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Verdacht auf verschacherte Doktortitel: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen hundert Pr

Die Kölner Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen rund hundert Hochschullehrer eingeleitet. Ein Sprecher bestätigte Medienberichte, wonach die Professoren ungeeignete Kandidaten als Doktoranden angenommen haben sollen - und sich ihre Nachsicht offenbar teuer bezahlen ließen.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...644397,00.html
  1. #160

    .

    Zitat von Perelly Beitrag anzeigen
    Sie sollten sich wohl mal ein bisschen besser informieren über die Ansprüche bzw. Resultate einer geisteswisschaftlichen Dissertation, dann kommen auch nicht solche unverschämten pauschalen Diffamierungen dabei raus.
    Kommen Sie mal runter von Ihrem.....
    Wenn es Sie beruhigt. Meine Diss hat ca. 300 Seiten umfasst. Ebenso wie meine Diplomarbeit. Und das alles ohne Gelabere.

    Wie erklären Sie Doktorarbeiten, die in einem Jahr entstehen? Von den genialen Geisteblitzen ganz weniger abgesehen, kann in dieser kurzen Zeit kaum eine vernünftige Literaturrecherche stattfinden, das Schreiben einer Diss erst recht nicht.

    Als Geistewissenschaftler sollten Sie schon in der Lage sein, meine einfachen deutschen Foren-Texte zu verstehen. Oder liegt gerade in der einfachen Formulierung das Verständnisproblem?

    Es muss eine Qualitätskontrolle her für alle Dissertationen. In vielen Fächern wird diese Qualitätskontrolle indirekt durchgeführt über die veröffentlichten (Zwischen-)Ergebnisse. In den Bereichen, in denen bis auf die Gutachter niemand die Dissertation liest und die Ergebnisse niemals einem breiten Fachpublikum vorgestellt werden, die Diss in irgendeiner Bibliothek verschwindet, ist eben mehr Platz für mögliche Schummeleien und Schmierereien.

    Das habe ich gesagt. Und das ist für meinen Geschmack differenziert genug.

    Ich habe übrigens im Rahmen meiner Lehrerausbildung das "Vergnügen" gehabt, pädagogische Doktorarbeiten zu lesen. Da wimmelt es von Ausführungen wie "X hat gesagt", "Y behauptet" und "Wie Z gezeigt hat". Auch Fußnoten sind der ganz große Renner. Dabei ist es vollkommen egal, wer etwas gesagt hat. Wichtig ist, was gesagt worden ist und wie es gezeigt worden ist. Aber das sehen Geisteswissenschaftler offensichtlich ganz anders. Und wenn etwas wichtig ist, dann kommt es in den Haupttext, ist es unwichtig, dann wird es weggelassen. Insofern sind Fußnoten entbehrlich. Das Weglassen von Fußnoten macht das Schreiben der Texte zwar schwieriger, hilft dem Leser aber enorm. Und ein guter Autor schreibt für seine Leser.

    Wir werden sicherlich noch erfahren, in welchen Fächern mit Doktorgraden betrogen worden ist. Die Ingenieurwissenschaften sehe ich da nicht auf den vorderen Plätzen. Sondern eher die Laberfächer. Auch aus den von mir genannten Gründen.

    Wenn Sie so persönlich werden, haben Sie vielleicht etwas in diesem Zusammenhang zu verbergen?

    Ich bin übrigens ganz ruhig. Denn ich habe nichts zu verbergen.
  2. #161

    Abschluss politicus causa

    Zitat von DoktorMS Beitrag anzeigen
    Es gibt in Deutschland auch politisch gewollt verliehene Doktorgrade. Denn das macht sich insbesondere beim Parteiennachwuchs sehr gut. Dass diese lebenslangen Parteigänger dann einem noch erzählen wollen, wie der Wissenschaftsbetrieb in Deutschland zu verbessern ist, ist
    schon ein Hohn.
    Das ist natürlich ein anderes Thema.
    Es gibt viele Politiker, die ihre Abschlüsse auf anständige Weise, wie jeder erworben haben. So manche Politikerbiografie macht einen aber stutzig. Da fragt man sich, ob es nicht sinnvoller wäre gleich eine Kategorie Dr. p.c. (politicus causa) einzuführen. Meist ist es die Kategorie weltfremder Scheixxer, der schon mit 14 Jahren in der Parteijungendorganisation verstand sich so zu geben, dass ihn die Parteihonoratioren als Jugendlichen noch vertragen konnten und jetzt im Zentrum der Macht als Vorzeigenexemplar einer jungen Generation herhalten.

