Vancouvers Küche: Schmelztiegel der Esskulturen

Lokale Zutaten, exotische Gerichte: Mit einem wilden Mix internationaler Kochstile überzeugt Vancouvers "Northwest Coast Cuisine" selbst verwöhnte Gourmets. Die sollten jedoch nicht an Straßenständen Snacks kaufen - denn dort warten Fastfood-Fallen namens Japa Dog oder Poutine.

http://www.spiegel.de/reise/fernweh/...677348,00.html
  1. #1

    Wie bitte?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Lokale Zutaten, exotische Gerichte: Mit einem wilden Mix internationaler Kochstile überzeugt Vancouvers "Northwest Coast Cuisine" selbst verwöhnte Gourmets. Die sollten jedoch nicht an Straßenständen Snacks kaufen - denn dort warten Fastfood-Fallen namens Japa Dog oder Poutine.
    http://www.spiegel.de/reise/fernweh/...677348,00.html
    vor allem im Yuppieviertel West End.
    Also das Westend ist alles andere als ein "Yuppieviertel". Hier leben so ziemlich alle zusammen, auch sehr viel alte und Junge Familien. Yuppies gibts ca. 10 Blocks Suedoestlich in Yaletown.
    Woher ich das weiss? Ich leb seit vier Jahren hier.
    Aber ja, in den letzten zwei Jahren sind einige Izykayas hierher gekommen, und seit einem Jahr viele Persisische, Arabische, Mittelmeer angehauchte Restaurants.
  2. #2

    Arrgll..

    "..Machte das Sinn? Eher nicht!"
    Möge man mir verzeihen, auch wenn das möglicherweise eins-zu-eins zitiert wurde, aber dieses andauernde "macht Sinn" ist mittlerweile eine echte Unsitte.
    Ich bin nun wahrlich kein Rechtschreibapostel (oder Rächdshraipapoßtl) und auch nicht anglophob, aber diese Reinumwandlung von englischen Begriffen und Definitionen ins Deutsche nimmt echt überhand.
    Gerade die schreibende Zunft sollte da zumindest etwas mehr darauf achten.
    Natürlich: Sprache lebt und wächst, aber dann sollte es Sinn enthalten und sich nicht zum Unsinn entwickeln.

    HotDog mit Teriyaki und Seetang?
    Warum nicht? Auch wenn es mir beim ersten Lesen die Fussnägel nach oben krümmte, ist es eine eigenartige Kombination, die ich probeweise mal "nachbauen" werde.
    Ob das wirklich "japanisch" schmeckt?

    Aber ganz pervers ist ja wohl "Poutine".
    Die Aufzählung der Komponenten des "Mahles" klingt eher nach püriertem Mensa-Resteessen als nach "cuisine canadienne".
    Man sollte vielleicht Labskaus im großen Stil (oder Labskaus am Stiel?) nach Kanada exportieren, das könnte sich als wahrer Gourmet-Schlager erweisen.
  3. #3

    Poutine und JapaDog

    Zitat von ritter-spon Beitrag anzeigen
    HotDog mit Teriyaki und Seetang?
    Warum nicht? Auch wenn es mir beim ersten Lesen die Fussnägel nach oben krümmte, ist es eine eigenartige Kombination, die ich probeweise mal "nachbauen" werde.
    Ob das wirklich "japanisch" schmeckt?
    Naja, es hat einen Japanischen beigeschmack. Wenn Du das wirklich nachbauen willst merke aber das die hier Rind in die Wurst tuen, nicht Schwein.

    Aber ganz pervers ist ja wohl "Poutine".
    Die Aufzählung der Komponenten des "Mahles" klingt eher nach püriertem Mensa-Resteessen als nach "cuisine canadienne".
    Man sollte vielleicht Labskaus im großen Stil (oder Labskaus am Stiel?) nach Kanada exportieren, das könnte sich als wahrer Gourmet-Schlager erweisen.
    Es gibt hier keine wirkliche Kanadische Kueche. Die Poutine (--> salopp mal als "Dreck" uebersetzt) ist wirklich... sagen wir schmierig.

