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"Verblendung"-Star Rooney Mara: "Lisbeth war nackt - nicht ich"

Vom Blondchen zum Punk: Schauspielerin Rooney Mara ist die Sensation in David Finchers Thriller "Verblendung". Im Interview spricht sie*über schauspielerische Grenzsituationen, Vergewaltigungsszenen und gepiercte Brustwarzen.

http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,808329,00.html
  1. #20

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Vom Blondchen zum Punk: Schauspielerin Rooney Mara ist die Sensation in David Finchers Thriller "Verblendung". Im Interview spricht sie*über schauspielerische Grenzsituationen, Vergewaltigungsszenen und gepiercte Brustwarzen.

    "Verblendung"-Star Rooney Mara: "Lisbeth war nackt - nicht ich" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Ich habe die Bücher gelesen und die schwedische Verfilmung gesehen und war von beidem sehr begeistert und mitgerissen. Sehr schöne Unterhaltung.
    Dazu kommt, dass ich Michael Nyqvist als Schauspieler sehr gerne sehe und auch Noomi Rapace hat mich (und viele andere) mit Ihrer Salander-Darstellung für sich eingenommen.

    Und auch mein erster Gedanke war: Das braucht's doch nicht, die machen das nur schlechter, da wird aus den schönen, düsteren Filmen ein bonbonbuntes Hollywood-Spektakel, DA GEH ICH NICHT REIN.
    Ich werde es aber doch tun. Erstens aus Neugier. Ich will schon wissen, wie der Film geworden ist. Und zweitens, um mir durch eigene Voreingenommenheit nicht den Blick auf einen vielleicht guten Film zu verstellen.
    Kann natürlich sein, dass es trotzdem in die Hose geht. Dann habe ich immerhin die Erkenntnis, dass ich recht hatte. Man wird sehen. Am Wochenende gehe ich ins Kino.
  2. #21

    Versuch gescheitert

    Zitat von Bondurant Beitrag anzeigen
    einer Erklärung.
    Das hat direkt gar nichts mit "den Amerikanern", oder wie sie die Filme an sich finden würden, zu tun. Es ist so: man merkt jedem synchronisierten Film an, dass die Schauspieler nicht mit ihren eigenen Stimmen sprechen. Wer das nicht gewöhnt ist, fühlt sich unbehaglich. Und will den Film gar nicht erst sehen. Deshalb müssen amerikanische Remakes gedreht werden oder das Kino bleibt eben leer.
    Ich habe nie bemerkt, dass in den synchronisierten US-Filmen die Darsteller nicht mit ihren eigenen Stimmen sprechen. Gewußt schon, aber beim Sehen eben nicht ERLEBT, weil die Synchronsprecher ihre Sache in der Regel sehr sehr gut machen. Da muss man schon konzentriert nur auf die Lippen schauen, um eventuell (!!) etwas zu merken.
    Es hat sehr wohl direkt etwas mit "den Amerikanern" zu tun. Das amerikanische Publikum benötigt Remakes, vorzugsweise in den USA spielende, weil sie nicht willens und unfähig sind über ihren kulturellen Tellerrand zu schauen. Es muss eben alles irgendwie vertraut US-amerikanisch sein. So musste z.B. die Verfilmungen von Endes Romanen in den US spielen, und es wundert mich, dass VERBLENDUNG in Schweden belassen wurde. Wahrscheinlich war das nur möglich, weil Fincher mit seiner eigenen Firma produziert hat.

    p.s. und natürlich hat auch die US-amerikanische Filmindustrie ihre Finger im Spiel: die Konkurrenz soll gefälligst draußen bleiben. So gibt es ja auch 1273 verschiedene Oskarkategorien exklusiv für die US-Produktionen und der Rest der Welt darf sich dann um den 1 Oskar für den besten ausländischen Film balgen.
  3. #22

