UV-Bestrahlung in Erfurt: Wada rudert in Blut-Affäre zurück

dapdDie Welt-Anti-Doping-Agentur hat in der Erfurter Blut-Affäre ihren guten Ruf aufs Spiel gesetzt. Im Gegensatz zu vorherigen Bekundungen kam die Wada nun zum Schluss, dass die Methode erst seit Januar 2011 verboten ist. Der weltweite Doping-Kampf könnte darunter leiden.

http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,830263,00.html
  1. #1

    Es ist doch nicht das erste mal das die WADA zurückrudert.
    Im Fall Krabbe endete es mit einer fetten Schadensersatzzahlung. Im Fall Pechstein wird es wohl noch dazu kommen.
    Selbst der Sperre von Contador kam doch nur durch extremen Druck zustande.

    Die WADA legt schon immer die Regeln extrem nach ihren Vorstellungen aus. Gerade im Radsport gibt es keine Unschuldsvermutung mehr, es sei denn man heißt Lance A. und kann vor amerikanischen Gerichten klagen - da werden dann doch Beweise benötigt und voreilige Beschuldigungen bleiben den Verantwortlichen im Halse stecken.


    Gleichbehandlung ist ein Fremdwort im internationalen Dopingkampf. Die einen prüft man nicht ( Fußball, Boxen) die nächsten behandelt man den Regeln nach ( Tischtennis) und die Radsportler sperrt man sofort.
    Der Pöbel muss nur applaudieren - dann war man auch gerecht.
  2. #2

    was alles so passiert,

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Welt-Anti-Doping-Agentur hat in der Erfurter Blut-Affäre ihren guten Ruf aufs Spiel gesetzt. Im Gegensatz zu vorherigen Bekundungen kam die Wada nun zum Schluss, dass die Methode erst seit Januar 2011 verboten ist. Der weltweite Doping-Kampf könnte darunter leiden.

    UV-Bestrahlung in Erfurt: Wada rudert in Blut-Affäre zurück - SPIEGEL ONLINE
    ein "fall" der aufgeblasen werden sollte,fällt in sich zusammen. wo sind denn die ganzen leute , die sportler und den arzt vorverurteilten ?
    die "jornalisten" ( inkl. sportschau ) die potential zum größten dopingskandal aller zeiten entdeckten und die "antidopingkämpfer" - entschuldigen die sich jetzt bei franke,pechstein und co. und eventuell auch bei uns, weils sie offensichtlich nur sche... erzählt haben? es passte ja soooo gut- ostarzt , pechstein, radfahrer und mal wieder , außer spesen nichts gewesen.
    "nur" der ruf des arztes und der betreffenden sportler ist ruiniert. wohl absichtlich?
  3. #3

    Bei der UV-Methode handelt es sich um eine wirkungslose Methode, die etwa vor 10 Jahren auch als sog. Igel-Leistung in allgemeinärztlichen Praxen angeboten wurde, und zu Recht von den Krankenkassen nicht übernommen wurde. Insofern macht sich die WADA lächerlich, wenn sie dagegen in gleicher Weise vorgeht wie etwas EPO-Doping. Der Rückzieher erspart ihr diese Peinlichkeit.
    Wenn den Sportlern diese Methode helfen sollte, dann beruht das lediglich auf dem Placebo-Effekt oder,alternativ dem Regression toward the mean-Effekt.
    In gleicher Weise könnte die Wada auch gegen Bachblütentherapie, Homöopathische Pillen oder auch eine psychologische Betreuung vorgehen, wobei letztere tatsächliche Wirkung zeigen dürfte. Sie sollte sich auf das tatsächliche Doping konzentrieren.
  4. #4

    Fakten statt Phantastereien

    Zitat von fussball11 Beitrag anzeigen
    Es ist doch nicht das erste mal das die WADA zurückrudert.
    Im Fall Krabbe endete es mit einer fetten Schadensersatzzahlung. Im Fall Pechstein wird es wohl noch dazu kommen.
    Wie bitte? Das ist Unfug. Damals gab es die WADA noch nicht.
  5. #5

    Endlich

    Nun hat sich also endlich die zutreffende sportrechtliche und medizinische Bewertung durchgesetzt, was musste man sich da vor einigen Wochen noch alles in diesem Forum an den Kopf werfen lassen. Nur den betroffenen Sportlern hilft das leider nicht mehr, selbst die Namen von reinen Amateur-U23-Fahrern sind durch sämtliche bundesdeutschen Gazetten gegangen und für die nächsten Jahre mit der Überschrift "Doping" verbunden. Wen interessiert da noch Wochen später die Korrekturmeldung?
  6. #6

    Zitat von stat_ist Beitrag anzeigen
    Bei der UV-Methode handelt es sich um eine wirkungslose Methode, die etwa vor 10 Jahren auch als sog. Igel-Leistung in allgemeinärztlichen Praxen angeboten wurde, und zu Recht von den Krankenkassen nicht übernommen wurde. Insofern macht sich die WADA lächerlich, wenn sie dagegen in gleicher Weise vorgeht wie etwas EPO-Doping. Der Rückzieher erspart ihr diese Peinlichkeit.
    Wenn den Sportlern diese Methode helfen sollte, dann beruht das lediglich auf dem Placebo-Effekt oder,alternativ dem Regression toward the mean-Effekt.
    (...)

