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US-Soldat Bales: Amerika rätselt über den Amokläufer von Najib Yan

AP/ DVIDSRobert Bales wird als sanfmütiger Familienvater beschrieben, als umsichtiger Soldat - und doch erschoss er 16 afghanische Zivilisten. Nun rätselt das ganze Land, was den Amokläufer trieb. Eheprobleme und Alkohol, lässt die US-Armee verlauten. Sein Anwalt sagt: Der Krieg hat ihn kaputtgemacht.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...821902,00.html
  1. #160

    Erbsünde

    Zitat von zerberus und co. Beitrag anzeigen
    Das klingt doch großartig!!und absolut abgesichert durch Wissenschaft und Forschung.
    Denn ist es ja geradezu ein Verstoß gegen die Gesetze der Evolution, keinen Krieg zu führen!

    Also weg mit dem Friedensnobelpreis für besondere Verdienste um den Frieden und her mit der Darwinmedaille fürdie größten Kriegstreiber.
    Wo Kriege doch zudem auch noch Arbeitsplätze schaffen, der Überbevölkerung entgegenwirken, Wissenschaft und Technik fördern und uns für den alltäglichen bellum omnium contra omnes richtig fit und sexy machen: Das gewisse Ebbes vom alten Hobbes.
    Wenn Sie jemanden, der darauf hinweist, dass sich ausnahmslos Menschenarten mit Gesellschaften durchgesetzt haben, die bereit und in der Lage sind, unter gewissen Umständen Krieg zu führen, als Kriegstreiber denunzieren, dokumentieren Sie damit eine weitere unangenehme menschliche Eigenart: Überbringer schlechter Nachrichten werden mit dieser identifiziert. Bei letzterem bin ich mir aber über den Anpassungswert nicht so ganz im Klaren. Könnte sich auch um reine Charakterschwäche handeln.

    [/QUOTE] Nur mal am Rande aus purer Neugierde: Woher haben Sie das denn mit dem Krieg als "sogenannter evolutionär stabiler Strategie"?
    Vielleicht die überarbeitete Fassung von "Mein Kampf"?[/QUOTE]

    "ESS" ist ein Terminus aus der Evolutionsbiologie. Er beschreibt Verhaltensmuster, die sich über die Generationen in einer Population stabil erhalten.

    Die Historikerund Anthropologen jedenfalls glauben ziemlich sicher zu wissen, dass Krieg in der Menschheitsgeschichte eine relativ junge Veranstaltung ist und dass der "moderne" Vernichtungskrieg schon aus rein technischen Gründen zu den allerjüngsten Entwicklungen gehört.
    Ziemlich sicher, aha! Naja, relativ ist relativ. Seit es staatenähnliche Gebilde gibt, gibt es jedenfalls Kriege im heutigen Sinne. Dass sind schon so 6000 Jahre. Wenn Sie die prähistorischen Stammesfehden dazurechnen...

    Zu den stabilen Strategien der Apologeten des Krieges gehört es allerdings zweifellos, ihn als naturgegeben darzustellen, obwohl er evolutionsstrategisch überhaupt nicht ins Programm passt.
    Evolution verfolgt weder eine Strategie noch ein Programm. Sie manifestiert sich in der Anpassung von Lebewesen an die Umwelt durch Variabilität und Selektion.

    So einfältig, sich selbst als Spezies der Gefahr der Vernichtung auszusetzen, scheint allerdings in der Natur im wesentlichen (als offenbar missglückt das Experiment der Evolution) nur der Mensch zu sein, der sich sein eigenes Ende selbst verschafft und das auch noch zur Natur erklärt.
    Evolution experimentiert auch nicht. Sie ist blind gegenüber der Zukunft. Ein jetzt vorteilhaftes Merkmal, kann unter sich ändernden Verhältnissen durchaus auch zum Untergang einer Spezies führen und umgekehrt. Die Bandbreite der menschlichen Agressionsbereitschaft jedenfalls scheint bisher nicht dazu zu gehören, da sie ohne negative Auswirkung auf die Demographie ist.

    Wer Kriege aus der Welt schaffen will, muss sich den Realitäten stellen.
  2. #161

    Balkenkreuz

    Zitat von alafesh Beitrag anzeigen
    ...
    Und jetzt? Gibt es irgendetwas, worauf "unsere Jungs" jetzt stolz sein können? Deutschland verpißt sich, während die Frauen wieder unter der Burka und die Mächen aus den Schulen verschwinden.

    Von mir aus hätten wir ihnen das alles ersparen können.
    Sie haben es unter Einsatz ihres Lebens versucht, darauf können sie natürlich stolz sein. Sie haben ihr Leben riskiert, und tun es noch. Nicht nur für ihr Land und den Westen, sondern auch für eine freie Afghanische Zivilgesellschaft. Kein Wehrmachtssoldat kann da mithalten. Immerhin.
  3. #162

    Sanftmütig. Warum denn nicht?

