Zitat von
spiderwoman_007
Vorab: Die Netzneutralität muss gewahrt bleiben. Dennoch, scheinen hier nur Menschen zu schreiben, die in Großstädten wohnen und mit Bandbreite bestens versorgt sind.
Vor zwei Jahren, damals arbeitete ich noch als Web-Entwicklerin, zog ich aus der Großstadt aufs Land. Schlappe 40 km entfernt von eben jener Großstadt.
Wenn 2010 der Infarkt des Internets droht, leidet es hier schon aufs heftigste an Arteriosklerose.
Als Web-Entwicklerin arbeite ich nicht mehr, das macht hier keinen Spaß. Sind in der Großstadt mittlerweile Bandbreiten von bis zu 16 Mb möglich, in der nächst größeren Stadt sind immerhin noch 6 Mb, so gibt es hier für wenige DSL 3000, der Nachbar daneben kriegt aber gar kein DSL mehr, weil das Netz ausgereizt ist, oder wie ich nur 1024 Mbit/s maximal. Die Kabel, die hier in der Erde liegen, sind total marode und geben nicht mehr her. Doch getan wird nichts. Die Netzneutralität wird hier zur Farce, der Kunde selbst schon lange nicht mehr gleich behandelt. You Tube Videos gestreamt anzusehen, ist nur gestückelt möglich mit minutenlangen Unterbrechungen, gleiches gilt auch für die hübschen Flashvideos hier in Spiegel Online. Für weniger Leistung zahle ich aber genauso viel wie mein mit DSL 3000 „verwöhnter“ Nachbar. Und die Flatrate kostet trotzdem satte 3 Euro mehr als in der Stadt. Ich fühle mich diskriminiert. Mehr noch, das Ganze hat für mich auch eine soziale Komponente: Kinder die hier aufwachsen, können das Bildungsangebot im Internet nicht so nutzen wie Stadtkinder, Heimarbeitsplätze, für die der Datentransfer übers Internet notwendig ist, lassen sich, wie ich selbst leidvoll erfahren musste, schlecht etablieren, Firmen siedeln sich erst gar nicht an, keine Chance für mehr Arbeitsplätze.
Schade, dass der Spiegel sich dieses Themas nicht annimmt.