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US-Studie: Drohnenpiloten sind gestresst wie Kampfflieger

Getty ImagesKampfflieger haben nach ihren Einsätzen oft mentale Probleme, doch nun zeigt eine Studie der US-Streitkräfte: Den Piloten von Drohnen geht es ganz ähnlich - obwohl sie in der Heimat in sicheren Büroräumen arbeiten. Sie leiden an Depressionen und posttraumatischem Stress.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...-a-885144.html
  1. #1

    Das ist ja furchtbar! Die armen Drohnenpiloten mit ihrer 150%-nur militärische-Treffer-Erfolgsquote sind also genauso gestresst wie die glücklosen Helden, die Hochzeitsgesellschaften bombardieren?

    Wer hätte das gedacht? Vielleicht ist es gesünder, als Kollateralschaden umzukommen: Man ist zwar früher tot, dafür aber total ungestresst.

    Echt ey: Die armen Piloten. So'n Mist, aber auch, jetzt muss ich mich heute abend in den Schlaf weinen.
  2. #2

    Wirkt auf mich wie ein Versuch den öffentlichen Gegenwind zu entschärfen und diese neue Strategie nicht wie völlig "abstrahiertes" Töten wirken zu lassen.

    "Schließlich würden die Piloten der Drohnen sehen, was sie kaputt schießen"
    Wenn ich sowas lese frage ich mich aber auch, was das für zartbesaitete Leute sind, die sich da entschließen Soldat zu werden. Dass das kein Ponyhof-Besuch ist, sollte doch jedem klar sein.
  3. #3

    Ptsd

    Oft eine Umschreibung für Schuldgefühle. Wenn man sich die nicht freigegebenen Informationen der US-Regierung zusammenpuzzelt, sind schon ca. 3000 Zivilisten gestorben und in fast jedem Kampfeinsatz sterben Zivilisten. Logisch, wenn man eine Rakete mit enormer Sprengkraft in eine Struktur mit Menschen jagt, wo man Terroristen. Bei den sogenannten Signature Strikes können es auch mal 100 % Zivilistenquote sein. Wenn die Dronen mit ihren unscharfen Kameras z.b. etwas sehen, dass aussieht wie ein Gewehr greifen sie an. Dazu kommt noch das dual tab, also sie schiessen auf Helfer, die Verwundete bergen wollen, weil sie annehmen, das müssten Freunde der Terroristen sein. Interessant finde ich auch die Aufteilung der Arbeit. Es gibt den Spotter und den Shooter. Der Spotter oder Späher befielt immer dem Schützen abzudrücken. Das senkt die Hemmschwelle. Der Schütze sagt: "ich habe ja nur abgedrückt auf Befehl" Der Späher sagt: "Ich habe nicht abgedrückt."

    Bis Nachts die bösen Träume kommen.

    Aber nicht bei allen. Es ist eine Minderheit der Soldaten. Manche Menschen sind auch einfach wirklich nur böse. Z.B. John Brennan, der Chef der CIA, der diese Morde ständig verteidigt und sich gleichzeitig Katholik nennt. (PTSD kann man auch kriegen, wenn man in eine traumatische Situation gerät ohne eigenes Zutun. Aber das ist bei Drohnenpiloten nicht der Fall.)
  4. #4

    Wundert mich eigentlich nicht.

    Interessant ist die Frage, ob die Nähe zur Familie durch den Kriegseinsatz im Schichtdienst eher positiven oder eher negativen Einfluss hat? Könnte mir vorstellen, dass es die Situation nicht unbedingt einfacher macht, wenn die räumliche Dinstanz zum Kriegsschauplatz fehlt.
  5. #5

    ...

    Irgendwann kommt der Krieg auch zu denen nachhause ... nur leider wird es vermutlich eher unschuldigere Bürger treffen. Dieses Töten aus 100%iger Sicherheit ist amoralisch und gehört verboten. Erst wenn man sein eigenes Fell riskiert bemüht man sich hinreichend um die Frage, ob ein bestimmter Angriff auch wirklich sein muß und moralisch gerechtfertigt ist. Wenn nur Dollars auf dem Spiel stehen, fällt das Töten viel zu leicht. Wer sich für so einen "Job" hergibt, hat ganz andere mentale Probleme als "nur" PTSS, der sollte mal seinen Wertekompass neu justieren. Leider werden dadurch solche Abteilungen von Natur aus nur mit Leuten besetzt, die auf bestimmte Weise ticken. Am Ende landet sowas in Nürnberg und Den Haag.
  6. #6

    Kanonenkugeln reiten

    Zitat von vask Beitrag anzeigen
    "Schließlich würden die Piloten der Drohnen sehen, was sie kaputt schießen"
    Wenn ich sowas lese frage ich mich aber auch, was das für zartbesaitete Leute sind, die sich da entschließen Soldat zu werden. Dass das kein Ponyhof-Besuch ist, sollte doch jedem klar sein.
    Nicht mehr und nicht weniger zart besaitet als andere auch. Wo treffen Sie denn ihre Unterscheidungen? Der hau-drauf-Schwertkrieger ist es nicht, der am Bildschirm sitzt, denn der wird sich nicht einer jahrelangen, teuren und intellektuell hürdenreichen Ausbildung zum Piloten unterziehen können. Dafür reicht sein Grips nicht, und je mehr Grips, desto höher auch das Reflektionsvermögen.

    Sie gehen also zur Arbeit ins Büro und an den Rechner wie alle um Sie herum auch. Sie kommen nach der Arbeit nach Hause wie alle um Sie herum auch, und Ihre Frau hat gekocht. Fragt Ihr Sohn am Essenstisch: "What have you done today, papa?"
  7. #7

    das ist ja herzzerreissend!

    eine prise mitleid für die killer....
  8. #8

    optional

    @Trompetenmann: Stimmt! In dem Zeit-Artikel wurden zwei Hauptprobleme ausgemacht, wenn ich mich recht erinnere. 1. Die Drohnenpiloten und Ihre Rolle bzw. Verantwortung wird selbst in der Army nur stiefmütterlich behandelt (im Unterschied zu Fighter-Piloten). Es findet also kein oder kaum Debriefing statt, etc. Der zweite Grund ist dann tatsächlich, nach dem Dienst nach Hause zu fahren und mit den Kindern zu spielen, als ob nichts wäre. Also auch wenn diese Drohnenpiloten ohne unmittelbare Gefahr für das eigene Leben ihre Arbeit verrichten, sind sie im Krieg und doch wieder nicht.
  9. #9

    optional

    @quark: So einfach ist es offenbar doch nicht. Vielleicht wird ihnen doch bewusst, dass es nicht einfach nur joystick und abdrücken ist. Der Wertekompass oder der Rest davon schlägt dann im Unterbewusstsein zu und sorgt für Schuldgefühle, Panikattacken, PTSD etc.


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