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Verdacht auf verschacherte Doktortitel: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen hundert Pr

Die Kölner Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen rund hundert Hochschullehrer eingeleitet. Ein Sprecher bestätigte Medienberichte, wonach die Professoren ungeeignete Kandidaten als Doktoranden angenommen haben sollen - und sich ihre Nachsicht offenbar teuer bezahlen ließen.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...644397,00.html
  1. #170

    Doktorarbeiten müssen veröffentlicht werden. Aber das kann auf verschiedene Weisen passieren. Während heutzutage viele Doktore eine Online-Veröffentlichung bevorzugen (ist auch viel billiger!), gibt es immer noch diejenigen, die sich an Verlage wenden oder die 40-50 gebundenen Exemplare bei der Uni-Bibliothek abliefern.

    Ich vermute einmal, dass die unrechtmäßig zustandegekommenen Doktorarbeiten eher nicht online veröffentlicht sind. Denn dann hätte jeder weltweit einfachen Zugriff auf diese "Machwerke".

    Wenn die Gutachter einer Doktorarbeit geschmiert worden sind, müssten sie ihre Posten verlieren. Auch eine Aberkennung des Doktors bei den Gutachtern erachte ich für zwingend geboten. Denn sie haben gegen jeden wissenschaftlichen Anstand gehandelt.

    Doktorarbeiten, die nur von den Gutachtern gelesen und niemals wirklich einem breiten Fachpublikum vorgestellt werden, müssten heutzutage viel kritischer gesehen werden. Korruption und Schmierereien sind eben einfacher möglich, wenn wenige Personen daran beteiligt sind.

    Externe Doktorarbeiten sind in meinem Bereich von gleicher Qualität wie interne Doktorarbeiten. In beiden Fällen werden viele (Zwischen-)Ergebnisse auf internationalen Konferenzen oder in Fachzeitschriften präsentiert, so dass die Qualität dieser Arbeiten von vielen anderen Wissenschaftlern bestätigt worden ist.

    Fehlt diese Bestätigung, dann muss man andere Kriterien für die Qualität einer Doktorarbeit erarbeiten. Die bisherige Gutachterpraxis ist nicht ausreichend, wie die vielen falschen Doktorgrade (jeder 50. soll es sein) beweisen.

    In manchen Fächern wird viel zu schnell promoviert. Warum warten z.B. die Mediziner nicht etwas und promovieren im Rahmen ihrer Facharztausbildung? Dann könnte man auch bei den Medizin-Dissertationen eine durchgehend akademisch anspruchsvolle Qualität erwarten. Bisher sind viele Mediziner mit Dissertationen auf fragwürdigem Niveau durchgekommen. Allein die Arbeitszeit lässt darauf schließen.
  2. #171

    Ach, da sehen Sie...

    doch zu schwarz.

    Zitat von DoktorMS Beitrag anzeigen
    ...
    Ich vermute einmal, dass die unrechtmäßig zustandegekommenen Doktorarbeiten eher nicht online veröffentlicht sind. Denn dann hätte jeder weltweit einfachen Zugriff auf diese "Machwerke"....
    Vermutlich war es nur die Vornote, die etwas justiert werden musste. Ein Furz! Es kann eben auch jemand mit einer 3 eine sehr gute Arbeit abliefern. Auch später im Leben nach Berufspraxis. Auch ohne eine deutsche Pfeife zuvor jahrelang gehört und verinnerlicht zu haben. Aber ich weiss, das ist im Sudan Europas nicht möglich, es sei an Hermann Oberth erinnert.

    Zitat von DoktorMS Beitrag anzeigen
    ...Fehlt diese Bestätigung, dann muss man andere Kriterien für die Qualität einer Doktorarbeit erarbeiten. Die bisherige Gutachterpraxis ist nicht ausreichend, wie die vielen falschen Doktorgrade (jeder 50. soll es sein) beweisen....
    Also 2% Fehlerquote, das ist doch hervorragend für so ein archaisches System! Aber ich gehe gern mit Ihnen mit, wenn wir auch rückwirkend mal echt harte Kriterien (z.B. die eigenständige wiss./geistige Leistung, und zwar nicht als Arbeit pro Zeiteinheit!) anlegen, Junge Junge, dan fallen aber die Titel.

    Zitat von DoktorMS Beitrag anzeigen
    ...In manchen Fächern wird viel zu schnell promoviert. Warum warten z.B. die Mediziner nicht etwas und promovieren im Rahmen ihrer Facharztausbildung? Dann könnte man auch bei den Medizin-Dissertationen eine durchgehend akademisch anspruchsvolle Qualität erwarten. Bisher sind viele Mediziner mit Dissertationen auf fragwürdigem Niveau durchgekommen. Allein die Arbeitszeit lässt darauf schließen.
    Sie sollten den Medizinern dankbar sein, dass sie in jahrhundertelangem Kampf den Doktortitel einer Universität über die Autodidaktenausbildung als Barbier & Chirurg heben konnten. Bei den Zahnreissern sind es grade mal knapp 100 Jahre. Ohne das würde überhaupt niemand den Doktortitel überhaupt für irgendwas halten.

    Und überhaupt: dieses Qualitätsgerede, was ist denn Qualität? 400 Seiten? Das liest doch kein Mensch! Wer seine Gedanken nicht geordnet auf höchstens 100 (Humanities), 40 (Science) bringen kann, ist eine wissenschaftliche Peinlichkeit.

    Wenn Sie hineingesteckte "Arbeit" und "Anstrengung" (bekanntlich Angestelltentugenden) als Qualitätskriterium werten wollen, nun, eine wiss. Hochschule soll nicht in erster Näherung Angestellte mit Angestelltengedanken produzieren, sondern idealerweise so Leute wie Giordano Bruno. Für Angestellte ist die FH da. Oder besser gleich die Fabrik.


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