Zitat von
Zephira
Das Bild vom "Edlen Wilden" ist antiquierter kolonialistischer Unsinn. Die Wirklichkeit sieht so aus, dass es durchaus Indianerstämme gab, welche ihre eigene Lebensgrundlage zerstörten - bloß haben die dann oft nicht überlebt. Das heißt, die angebliche "spirituelle Verbindung" mit der Natur war lediglich ein erzwungener Kompromiss, um über die Runden zu kommen. Analogien dazu findet man auch im europäischen Mittelalter: In der lange praktizierten Dreifelderwirtschaft beispielsweise wurde dem Boden ganz bewusst Gelegenheit gegeben, sich zu erholen, um langfristig erfolgreich Ackerbau betreiben zu können. Wenn man das nun esoterisch verbrämen wollte, könnte man auch Europäern Harmonie mit Flora und Fauna andichten anstatt es als kühle strategische Entscheidung zu werten. Merke: Märchen, Groschenromane und Hollywood sind keine seriöse Quelle für wissenschaftliche Bildung.
Sobald sich die Gelegenheit ergibt, wird die vermeintliche "Spiritualität" konsequenterweise eiligst über Bord geworfen. Und sei es für etwas Primitives wie Alkohol! Wenn von "Benachteiligung" gesprochen wird, sollte man daher immer genau nachhaken was damit gemeint ist. Nicht selten kommt dann nämlich das Argument "In dieser Gruppe finden sich viel mehr Drogenkonsumenten und Kriminelle. Also sind das Opfer!" Drogenabstinenz und Gesetzestreue werden damit zur Bringschuld der Gesellschaft erklärt anstatt als individuellen eigenverantwortlichen Entscheidung angesehen zu werden...