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Vegetarische Lückenbüßer: Wenn das Eiweiß Weißwurst spielt

APHackfleisch aus Soja, Gulasch aus Saitan, Schnitzel aus Milch. Es spricht wirklich nichts gegen eine fleischlose, sogar vegane Ernährung. Aber warum muss das Ersatzprodukt unbedingt so aussehen, wie das tierische Original? Dann lieber Erbsen!

http://www.spiegel.de/gesundheit/ern...838618,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Aber warum muss das Ersatzprodukt unbedingt so aussehen, wie das tierische Original?
    Um den Umstieg zu erleichtern? Um dem Kunden ohne lange Erklärungen zeigen zu können, was er ungefähr vor sich hat? Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Und eine vegetarische Variante eines bekanntes Produktes wird weniger Verwirrung und Mißtrauen verursachen, als ein komplett neues. "Schnitzel ist Schnitzel. Versuchen wir's einfach mal." vs. "Irgendso'n vegetarisches Zeug? Nee, lass mal."

    Gerade wenn die Zielgruppe grillende Männer sind. Da spielen auch ein gewisser sozialer Druck und nicht zuletzt das Selbstbild des Käufers hinein. Ein Milch-Steak ist immer noch ein bisschen was Anderes als ein Gemüsebratling.

    Verstehe nicht was an dem Gedankengang so abwegig ist. Mit vertrauten Begriffen und Formen den Umstieg erleichtern und die Hemmschwelle beim Probieren senken. Sollte das Produkt irgendwann etabliert sein, kann man das ja immer noch ändern. Aber momentan ist es nur die logische Wahl.
  2. #2

    Tofu-Imitat aus Rindfleisch

    Ich stimme vollkommen zu. Nur, dass es tatsächlich Fahrräder gibt, die so tun, als wären sie Chopper und Apps, die Motorensound imitieren ... bei alledem frage ich mich manchmal, ob das nicht auch umgekehrt gehen müsste. Vegan aussehendes Essen für Carnivore. Benzinmotoren, die so tun, als wären sie Windräder. Tofuimitat aus Rindfleisch. Warum nicht? Gleiches Recht für alle. Würg.
  3. #3

    Warum

    verdienen Vegetarier und Veganer mehr Respekt? Warum wird der gleiche Respekt nicht den Leuten zugestanden, die bereit sind, gutes Geld für Fleisch und andere Produkte von ordentlich aufgewachsenen Tieren, nachhaltige Landwirtschaft etc. auszugeben? Oder diejenigen, die solche Tierhaltung und Landwirtschaft betreiben? Mit Ernährung den Planeten retten zu wollen, ist Unsinn. Und Veganer schaden vielleicht dem Planeten nicht, wohl aber sich selbst.
  4. #4

    Wieso »tierische Original«??

    Würstchen, schnitzel, aufschnitt und Co. sind (bis auf wenige ausnahmen) visuell ästhetisch stilisiert und so weit weg vom tier das es die wenigsten menschen daran erinnern mag das sie gerad ein stück tier auf dem teller liegen haben! Warum vegetarische oder vegane produkte von diesen erlernten essgewohnheiten abweichen müssen ist mir schleierhaft.
    Anders bei tierischen produkten die in der tat 1:1 widergegeben werden wie zB vegan chicken bei dem sogar versucht wird die gänsehaut änhliche struktur des hühnchen nachzuahmen…*
  5. #5

    Schon einmal etwas von

    Der Auto spart nicht mit Häme, erklärt jedoch nicht, was eigentlich sachlich gegen "Fleischersatzprodukte" spricht. Ethische Vegetarier sind solche, welche durchaus gerne Fleisch essen würden, es aber aus Tierliebe nicht tun. Für solche Menschen sind Fleischersatzprodukte eine echte Erleichterung. Und insofern ist es also völlig OK, wenn jemand sein Sojaschnitzel auf den Grill wirft, weil es eben die Lust auf Fleisch genau so gut zu befriedigen weiß.
  6. #6

    Wow!

    Sie sprechen mir aus der Seele.
    Analogmittel, die so tun als schmeckten sie wie Lebensmittel!
    Braucht die indische Küche etwa Rinderersatz?
  7. #7

    Grundsätzlich ein guter Ideengang

    Allerdings gibt es ja verschiedene Arten von Vegetariern.
    Die einen verabscheuen z.b. lediglich den Geschmack, während andere generell die Massentierhaltung verabscheuen.
    Dass man sich als Vegetarier dennoch gerne etwas auf den Grill legen möchte, oder etwas festes zwischen den Zähnen haben möchte halte ich für nicht allzu schwer zu verstehen.
    Und selbst Vegetarier mögen noch längst nicht alles Gemüse, welches zum Braten/Grillen verwendbar ist.

    Schlussendlich würde ich nochmal in Frage stellen, in Welchem Hiwiladen Sie ihre vegetarischen Lebensmittel gekauft haben.

    Wenn man richtig einkauft, so war es bei mir, dann schmeckt einem auch als carnivores Lebeswesen ein vegetarisches Schnitzel.
  8. #8

    Ich stelle mir das in anderen Lebensbereichen vor: Wer sich gegen das Auto- und für das Radfahren entscheidet, schweißt sich doch auch keinen V8-Motor auf den Gepäckständer.
    Oh doch, gestern habe ich ein Velomobil (Liegedreirad mit Karosserie) gesehen, dass hinten Auspuffrohre aufgemalt hatte.
    Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich.

    Ansonsten sehr guter Artikel.
  9. #9

    V8 auf dem Gepäckträger...

    ...nicht gerade. Aber 'ne Spielkarte in den Speichen, dann klang das wenigstens wie ein Moped. Für uns Kinder der 80er gab's sogar entsprechendes Zubehör aus Plastik im Motoren-Look...


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