktoren bekommen aip stellen, arbeiten aber als stationsärzte, dipl. psychs als sozialarbeiter o. erzieher. erzieher als dauerpraktikanten, praktikanten harz4, bildende künstler mit sonderbegabtenstatus als vhs freie mitarbeiter usw. bildung zahlt sich eben NICHT MEHR aus! das mit dem bildungsadel ist vorbei! und das ist POLITISCH GEWOLLT! von den einzigen menschen mit BEDINGUNGSLOSEM GRUNDEINKOMMEN: politikern!
  8. #97

    Meckern bringt nichts

    Natürlich ist ein hoher Stuindenlohn besser als ein niedriger, und ein hoher sei auch jedem gegönnt.

    Aber am schlechtesten ist es, wenn man gar keinen Lohn hat, und das würde unweigerlich für Hunderttausende eintreten, wenn die Löhne das hier teilweise geforderte Niveau erreichten. Dann würde auch der letzte Parkplatzwächter durch einen Automaten ersetzt.

    Besser wenig verdienen, aber arbeiten, denn:

    - wer arbeitet, erhält sich die Eigenwürde der Teilhabe an der Arbeitsgesellschaft,

    - bietet sich und seinen Kindern nicht das unwürdige Schauspiel eines dauer-ausgemusterten Fremdalimentierten

    - bleibt Teil der Arbeitsgesellschaft und verliert nicht die hierfür erforderlichen Sekundärtugenden

    - hat die Hoffnung, wieder "hochzukommen" und in bessere Verhältnisse aufzusteigen.

    Würden wir Arbeitslosigkeit wie in Spanien oder Frankreich haben, wäre das Geschrei doch noch größer. Und nur zwischen diesen beiden Alternativen sehe ich die Wahl. Entweder Modell Südeuropa oder Modell Deutschland. Es bleibt das Verdienst von Sozialdemokraten wie Schröder, dies früh erkannt zu haben. Südeuropa beneidet uns darum!
  9. #98

    Weihnachtsgeschäft_2011

    Ich bin schon auf die Zahlen vom Weihnachtsgeschäft_2011 im Januar 2012 gespannt.

    Wird wohl wieder einige Jobs kosten.

    Von wegen die Leute kaufen aus bequemlichkeit im Versandhandel ein.

    Immer mehr Arbeitnehmer arbeiten rund um die Uhr zu Witzlöhnen und viele Rentner müssen bei Ihrer Minirente auch sparen.
    Im Internet findet man halt auch die wahren Schnäppchen und bei Lieferung an die Packstation ist man da auch mit der Abholung sehr flexibel.
  10. #99

    Das Schurkenstück der 2010-Agendaisten

    ... und sie schämen sich nicht!
    Peer Steinbrück, das "Trojanische Pferd" der Neoliberalen in der SPD findet diese Entwicklung auch noch gut. Bei seinen Auftritten
    - auf den skandalösen Zustand von Dritte-Welt-Löhnen in Deutschland angesprochen antwortet er von lediglich einer Million Leiharbeitern (für eine von ihm geführte SPD zu vernachlässigende Gruppe), die davon betroffen seien,
    - auf die ebenfalls von der Rot-Grün eingefädelte Verarmung der Rentner folgt das Blabla, dass die Leute gefälligst zu riestern hätten (1. Wovon? und 2. für jeden, der weniger als 30.00 EUR Brutto im Jahr verdient bedeutet riestern sparen für die ARGE. Denn: der von den Konsorten Schröder, Müntefering, Riester, Clement, Steinbrück, Steinmeier und Gabriel eingeführte Demographiefaktor bedeutet selbst für den Eckrentner nur einen Rentenanspruch von 1200 EUR, abzüglich Einkommensteuer, sowie Kranken- und Pflegeversicherung.
    Gelöst wird lt. Steinbrück dieses Dilemma durch: "Bildung, Bildung, Bildung". Im Klartext: Die 2010-Agendaisten definieren Bildung als ausschließlich akademische Veranstaltung. Menschen mit "nur" beruflicher AusBILDUNG in Handwerk, Groß-, Einzelhandel, sozialen oder Büro- und Verwaltungsberufen haben sich möglichst auf Grundsicherungsniveau als servile Deppen auf dem Absatz zu drehen.
    Hinweis: Ich gehöre selbst nicht zu der von Rot-Grün geschaffenen Kaste der Unberührbaren (Hartz-IVler) die Herr Steinbrück gerne als Modernisierungsverlierer bezeichnet und mit 10 Prozent - angeblich alles Ungebildete - quantifiziert, die man getrost den Linken überlassen kann. Eine radikale Umkehr ist notwendig, damit es in Deutschland nicht zu sozialen Unruhen kommt. Der von Sigmar Gabriel angekündigte Richtungswahlkampf wird jedenfalls nicht zwischen der Union und dieser SPD stattfinden. Beide Parteien werden von Neoliberalen dominiert und haben in jeder Koalitionskonstellation eine Mehrheit. Finden die sozial Anständigen nicht zur Mehrheit zurück, wird sich die Geschichte wiederholen.








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