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Venedig: Die ganze Stadt ein Grab

CorbisMehr als 20 Mal wütete die Pest in Venedig. In ihrer Not entwickelte die Republik eine für Europa vorbildliche Gesundheitsbehörde.

http://www.spiegel.degeschichte/0,1518,835336,00.html
  1. #1

    Gesundheitsbehörden

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mehr als 20 Mal wütete die Pest in Venedig. In ihrer Not entwickelte die Republik eine für Europa vorbildliche Gesundheitsbehörde.

    http://www.spiegel.degeschichte/0,1518,835336,00.html
    Mit anderen Worten, die Venezianer waren notgedrungen die Vorreiter und Erfinder von Gesundheitsbehörden. Das sollte man sich öfters mal vor Augen halten, bevor man diesertage pauschal über die ach so laxen Südländer herzieht und meint, alles Geordnete und Vernünftige könne nur aus Deutschland kommen.
  2. #2

    Ich frage mich, ob es nicht auch kritische Geister gab, die der damaligen Schulmedizin widersprachen.
    Einige Beobachtungen hätten womöglich schon früh die Ansteckungswege aufzeigen können. Immerhin wußte man ja, dass diese Krankheit übertragbar war. Aber in der Literatur wird von Massensterben bei Ratten und Vögeln berichtet. Es wurde also sehr wohl bemerkt und dokumentiert. Der Standesdünkel hat aber womöglich diese Entdeckungen verhindert.

    Ohne Immunität war aber der Tod trotz Sauberkeit vermutlich trotzdem unvermeidbar. Interessant wäre eine Genanalyse der Überlebenden aller 3 Wellen. Womöglich starben bei den 2 folgenden Wellen jeweils diejenigen, die Hauptsächlich durch Zuzug die Bevölkerung wieder auffüllten, während die Nachkommen der Pestüberlebenden der 1. Welle weitgehend verschont wurden.

    Was hilft eigentlich gegen die Pest? Penicillin?
  3. #3

    Ein heikles Thema

    Heutzutage wurden schon erfolgreich uralte Gräber geöffnet und die Leichen untersucht. Dabei ist es gelungen, extrem gefährliche Krankheitserreger zu entdecken, zu isolieren und zu vermehren.

    Derartige Viren eignen sich leider als Biowaffen und wer im Geschichtsunterricht aufgepasst hat, der kann sich eventuell noch daran erinnern, dass früher schon kranke Tiere über die Mauern von Festungen katapultiert wurden, um dort Krankheiten ausbrechen zu lassen, damit eine feindliche Armee dann hinterher leichtes Spiel mit der Eroberung hatte.

    Auch Brunnen wurden schon oft gezielt und systematisch vergiftet.

    Schon ein kleiner Flohbiss, Mückenstich, Zeckenbiss oder Kratzer auf der Haut reicht völlig aus, um anschliessend massive gesundheitliche Probleme zu bekommen.

    Addiert man noch die Summe der natürlichen Infektionsgefahren, Laborunfälle, Hygienemängel und selbstverständlich auch die menschliche Dummheit hinzu, dann kann man sich schon lebhaft vorstellen, was früher oder später mal wieder auf uns alle zukommt.

    Leider habe ich viel zu oft schon selbst erlebt, wie kranke Menschen andere gesunde Menschen ganz bewusst und gezielt angesteckt haben. Die husten oder niesen einem dann absichtlich ins Gesicht, so nach dem Motto "geteiltes Leid ist halbes Leid"...
  4. #4

    Zitat von abominog Beitrag anzeigen
    Heutzutage wurden schon erfolgreich uralte Gräber geöffnet und die Leichen untersucht. Dabei ist es gelungen, extrem gefährliche Krankheitserreger zu entdecken, zu isolieren und zu vermehren.

    Derartige Viren eignen sich leider als Biowaffen und wer im Geschichtsunterricht aufgepasst hat, der kann sich eventuell noch daran erinnern, dass früher schon kranke Tiere über die Mauern von Festungen katapultiert wurden, um dort Krankheiten ausbrechen zu lassen, damit eine feindliche Armee dann hinterher leichtes Spiel mit der Eroberung hatte.