    Hier ein Extrembeispiel, das noch in Berlin im Ausschuss über Hochschulangelegenheiten mit entschied:

    http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...401108,00.html

    und da hat es noch nicht mal mit dem Abitur geklappt.
  3. #162

    ...

    Zitat von DoktorMS Beitrag anzeigen
    Wenn es Sie beruhigt. Meine Diss hat ca. 300 Seiten umfasst. Ebenso wie meine Diplomarbeit. Und das alles ohne Gelabere.

    Wir werden sicherlich noch erfahren, in welchen Fächern mit Doktorgraden betrogen worden ist. Die Ingenieurwissenschaften sehe ich da nicht auf den.....
    Nun, wenn Sie Ihre Seitenzahl als Gütekriterium missverstehen, dann nur zu. Damit begeben Sie sich doch genau auf die Ebene der "Laberfächer". Und für den Leser ist das mit Sicherheit auch nicht das Beste.

    Warum ich so persönlich wurde, habe ich Ihnen bereits gesagt. Ich formuliere es aber gerne nochmal etwas verständlicher.

    Sie sprechen den Geisteswissenschaftlern die wissenschaftliche Akribie und Sorgfalt ab, die Sie selbst beanspruchen, und das ist ein Schlag ins Gesicht derer, die sich ihre Sporen redlich verdienen. Was soll das? Wollen Sie sich hier zum Super-Doc aufschwingen? Sorry, in meiner Zeit an der RWTH habe ich genug Dissertationen Ihres heiligen Fachs zu Gesicht bekommen um zu wissen, dass Ingenieure auch nur mit Wasser kochen. Die ach so weltbewegenden Erkenntnisse, die dort zum Vorschein kommen, lesen sich doch nur bei max. einem Prozent noch Leute jenseits der Prüfungskommission durch.

    Wie Doktorarbeiten innerhalb eines Jahres enstehen können, ist mir unverständlich, und ich kann es auch nicht erklären. Ebenso verwundern mich Arbeiten, die in zwei Jahren von einem Externen neben dessen regulärer 40h-Woche geschrieben werden. Daraus auf die Allgemeinheit zu schließen ist aber schlicht falsch. Wie der Chef-Jäger Theisen gesagt hat, liegt der Anteil der Betrugsfälle bei ca. 2%.

    Warum in gw/jur/bwl/pol Fächern eher gepfuscht werden kann, liegt IMHO vor allem an den Apparaturen, Laboratorien und Versuchsanordnungen, die natürlich bei einem solchen Fach anders aussehen.

    ich weiß auch nicht, wie Ihre Arbeit oder irgendeine andere im Regal verschimmeln konnte. Schreibt Ihre PO nicht die Veröffentlichung vor?

    Was die Qualitätskontrolle anbetrifft: Wozu ist den dass Prüfgremium eigentlich da? Kommt da bei Ihnen jeder Hans und Franz rein? Bei uns wäre das überhaupt nicht möglich, vielleicht fehlt mir aber auch die kriminelle Energie. Und wer würde die nächst höhere Prüf-Ebene überprüfen, wenn es dann dort auch Betrügereien gibt?
  4. #163

    "Laberfächer"

    Wenn ich die heutigen Pressemeldungen richtig verstehe, sind es eben nicht die "Laberfächer", sondern die Fakultäten Medizin, BWL, Jura und Ingenieurwissenschaften.

    Zur Kunstgeschichte: Eine Künstlerbiographie kann durchaus im Rahmen einer Dissertation geschrieben werden, so etwas wird in der Regel auf ein kommentiertes Werkverzeichnis hinauslaufen. Es kommt eben darauf an, dass eine eigenständige Forschungsleistung erbracht wird.

