Beides - der Luxusshop und der Segensverkauf - sind aus christlicher Sicht schlicht nicht mehr nachvollziehbar.
Der Konsumwahn hat längst die Mauern des Vatikan überwunden und im Innersten seinen Tempel errichtet: Im Kirchensstaat gibt es persönliche Papstsegen im Angebot, Edelzigarren - oder Seiden-Negligés aus der Kollektion Perfectly Nude. Für wen eigentlich?
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,507440,00.html
Beides - der Luxusshop und der Segensverkauf - sind aus christlicher Sicht schlicht nicht mehr nachvollziehbar.
Wen hat das jetzt eigentlich überrascht? Das Religion in erster Linie eine einfache Methode ist, Geld zu scheffeln, ist seit ein paar tausend Jahren bekannt und wird mal mehr und mal weniger subtil, aber immer gerne, ausgeschlachtet.
Hat da nicht jemand vor einigen hundert Jahren ein paar Thesen irgendwo an die Wand genagelt, weil er meinte, dass da etwas schief läuft mit dem Klerus?
Es wird vielleicht Zeit für eine neue Reformation. Aber am besten löst man die Kirche gleich ganz auf, und verwendet deren Kapital zum Aufbau von Infrastruktur und für die Bildung bzw. Erziehung zur Familienplanung in der Dritten Welt.
Da bleibt wahrscheinlich noch etwas über. Das kann man dann bitteschön an die Kirchensteuerzahler zurücküberweisen. Für eine bessere Welt.
damit die naivsten ein wenig die Augen öffnen, obwohl sie wahrscheinlich aus obskuren Gründen ihrer Psyche daran glauben wollen.
Die katholische Kirche ist eine der ältesten Sekten der Welt.
Habemus possem? Ist das richtig?
... vertrieb damals die Händler aus dem Tempel? Warum eigentlich?
Seit längerem stoße ich über diese Kolumne, fliege über die Artikel und ich frage mich, weshalb sie ausschließlich die Katholische Kirche zum Thema hat. Warum wagen sich die Autoren nicht daran nicht nur diese Konfession aufs Korn zu nehmen sondern auch vielleicht die protestantische oder orthodoxe Kirche. Sind sie nicht witzig genug? Interessant wären auch Beiträge über fehlgeleitete buddistische Mönche oder heitere Geschichten aus der Welt des Hinduismus. Fehlt den Autoren schlicht das Wissen dazu? Wirkliches Aufsehen könnten Glossen aus der Welt des Islam erregen. Vielleicht ein kleines Sexgeschichtchen auf Lager? Nein? Oder fürchtet sich der SPIEGEL vor Anschlägen ultrafundamentaler Terroristen?
Die Existenz Kolumne zeigt, daß es zum einen wirklich einfach ist, sich über die Katholische Kirche und die Zustände im Vatikan lustig zu machen, da kein lauter Aufschrei droht. Sie zeigt auch das klare Feindbild der Autoren (und des SPIEGELS ?) oder deren Unwissenheit.
Die Artikelserie ist auf jeden Fall diskriminierend. Nie würde sich der Spiegel erlauben eine änliche Kolumne z.B. über die jüdische Religion zu veröffentlichen.
Nicht daß alles im katholischen Lager in Ordnung wäre, aber das ist es auch nicht in anderen Religionen und im Hause Spiegel wohl auch nicht.
Es stimmt mich schon hoffnungsvoll, wenn hier die Auflösung einer "Sekte" gefordert wird. Irgendwie scheint niemand mehr die bunt behangenen Besserwisser, die selbstgefälligen Erben der Inquisition so richtig zu mögen.
So zitiere ich an dieser Stelle gerne die Worte des Dalai Lama, die er jüngst beim Waldzell-Meeting im Stift Melk vor lauter christlichen, muslimischen und jüdischen Würdenträgern geäußert hat: Welchen Sinn der Glaube habe, wisse er nicht, bekannte der Ozean der Weisheit; viel wichtiger als Glaube seien Zweifel und kritische Fragen. Und säkulare Ethik sei ihm lieber als jede Religion.
Nicht ohne Genugtuung beschrieb der berichterstattende Spiegel-Redakteur die zähneknirschende Verzweiflung, mit der die hochrangigen Vertreter der orientalischen Schwanzvergleichsreligionen auf diesen Frevel des grinsenden Buddhistenmönchs reagierten. Im selben Artikel beobachtete der aufmerksame Journalist, dass die abrahamitischen Gelehrten im Gegensatz zu ihrem tibetischen Kollegen auf alle Fragen eine Antwort zu kennen glauben; zweifellos wird auch der Vatikan wieder in der vertrauten überheblichen Art die Frage nach dem Sinn eines Duty-Free-Shops für rotznäsige Diplomatennutten im Gottesstaat beantworten.
Aber sollte uns einfältigen Sterblichen nicht genau dies als entscheidendes Merkmal dienen, um Weisheit von Verblendung unterscheiden zu können: Der Weise zweifelt, während der Blender glaubt, allein er kenne die Wahrheit.
Lasst uns alle fleißige Termiten sein, die munter zweifelnd das Gebälk des "Hauses Gottes" zernagen, auf dass es eines Tages über den Köpfen der selbst ernannten Hausmeister einstürze!