    Auch Brunnen wurden schon oft gezielt und systematisch vergiftet.

    Schon ein kleiner Flohbiss, Mückenstich, Zeckenbiss oder Kratzer auf der Haut reicht völlig aus, um anschliessend massive gesundheitliche Probleme zu bekommen.

    Addiert man noch die Summe der natürlichen Infektionsgefahren, Laborunfälle, Hygienemängel und selbstverständlich auch die menschliche Dummheit hinzu, dann kann man sich schon lebhaft vorstellen, was früher oder später mal wieder auf uns alle zukommt.

    Leider habe ich viel zu oft schon selbst erlebt, wie kranke Menschen andere gesunde Menschen ganz bewusst und gezielt angesteckt haben. Die husten oder niesen einem dann absichtlich ins Gesicht, so nach dem Motto "geteiltes Leid ist halbes Leid"...
    Solche schlimmen Epochen wie das Mittelalter mit seiner Pest wird es aber nichtmehr geben können, da wir uns heutzutage bewusst sind wie die Krankheiten ausgelöst werden und wie man ein Ansteckungsrisiko minimieren kann. Ausserdem lassen sich heute gezielt Gegenmittel entwickeln, z.B. eben Antibiotika und Impfungen. Das sind zwar keine Allheilmittel (Impfungen bringen NACH der Infektion sowieso nichts mehr und müssen nach Ausbruch einer neuen Virenpandemie auch erstmal entwickelt werden) und werden leider viel zu oft missbraucht (Ein Großteil der heute vorhandenen Antibiotikaresistenzen bei bestimmten Bakterienstämmen verdanken wir einfach dem unverantwortlichen Umgang mit Medizin. Wer bei einer Erkältung sofort nach Antibiotika schreit was absolut nutzlos ist, schaufelt damit das Grab für viele Menschen in der Zukunft immer noch ein bisschen tiefer).

    Aber ich muss ihrer Andeutung der großen Gefahr durch wissenschaftlich basierten Umgang mit Krankheitserregern extrem widersprechen. Nur durch diese preventive Erforschung der Krankheiten ist es überhaupt möglich rechtzeitig vor Pandemien zu warnen und Impfstoffe zu entwickeln. Wir lachen heute gerne immer über die so genannte Schweinegrippe (bzw über Grippewarnungen allgemein) und machen Scherze über die übertriebenen Schutzmaßnahmen. Es weiss jedoch keiner was ohne diese Maßnahmen passiert wäre. Zwar war der Erreger in der damaligen Form ziemlich harmlos, jedoch hätte er sich durchaus noch verändern können - was gerade bei Viren ja die große Gefahr ist. Deshalb müssen eben Viren sofort wenn sie auftreten bekämpft werden, unabhängig wie gefährlich sie sind. Denn wenn sie sich erstmal stark verbreitet haben, ist dem durch Mutationen kaum noch gezielt entgegenzuwirken. Und man weiss eben nie wann sich dabei eine gefährliche / tödliche Variante herausbilden könnte.
  5. #5

    Vorsicht beim Arztbesuch !

    Zitat von abominog Beitrag anzeigen


    Leider habe ich viel zu oft schon selbst erlebt, wie kranke Menschen andere gesunde Menschen ganz bewusst und gezielt angesteckt haben. Die husten oder niesen einem dann absichtlich ins Gesicht, so nach dem Motto "geteiltes Leid ist halbes Leid"...

    Besonders gefährlich ist der Aufenthalt in Wartezimmern und WCs von Arztpraxen und Klinken.
  6. #6

    und hatten die Pest an Bord

    Zitat von knifffes Beitrag anzeigen
    Solche schlimmen Epochen wie das Mittelalter mit seiner Pest wird es aber nichtmehr geben können, da wir uns heutzutage bewusst sind wie die Krankheiten ausgelöst werden und wie man ein Ansteckungsrisiko minimieren kann.
    Seien Sie sich da nicht so sicher. Das Mittelalter erlebt gerade besonders in Deutschland trotz Internet seine Renaissance!