    Zu den Fußnoten: Das ufert tatsächlich in manchen Arbeiten aus. Aber die Fußnoten sind - in vernünftigem Umfang - wichtig und gerechtfertigt. Sie erlauben beiläufige Verweise, der im Text nur ablenken würden, dienen aber vor allem dem Nachweis fremden Gedankenguts. Das ist nicht nur eine Frage der wissenschaftlichen Ethik, sondern auch ein Zeichen des Respekts vor den vorangegangenen Forschergenerationen. In den Technikwissenschaften mag das anders sein - das muss jedes Fach für sich entscheiden (dürfen).
  5. #164

    @ Perelly

    Zitat von Perelly Beitrag anzeigen
    .............
    Wie Doktorarbeiten innerhalb eines Jahres enstehen können, ist mir unverständlich, und ich kann es auch nicht erklären. Ebenso verwundern mich Arbeiten, die in zwei Jahren von einem Externen neben dessen regulärer 40h-Woche geschrieben werden. Daraus auf die Allgemeinheit zu schließen ist aber schlicht falsch. Wie der Chef-Jäger Theisen gesagt hat, liegt der Anteil der Betrugsfälle bei ca. 2%.
    .........

    Offengestanden wundert mich das anscheinend verbreitete Misstrauen gegenüber von "Externen" gefertigten Doktorarbeiten.

    Vermutlich wird die Mehrheit der Betreffenden für die Doktorarbeit ein Thema wählen, mit dem sie sich bereits jahrelang beruflich und vermutlich auch aus privatem Interesse auseinandergesetzt haben.
    Dies macht in meinen Augen auch Sinn, da eine Doktorarbeit keine Examensprüfung ist, sondern sich auf ein Thema beziehen sollte, das den Neigungen und Begabungen des Betreffenden entspricht.

    Wenn ich mich im Übrigen an meine Hausarbeitszeiten erinnere, lag das Hauptproblem -jedenfalls bei mir - weniger im Wissens- oder Verständnisbereich, sondern in fehlerhafter Zeiteinteilung und Disziplin, mangelnder Entschlusskraft und teilweise falscher Schwerpunktsetzung.

    Hinzu kommt in meinen Augen, dass eine Leistungsbewertung stets mehr oder weniger auch von subjektiven Überzeugungen geprägt ist. Dies zeigt sich in meinen Augen z. B. sehr anschaulich bei der Klimaschutzdebatte. Ein Doktorand, der eine deratige Arbeit unter Betreuung eines Professors fertigt, der fest von der Ursächlichkeit von CO2-Emissionen für den Klimawandel überzeugt ist, während er selbst dieser These eher skeptisch gegenüber steht, wird da vermutlich eher schlechte Karten haben.

    Auch im späteren Berufsleben machte jedenfalls ich die Erfahrung, dass die Beurteilungsmaßstäbe der Vorgesetzten erheblich von einander abweichen können und die Überzeugungsarbeit mal weniger und mal mehr Aufwand erfordert. Es gibt nunmal Menschen, die auf jedes Detail achten, was ja auch durchaus von Vorteil sein kann und wiederum andere, die eher pragmatisch orientiert sind.

    Alles in allem würde ich es daher für begrüßenswert halten, Doktorarbeiten (ob sie von "Internen" oder von "Externen" gefertigt wurden) im Rahmen der o. g. Grenzen vorbehaltlos zu bewerten.

    Gruß
    Berlinerin
  6. #165

    ...

    Zitat von berlinerin95 Beitrag anzeigen
    Offengestanden wundert mich das anscheinend verbreitete Misstrauen gegenüber von "Externen" gefertigten Doktorarbeiten.

    Vermutlich wird die Mehrheit der Betreffenden für die Doktorarbeit ein Thema wählen, mit dem sie sich bereits jahrelang beruflich und vermutlich auch aus privatem Interesse auseinandergesetzt haben.
    Dies macht in meinen Augen auch Sinn, da eine ....
    Hallo Berlinerin,

    in meinem Doktorandenkolloquium haben wir mehrere externe Kollegen, die genau wie Sie sagten, ein Thema aus ihrem beruflichen Umfeld gewählt haben. Ich habe überhaupt keinen Zweifel daran, dass diese Arbeiten qualitativ einwandfrei sind!
    Aus dem kleinen Einblick, den ich habe, konnte ich zumindest feststellen, dass es doch einige berufliche Unwägbarkeiten gibt, die einem kontinuierlichen Arbeiten an der Diss zumindest im Wege sind. Dadurch verzögert sich natürlich der Prozess, und das ist auf Dauer unangenehm und stressig.
    Was ich sagen wollte ist, dass ich es für utopisch halte, neben einer Vollzeitstelle noch in Rekordzeit eine Diss zu schreiben (Ausnahmen bestätigen die Regel). Dass man generell eine schreiben kann und die dazu auch noch gut ist, bleibt völlig unbeanstandet.
  7. #166

    Es scheint...

