Doktorarbeiten müssen veröffentlicht werden. Aber das kann auf verschiedene Weisen passieren. Während heutzutage viele Doktore eine Online-Veröffentlichung bevorzugen (ist auch viel billiger!), gibt es immer noch diejenigen, die sich an Verlage wenden oder die 40-50 gebundenen Exemplare bei der Uni-Bibliothek abliefern.
Ich vermute einmal, dass die unrechtmäßig zustandegekommenen Doktorarbeiten eher nicht online veröffentlicht sind. Denn dann hätte jeder weltweit einfachen Zugriff auf diese "Machwerke".
Wenn die Gutachter einer Doktorarbeit geschmiert worden sind, müssten sie ihre Posten verlieren. Auch eine Aberkennung des Doktors bei den Gutachtern erachte ich für zwingend geboten. Denn sie haben gegen jeden wissenschaftlichen Anstand gehandelt.
Doktorarbeiten, die nur von den Gutachtern gelesen und niemals wirklich einem breiten Fachpublikum vorgestellt werden, müssten heutzutage viel kritischer gesehen werden. Korruption und Schmierereien sind eben einfacher möglich, wenn wenige Personen daran beteiligt sind.
Externe Doktorarbeiten sind in meinem Bereich von gleicher Qualität wie interne Doktorarbeiten. In beiden Fällen werden viele (Zwischen-)Ergebnisse auf internationalen Konferenzen oder in Fachzeitschriften präsentiert, so dass die Qualität dieser Arbeiten von vielen anderen Wissenschaftlern bestätigt worden ist.
Fehlt diese Bestätigung, dann muss man andere Kriterien für die Qualität einer Doktorarbeit erarbeiten. Die bisherige Gutachterpraxis ist nicht ausreichend, wie die vielen falschen Doktorgrade (jeder 50. soll es sein) beweisen.
In manchen Fächern wird viel zu schnell promoviert. Warum warten z.B. die Mediziner nicht etwas und promovieren im Rahmen ihrer Facharztausbildung? Dann könnte man auch bei den Medizin-Dissertationen eine durchgehend akademisch anspruchsvolle Qualität erwarten. Bisher sind viele Mediziner mit Dissertationen auf fragwürdigem Niveau durchgekommen. Allein die Arbeitszeit lässt darauf schließen.



