Merkwürdig. Wenn das Thema mit Bezug auf Jungs bis dato gar nicht untersucht wurde - woher will man denn wissen, daß sich der Beginn der Pubertät nach vorne verlegt hat?
CorbisBei Mädchen war es schon belegt, jetzt haben Forscher den Nachweis auch für Jungs erbracht: Junge Männer werden immer früher geschlechtsreif. Für die Studie hatten Kinderärzte mehr als 4000 Jungs auf die ersten Anzeichen der Pubertät untersucht. Über die Ursache können sie aber nur spekulieren.
http://www.spiegel.de/gesundheit/sex...-a-863678.html
Merkwürdig. Wenn das Thema mit Bezug auf Jungs bis dato gar nicht untersucht wurde - woher will man denn wissen, daß sich der Beginn der Pubertät nach vorne verlegt hat?
Wenn wir schon die Psychologie bemühen... wie wär's denn mit dem Ansatz, dass die USA eine Gesellschaft sind, die sich zwar krankhaft darum bemüht ihre Kinder vor allem zu beschützen, was teilweise seltsame Blüten treibt (Gewalt in den Medien ist okay, weibliche Brüste sind es nicht)... aber auf der anderen Seite Prominente zu Vorbildern hochstilisiert, die das Konzept des "körperlich erwachsenen Kindes" als funktionierenden Lebensstil erscheinen lassen?
"Die Welt ist böse, Kinder, ihr müsst beschützt werden, aber wenn ihr erstmal selbst erwachsen seid, dann könnt ihr genauso weitermachen... nur mit mehr Rechten."
Verantwortungsloses Benehmen, untaugliches Sozialverhalten, erstaunliche Begeisterung für Kraftausrücke, unterirdische Bildung, kein sozialer Zwang außer einem gelegentlichen "I love Jesus!"... wenn man jetzt noch den Sexualtrieb durch die Gier nach Spielzeug und Alkohol durch Süßigkeiten ersetzt, dann könnte ein Großteil der TV-Präsenz der Teens und Twens als geistige Kinder eingestuft werden.
Also wie wär's denn damit als Erklärung? Erwachsenwerden wird weniger als eine Zeit der Veränderung als der "verbesserten Kindheit" propagiert.
Vor Jahren las ich bei einem der alten Vollwertkost-Pioniere -- vielleicht war es Kollath, vielleicht auch Bircher-Benner oder Schnitzer-- von einer Hypothese norwegischer Schulärzte. Sie hatten Aufzeichnungen über die immer frühere erste Menstruation der Mädchen mit den Daten über den zunehmenden Zuckerkonsum pro Kopf verglichen und daraus die Vermutung abgeleitet, daß der Zucker es sein könne, der das Einsetzen der Pubertät beschleunige.
Die Studie verifiziert eigentlich nur das, was Kulturwissenschaftler längst wissen.
Beispielsweise kann man ab dem ausgehenden Mittelalter anhand der Kapellregister bei Knabenchören nachweisen, wann die Sänger aufgrund ihres Stimmbruchs aus dem Dienst ausschieden und an die Universitäten geschickt wurden. Zur Zeit der Renaissance geschah das ungefähr mit 18 Jahren. Für die Erkenntnis brauchte es also gar keine medizinische Studie.
"Während bei Mädchen etwa die erste Periode einfach dokumentiert werden kann, fehlt bei Jungs ein derartig eindeutiger Faktor."
Und Jungen bekommen etwa keinen Stimmbruch etc.? Hier zeigt sich mal wieder, dass die aktuelle medizinische Forschung feministisch optimiert ist.
Die Erkenntnislage bei der Behandlung von männerspezifischen Krankheiten ist ebenso dramatisch, aber Hauptsache eine Frauenquote...
Wissenschaftler können mit der einfachen Methode des Interviews recht zuverlässig die erforderlichen Daten ermitteln.
Und genauso, wie eine erwachsene Frau darüber Auskunft geben kann, wann ihre Menarche einsetzte (meist auf die Jahreszeit oder gar den Monat genau) kann ein Mann sagen- sofern er sich als Kind irgendwie mit seinem Genital auseinandergesetzt hat- wann der Haarwuchs begann oder sich das Scrotum rötlich färbte.
Nach den ersten sehr klischeehaften Sätzen in der Einleitung, wollte ich nachschauen welche Frau diesen Nichtsnutz-Artikel verfasst hat. Die Suche war erfolglos. Niemand zeichnet für diesen Lückenfüller verantwortlich. Hauptsache mal wieder was von einer "amerikanischen Studie" gelesen. Die nächste Rubrik mit dem "Sack Reis aus China" wird - natürlich ebenfalls von einer amerikanischen Denkfabrik gesponsorten Studie - folgen.
Wer Sarkasmus findet, darf ihn behalten