    Ihre Abneigung

    Zitat von Friedrich der Streitbare Beitrag anzeigen
    Ich habe nie bemerkt, dass in den synchronisierten US-Filmen die Darsteller nicht mit ihren eigenen Stimmen sprechen. Gewußt schon, aber beim Sehen eben nicht ERLEBT, weil die Synchronsprecher ihre Sache in der Regel sehr sehr gut machen. Da muss man schon konzentriert nur auf die Lippen schauen, um eventuell (!!) etwas zu merken.
    gegen die Amerikaner trübt Ihre Wahrnehmung. Übrigens bestreite ich gar nicht, dass die Amerikaner "nicht willens und unfähig sind über ihren kulturellen Tellerrand zu schauen". Das unterscheidet sie ja auch so deutlich von... ja, wem noch mal? Da fällt mir im Moment gerade keiner ein, so was, komisch, aber bestimmt kommt das noch...

    In der Synchronfrage ging es nicht um Technik. Es geht darum, dass in den allermeisten Fällen die Synchronstimme nicht zur physiognomisch vermittelten Persönlichkeit des Synchronisierten passt. Deshalb entsteht nahezu zwangsläufig ein Fremdheitsgefühl, auch wenn die Lippenbewegungen perfekt passen. Völlig indiskutabel wird die Synchronisiererei dann, wenn ein Sprecher mehrere (bekannte) ausländische Schauspieler synchronisiert, was leider häufig vorkommt. Z.B. der - großartige - Arnold Marquis, der (u.a.!) John Wayne, Kirk Douglas, Lino Ventura und Robert Mitchum sprach. Oder umgekehrt: ein Schauspieler wird im Laufe seiner Karriere von verschiedenen Sprechern "gegeben", wie z.B. Peter Falk als Columbo. Alles eigentlich völlig unmöglich, an so was muss man erst richtig gewöhnt werden. Ist man in USA eben nicht.
  4. #23

    Es erstaunt mich irgendwie (und irgendwie wieder nicht), dass hier fast jeder schreibt, dass er sich den Film erst gar nicht ansehen wird, weil ja das Original sowieso besser wäre (ob nun weil älter in manchen Köpfen immer besser bedeutet, oder ob manche sich als so alternativ profilieren müssen, dass sie beim Begriff Hollywood gleich demonstrativ aufstöhnen) aber trotzdem glaubt, eine Ahnung davon zu haben.
    Da hier unter anderem die Begriffe "bonbonbuntes Hollywoodspektakel" und "Hochglanzfrau" fielen, kann man wohl kaum auf etwas anderes als den Schluss kommen, dass hier einzig und allein Vorurteile sprechen. Ich hab mir den neuen Film gestern angesehen, und "bonbonbunt" ist so ziemlich das allerletzte, das einem zu diesem Film einfallen könnte.

    Leute, lasst mal eure Ängste vor Neuerungen hinter euch und lasst euch auf was Neues ein, und redet von mir aus DANACH gescheit darüber, aber nicht, bevor ihr überhaupt irgendwas gesehen habt.
    Nur weil ihr die "Originale" (mal ganz am Rande, das Original ist das Buch, nicht die alten Filme) gesehen habt, befugt euch das noch lange nicht dazu, über etwas pauschal zu urteilen, von dem ihr nur ein paar Schlagwörter aufgeschnappt habt. Und allzu alternativ ist diese "Ich stemme mich gegen alles Neue, ist ja sowieso alles nur Kommerz" heutzutage auch nicht mehr, sorry.
    Meine Meinung zur Leistung der "Hochglanzfrau" (wie auch immer man darauf kommt): Rooney Maras kritisierte "Zerbrechlichkeit" in Kombination mit ihren Handlungen macht Lisbeths Charakter vielschichtiger und realistischer. Noomi Rapaces Lisbeth war viel mehr "Mary-Sue" als die neue Lisbeth.
  5. #24

    Das wäre

    Zitat von Azurite Beitrag anzeigen
    Rooney Maras kritisierte "Zerbrechlichkeit" in Kombination mit ihren Handlungen macht Lisbeths Charakter vielschichtiger und realistischer.
    allerdings eine Abweichung von der Buchvorlage, die für den Film spräche. Besonders was das Realistische des Salander-Charakters betrifft.
  6. #25

    .