    - Wenn die Methode keine Wirkung hat, warum hat sie dann Nebenwirkungen?

    - Nach der Wikipedia-Beschreibung soll diese Anwendung u.A. gegen (chronische) Entzündungen und Stoffwechselstörungen helfen. Ich vermute, daß viele Sportler daran leiden und viele dagegen wirksame Medikamente für sie verboten sind?

    - Wenn Eigenbluttherapie verboten ist und ein Sportler schneidet sich in den Finger, darf er dann an der Wunde lecken?

    Fragen über Fragen ...
  7. #7

    Begriffsklärung

    Zitat von weltoffener_realist Beitrag anzeigen
    Nun hat sich also endlich die zutreffende sportrechtliche und medizinische Bewertung durchgesetzt, was musste man sich da vor einigen Wochen noch alles in diesem Forum an den Kopf werfen lassen. Nur den betroffenen Sportlern hilft das leider nicht mehr, selbst die Namen von reinen Amateur-U23-Fahrern sind durch sämtliche bundesdeutschen Gazetten gegangen und für die nächsten Jahre mit der Überschrift "Doping" verbunden. Wen interessiert da noch Wochen später die Korrekturmeldung?
    Ich halte die neue Wende für nicht so überzeugend: Die aktiv Beteiligten haben sich doch von der extrakorporalen Blutbehandlung eine Verbesserung versprochen. Sonst hätten die Sportler das doch nicht gemacht.

    Mir kommt das so vor wie die Erklärung des Diebes, das die gestohlene Geldbörse ja leer war. Ist der Diebstahlsabsicht (Geld) dann ohne strafrechtlich ohne Belang?

    Ansonsten stößt man immer wieder auf Definitionsschwächen des Dopings. Die Bachblüten wurden hier erwähnt. Jede Behandlung, die den durch Sport ausgelösten Stress (im Extrem Verletzungen) schneller abbauen hilft, ist dopingverdächtig. Aber was ist dann bloße Nahrung?

    Die operationale Definition "Doping ist, was in der Dopingliste steht" ist ein Behelf, der nicht befriedigen kann.
  8. #8

    ...

    Zitat von hollo43 Beitrag anzeigen
    Ich halte die neue Wende für nicht so überzeugend: Die aktiv Beteiligten haben sich doch von der extrakorporalen Blutbehandlung eine Verbesserung versprochen. Sonst hätten die Sportler das doch nicht gemacht.
    Wenn Sie in der Hoffnung auf eine Verbesserung ein Glas Orangensaft trinken - in der irrtümlichen Annahme, es handele sich um strengstens verbotenes Doping - ist das eben auch nicht strafwürdig.

    Zitat von hollo43 Beitrag anzeigen
    Mir kommt das so vor wie die Erklärung des Diebes, das die gestohlene Geldbörse ja leer war. Ist der Diebstahlsabsicht (Geld) dann ohne strafrechtlich ohne Belang?
    Ihr Beispiel zieht nicht: Mit der leeren Geldbörse in der Hand ist der Diebstahl ja vollendet, nur hat er nicht den erhofften (Geld-)Ertrag gebracht :-) Hier aber ging es darum, ob bzw. ab wann die angewandte Methode verboten gewesen sei.

    Zitat von hollo43 Beitrag anzeigen
    Ansonsten stößt man immer wieder auf Definitionsschwächen des Dopings. Die Bachblüten wurden hier erwähnt. Jede Behandlung, die den durch Sport ausgelösten Stress (im Extrem Verletzungen) schneller abbauen hilft, ist dopingverdächtig. Aber was ist dann bloße Nahrung?
    Dann kann man auch fragen: Was ist dann guter Schlaf? Und ein Trainingslager? Was, wenn ich mich im Gegensatz zur Konkurrenz ausgewogen ernähre?

    Ungeachtet der Abgrenzungsschwierigkeiten ist es unerlässlich, zwischen "erlaubt" und "verboten" eine Grenze zu ziehen, sofern man den Sportlernachwuchs noch guten Gewissens auf eine Karriere als Leistungssportler zusteuern lassen will.

    Zitat von hollo43 Beitrag anzeigen
    Die operationale Definition "Doping ist, was in der Dopingliste steht" ist ein Behelf, der nicht befriedigen kann.
    Befriedigen kann er nicht, aber in diesem Falle kam es ja noch schlimmer: Die Medien traten die Falschmeldung breit, die UV-Behandlung sei zum fraglichen Zeitpunkt verboten gewesen und dabei war sie es nicht. Das hatte den "kleinen" Kollateralschaden zur Folge, dass die betroffenen Sportler seit Wochen und vielleicht noch in Zukunft als Doper gelten werden. Welcher Ottonormalleser interessiert sich dafür, dass die Methode ohnehin keinen leistungssteigernden Effekt besitzt?
  9. #9

    OK, Wada und Medien haben nen schlechten Job auf Kosten der Sportler gemacht. Mir zeigt der Fall: Sehr viele Sportler gehen an den Rand des Erlaubten und riskieren (bewusst) auch das Übertreten der Linie. Dagegen ist nichts zu sagen, aber warum machen Sie dann stets ein Geheimnis drum und erklären ihren Fans nicht einfach, womit sie ihre Topleistungen erwirken. Dann kann ich als Fan entscheiden, ob ich eine Pechstein noch cool finde, die Ihr Blut unter die UV-Lampe legt.