    Betreffend die Beulenpest habe ich mich gerade mal etwas informiert

    Ergebnis:

    Beulenpest - DocCheck Flexikon

    Trotzdem:
    Besonders Ökofreaks, die im Urlaub Nationalparks im Westen der USA besuchen, sollten sich vor den dort rumlaufenden Nagetieren (Baumratten = Eichhörnchen ) in acht nehmen.

    Seuchengefahr: Die Pest

    Die Biester sind gefährlicher als die Plutoniumatome, die in der dortigen Gegend noch immer an die A-Bombentest erinnern.

    BTW: Eichhörnchen das sind die grauen squirrel - Google-Suche

    Einige davon machen sich auch in Europa schon breit.:-)
  7. #7

    Schulmedizin

    Ernsthaft? Schulmedizin? Das, wofür die Alternativszene den Begriff "Schulmedizin" erfunden hat (nämlich evidenzbasierte, wissenschaftliche Medizin), existierte damals noch gar nicht. Stattdessen wurde damals analog der heutigen "Alternativmedizin" gelehrt und behandelt.
  8. #8

    Was hilft...

    Zitat von Oberleerer Beitrag anzeigen
    Was hilft eigentlich gegen die Pest? Penicillin?
    Der Erreger ist ein Bakterium, hat also einen Stoffwechsel. Im Gegensatz zu Viren (kein Stoffwechsel, kein Lebewesen) wirken Antibiotika wie m.w. Penicillin, indem diese in der Regel (zer-)störend auf deren Stoffwechsel einwirken. Viren können nur vom Immunsystem (z.B. durch Impfung oder Vorerkrankung geschult) bekämpft werden, solange diese noch nicht in Körperzellen eingedrungen sind. Medikamente können nur eine Neuinfektion von Körperzellen durch Blockierung der Eindringmechanismen erreichen. Viele Virenerkrankungen sind daher latent. (Herpes, AIDS usw). Bei einer Virusinfektion ist Antibiotika daher wirkungslos und hat ggf. nur eine immunsystementlastende Wirkung auf bei sekundären Bakterieninfektionen.
  9. #9

    ah so

    Zitat von MiniDragon Beitrag anzeigen
    Trotzdem:
    Besonders Ökofreaks, die im Urlaub Nationalparks im Westen der USA besuchen, sollten sich vor den dort rumlaufenden Nagetieren (Baumratten = Eichhörnchen ) in acht nehmen.

    Seuchengefahr: Die Pest

    Die Biester sind gefährlicher als die Plutoniumatome, die in der dortigen Gegend noch immer an die A-Bombentest erinnern.

    BTW: Eichhörnchen das sind die grauen....

    Einige davon machen sich auch in Europa schon breit.:-)
    Besonders Öko-Freaks. Beachtlich.
    Andere Leute gehen nicht in solche Parks. Natürlich.

    Ja, Eichhörnchen sind lebensgefährlich. Das sieht man schon an Ihrem verlinkten Artikel, bei dem Leute millionenfach die letzten Jahre gestorben sind.
    90% macht die Beulenpest aus und die ist nicht das Problem. Greifen Sie zum Megaphon und tröten Ihre Warnung in die Landschaft, wenn die Lungenpest tatsächlich mit beachtlichen Zahlen zuschlägt. Vorher ist schlicht nix passiert.
    Kleinere Pestherde haben sich immer wieder mit wenigen Toten ausgetobt und danach war wieder Ruhe. Es gibt weltweit Millionen an Tuberkulosekranken, die nicht oder schlecht behandelt Resistenzen entwickelt haben und diese Krankheit munter verbreiten. Davor fürchten Sie sich nicht. Die Aufgabe übernehmen Eichhörnchen. Was sich von denen ausserhalb ihres Lebensraumes irgendwo einbürgert, das richtet in erster Linie eine Katastrophe unter den einheimischen Populationen an. Sie sind nicht für den Untergang der Menschheit verantwortlich.
    Habe die Ehre.


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