    Zitat von Azurite Beitrag anzeigen
    Da hier unter anderem die Begriffe "bonbonbuntes Hollywoodspektakel" und "Hochglanzfrau" fielen, kann man wohl kaum auf etwas anderes als den Schluss kommen, dass hier einzig und allein Vorurteile sprechen. Ich hab mir den neuen Film gestern angesehen, und "bonbonbunt" ist so ziemlich das allerletzte, das einem zu diesem Film einfallen könnte.
    Also, wenn Sie mich schon als Beispiel für den Neuverfilmungsverweigerer nehmen, dann für die geläuterte Art. Oder haben Sie meinen Beitrag nur hastig überflogen?

    Das "bonbonbunt" war (wie ich glaubte, gut zu erkennen) eine Überzeichnung meiner durchaus vorhandenen Vorurteils-Reflexe bei der Konstellation "Hollywood nimmt sich europäischen Film vor".

    Und Sie werden ja nicht abstreiten, dass es nicht immer optimal ist, was dabei herauskommt.

    Aber wie gesagt, ich werde mir den Film anschauen und mich überraschen lassen.
  7. #26

    Bei näherer Überlegung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Vom Blondchen zum Punk: Schauspielerin Rooney Mara ist die Sensation in David Finchers Thriller "Verblendung". Im Interview spricht sie*über schauspielerische Grenzsituationen, Vergewaltigungsszenen und gepiercte Brustwarzen.

    "Verblendung"-Star Rooney Mara: "Lisbeth war nackt - nicht ich" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    ist immer weniger verständlich, warum an einer Amerikanisierung der Verfilmung manche Kritik geübt wird. Tatsächlich eignet sich kaum ein Roman besser für so etwas als die Larssonsche Salander-Trilogie. Eine völlig unrealistische Hauptdarstellerin in einem völlig unrealistischen Plot. Überdies kommen Serienmörder vor, die auch noch irgendwie Nazis sind. Das zusammen mit der Comic-Figur Salander macht den Hollywood-Stoff perfekt. Es war eigentlich schon ein Fehler, überhaupt eine schwedische Verfilmung zu versuchen. Das Fantasy-Genre ist doch eher die Domäne der Amerikaner.
  8. #27

    Volle Zustimmung

    Zitat von Bondurant Beitrag anzeigen
    ist immer weniger verständlich, warum an einer Amerikanisierung der Verfilmung manche Kritik geübt wird. Tatsächlich eignet sich kaum ein Roman besser für so etwas als die Larssonsche Salander-Trilogie. Eine völlig unrealistische Hauptdarstellerin in einem völlig unrealistischen Plot. Überdies kommen Serienmörder vor, die auch noch irgendwie Nazis sind. Das zusammen mit der Comic-Figur Salander macht den Hollywood-Stoff perfekt. Es war eigentlich schon ein Fehler, überhaupt eine schwedische Verfilmung zu versuchen. Das Fantasy-Genre ist doch eher die Domäne der Amerikaner.
    Muss in Ihr Kopfschütteln einstimmen.
    Ich habe es in der Reihenfolge gehalten, wie es dem Bildungsbürger anempfohlen ist: ich habe erst das Buch gelesen, dann den schwedischen und jetzt den amerikanischen Film gesehen, alles brav in der Originalversion, so dass ich keine Schlechte-Übersetzung-Argumente gelten lassen muss.
    Von allen drei Werken das beste ist: der amerikanische Film. Er kommt ohne das belehrende politische Pathos der Bücher aus und er hat in Daniel Craig einen würdigen Blomqvist Darsteller (Michael Nyqvist in der schwedischen soll ja letztens sogar einen Ehrenoscar für die größte männliche Fehlbesetzung der Filmgeschichte bekommen habe).


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