    Zitat von Björn Borg Beitrag anzeigen
    Die ganze Arbeit kann doch jemand anderes schreiben - das steckt sicher auch vielfach noch zusätzlich dahinter.
    Interessant wird es beiden mündlichen Prüfungen vor (oft mindestens) zwei Prüfern und/oder einem Protokollführer: Deshalb interessieren mich ja die Details: Wie hat man das gemacht?
    ...als hätten die hier schreibenden Doktoren sich wirklich nie mit der rechtlichen/organisatorischen Seite auseinandergesetzt.

    Erstens ist eine Dissertation kein berufsqualifizierender Abschluss, sondern Privatvergnügen nach einem bq. Abschl. Daher auch das sehr merkwürdige, längliche (von profdoc sehr zutreffend wiedergegebene) vollkommen fakultätsinterne (grundgesetzliche Freiheit von Forsche & Lehre: Spektabilität!) Verfahren.

    Zwotens sind Promotionsordnungen erst Universitäts-, dann Landessache. Es gibt keine Akkreditierung und keine übergeordneten QS-Normen.

    Drittens (fand ich immer besonders lustig) ist namensrechtlich der Doktortitel ein Vorname ("Hello Doc!").

    Viertens kann man ohne Probleme mit einer Publikationsliste allein, ohne gesonderte schriftliche Arbeit, promoviert werden. QS ist in dem Falle durch stattgehabte Peer-Reviews als erbracht anzusehen.

    Fünftens ist es Usus, dass der "Doktorvater" nur "Freunde" ins Rigorosum/die Disputation einlädt/einladen lässt (s. oben: fakultätsinternes Verfahren). Mit diesen Prüfern hat man i.d.R. vorab die Fragen/das Thema grob durchgesprochen bzw. kennt ihre Gewohnheiten/Vorlieben ohnehin aus internen Kolloquien, Vorträgen, Postersessions usw usf. "Feindliche" Gutachter (identifiziert etwa im Peer-Review-Verfahren vorangegangener Publikationen) wird man desgleichen auszuschliessen wissen - letztlich kann ja auch im Durchfallsfalle nur der Ruf des "Doktorvaters" leiden. Der Doktorand ist eh der Depp.

    Nachbemerkung: hinterher kann man frischgebackene Doktoren mit einer auf der Arbeit vordem nie beobachteten Geschwindigkeit zum Einwohnermeldeamt eilen sehen.
  8. #167

    Dr. Johannes Rau

    Zitat von paretooptimal Beitrag anzeigen
    Hallo,

    der Titelhandel ist in Deutschland schon seit langer Zeit ein lukratives Business. Erinnere mich noch gern an die Zeit des smarten "Konsul" Weyer, der so ziemlich alles an Titel verschachert hat, was gewünscht....
    war auch nur Dr. h.c.
  9. #168

    Noech einer aus dieser Kategorie

    Zitat von Rainer Daeschler Beitrag anzeigen
    Das ist natürlich ein anderes Thema.
    Es gibt viele Politiker, die ihre Abschlüsse auf anständige Weise, wie jeder erworben haben. Hier ein Extrembeispiel, das noch in Berlin im Ausschuss über Hochschulangelegenheiten mit entschied:

    http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...401108,00.html

    und da hat es noch nicht mal mit dem Abitur geklappt.
    http://www.nw-news.de/owl/3001960_Ab...ie_Justiz.html

    http://www.nw-news.de/owl/2973576_Un...ktortitel.html

    Hat wohl nicht alles selbst erforscht.
  10. #169

    Eigentlich ganz einfach

    Trau keinem:
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