    Was eine RICHTIGE Poutine ausmacht ist der richtige Kaese, und da wirst Du vermutlich schwierigkeiten haben den in Deutschland zu bekommen. Die meisten Laeden ausserhalb von Quebec die Poutine anbieten haben auch den Falschen Kaese (der richtige "quietscht" wenn man ihn isst).

    Aber: Wenn der Autor noch in Vancouver weilen sollte: Auf der Davie Street hat vor ein paar Wochen ein Restaurant aufgemacht das sich auf Poutine spezialisiert hat.
  4. #4

    Genau!

    Zitat von mkalus Beitrag anzeigen
    Also das Westend ist alles andere als ein "Yuppieviertel". Hier leben so ziemlich alle zusammen, auch sehr viel alte und Junge Familien. Yuppies gibts ca. 10 Blocks Suedoestlich in Yaletown.
    Woher ich das weiss? Ich leb seit vier Jahren hier.
    Aber ja, in den letzten zwei Jahren sind einige Izykayas hierher gekommen, und seit einem Jahr viele Persisische, Arabische, Mittelmeer angehauchte Restaurants.
    Da stimm ich voll und ganz zu! Ich wohne seit 5 Jahren im West End, welches hauptsaechlich ein Viertel ist, in dem die Vielfalt und Diversitaet Vancouvers zum Vorschein kommt: junge Leute und Familien, Paare, Singles, straight, gay, weiss, gelb, schwarz, braun... ist alles dabei. Das ist das tolle am West End - man wird einfach akzeptiert, egal woher man kommt oder welche sexuelle Praeferenz man hat. Yaletown hingegen, das eigentliche Yuppie Viertel, ist total anders, obwohl nur ein paar Blocks weiter: da kann man sich nicht mal zum Laden um die Ecke ohne Juicy Couture etc trauen, ohne bloed angeschaut zu werden...
  5. #5

    Poutine

    Zitat von ritter-spon Beitrag anzeigen
    "..Machte das Sinn? Eher nicht!"
    Möge man mir verzeihen, auch wenn das möglicherweise eins-zu-eins zitiert wurde, aber dieses andauernde "macht Sinn" ist mittlerweile eine echte Unsitte.
    Ich bin nun wahrlich kein .....
    Gratulation zum "Macht Sinn"-Kommentar, das sehe ich genauso.
    Zur Poutine muss ich sagen, ich bin selbst Europäer, aber ich mag sie. Vielleicht muss man einfach nur die richtige erwischen.
  6. #6

    Reichlich prahlerisch...

    Wie in jeder internationalen Großstadt muss man bei den Restaurants aufpassen, in Vancouver besonders. Von Gotham, Fishhouse, oder The Cannery habe ich von meinen kanadischen Bekannten nicht viel Gutes gehört, vor allem dass es dort zu teuer ist – wogegen Chambar oder Les Feaux Bourgeois beliebt sind, meine Tips aus eigener Erfahrung: „Guu with Garlic“ in der Robson Street (japanisch, exotische Atmosphäre, kleine Portionen, aber dafür auch nicht so teuer) oder „Provence Marinaside“ (Marinaside Crescent – preiswertes Eldorado für Meeresfrüchte-Fans).

    Von einer "Northwest Coast Cuisine“ zu sprechen, finde ich reichlich prahlerisch – das mag auf Vancouver und Umgebung noch ansatzweise zutreffen, doch sobald man sich nach Norden über Squamish in Richtung Prince George/Prince Rupert bewegt, gerät man trotz der wunderschönen Landschaft in die kulinarische Wüste. Die Kanadier sind merkwürdigerweise sehr stolz auf ihre Kochkünste, die allerdings von Europäern zumeist mit einem betretenen Lächeln quittiert werden und mit der Versicherung: „Delicious!“ Hinsichtlich der "Northwest Coast Cuisine“ fällt mir vor allem die traurige Unsitte auf, Meeresfrüchte dick zu panieren und sie dann bis an die Grenze der Genussfähigkeit zu fritieren, dazu gibt’s Pommes und als gemüsiges Higlight übersüßten Coleslaw – würg!