    Zitat von moskau6 Beitrag anzeigen
    Wie kann man einen Mann als sanftmütigen Familienvater bezeichnen, der freiwillig in den Krieg zieht? Das begreife ich nie und nimmer.
    Ein Mann der sanftmütig und Familienvater ist, der IST ein sanftmütiger Familenvater. Denken Sie etwa, dass ein Mann, der (aus welchen Gründen auch immer) den Soldatenberuf ergriffen hat, zu Hause als Wüterich Frau und Kinder schlagen muss?
  4. #163

    xxxx

    Zitat von Kirk70 Beitrag anzeigen
    Ich habe jedes Verständnis für Menschen, die Krieg nicht mehr aushalten. Aber da geht Mann, oder fängt das saufen an oder bringt sich um. Aber Massenmord an Kindern und anderen ist psychopathisch.
    Ich denke nach vier Einsätzen in einer Umgebung in der JEDER potentieller Feind sein kann. Bedrohung 24/7.
    Der kleine Junge der Heute noch freudestrahlend ein Bonbon in Empfang nimmt, zündet vieleicht Morgen die Bombe die deine Kameraden zerfetzt.
    Fast schon normal das man in solch einer Umgebung nach Jahren zum Psychopathen wird.
    Im Grunde ein Wunder das man nicht im Wochentakt mit solchen Meldungen zugeworfen wird.
  5. #164

    Zitat von ofelas Beitrag anzeigen
    Dann haette er nicht in der Armee sein duerfen
    Man sollte als Soldat darauf vertrauen dürfen, dass man maximal zur Landesverteidigung eingesetzt wird. Selbst ein millionenfacher Genozid dürfte zu keinem US-Einsatz führen. Nicht die Soldaten sind also anzuprangern, sondern die Politik.
  6. #165

    Gefühl und Härte

    Zitat von zerberus und co. Beitrag anzeigen
    ... es sind – das hat Milgram gezeigt – mehr oder minder wirksame Strategien, die sehr hohe Schwelle des Tötungsverbotes ein bisschen zu erklimmen und mit dem Gedanken zu spielen, sie zu überwinden.
    Damit aber wird die Existenz dieser Schwelle geradezu bestätigt.
    Das stimmt. Die Schwelle war aber auch nicht Infrage gestellt, sondern die reale Möglichkeit sie selbst bei völlig harmlosen Menschen leicht mit ein Paar psychologischen Tricks überwinden zu können. Das Tötungsverbot wurde damit ja recht spektakulär als relativ bestätigt.

    Gerade die Evolutionsforschung hat in jüngster Zeit gezeigt und bestätigt, was auch bei Darwin (entgegen allerhand missbräuchlicher Inanspruchnahme seinerForschung) schon angesprochen war, dass die Fähigkeit zum Mit-Gefühl mit dem anderen Angehörigen der eigenen Spezies die Grundlage von Zivilisation ist.
    Sicher, aber auch das ist zweischneidig. Mitgefühl mit jemandem empfinden zu können bedeutet ebenso, Spekulationen über seine
    Motivation anzustellen. Das ist nicht zwingend konfliktmindernd, nicht wahr?
    Siegmund Freud hat das schöne Bild geprägt: Es könne der als Erfinder der Zivilisation gelten, der als erster statt eines Speers ein Schimpfwort gegen seinen Gegner geschleudert habe.
    Das ändert nichts daran, dass wir noch genügend aggressives Potenzial in uns haben, um die Schwelle gänzlich zu negieren.
    Es spricht für die Verschwurbeltheit von Siegmund Freud, dass er annahm, der erste Speer flog vor dem ersten Schimpfwort. "Erst nachdem ich einen Bierseidl übergezogen bekam, sagte ich du Depp zu ihm, Herr Richter".
  7. #166

    Unwichtig ? Ansichtssache

    Zitat von Kirk70 Beitrag anzeigen
    Ihre Detailaufmerksamkeit in Ehren. Es ändert nichts an den von Ihnen betonten Fakten. Ich finde bei dem Verbrechen auf diese unwichtigen Details hinzuweisen sehr eigenartig.
    Diese Details bringen einen zumindest auf den Gedanken, darüber nachzudenken, ob denn wirklich nur ein einzelner Täter für dieses Verbrechen verantwortlich sein kann. Oder ob man daraus andere Schlüsse ziehen und andere Erklärungen finden kann.
  8. #167

    Irak Krieg war schon in Planung

    Zitat von hdwinkel Beitrag anzeigen
    Glauben Sie im ernst, daß Leute wie Cheney und Rumsfeld nur auf politische Ereignisse reagiert hätten, und den Krieg quasi führen mussten?
    Das wollte die amerikanische Administration der Weltbevölkerung mit den ganzen Lügen von angeblichen Massenvernichtungswaffen sicher weismachen. Aber als ziemlich sicher kann gelten, daß sie diesen Krieg bewußt angezettelt haben. Und auch wenn es eine Binse ist, es lohnt ein Blick auf die Profiteure, um das zu verstehen. Der Euro sei Ihnen geschenkt.
    Rumsfeld hat anlässlich einer Rede zum 10ten Jahrestag eigestanden, der Irakkrieg sei schon länger in Planung gewesen. Man habe nur auf einen Anlass gewartet. Es lohnt sich in diesem Zusammenhang die engl Wiki zu lesen zu dieser Person.
  9. #168

    Amerika rätselt über den Amokläufer von Najib Yan

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Robert Bales wird als sanfmütiger Familienvater beschrieben, als umsichtiger Soldat - und doch erschoss er 16 afghanische Zivilisten. Nun rätselt das ganze Land, was den Amokläufer trieb. Eheprobleme und Alkohol, lässt die US-Armee verlauten. Sein Anwalt sagt: Der Krieg hat ihn kaputtgemacht.

    US-Soldat*Bales: Amerika rätselt über den Amokläufer von Najib Yan - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Ich kann die grenzenlose Frustration und den Hass der amerikanischen Soldaten auf das afghanische Volk nachvollziehen. Die Amerikaner sind Freiwild in Afghanistan. Sie kämpfen gegen einen unsichtbaren Gegner. Jeder Afghane, jede Frau, jeder Jugendliche kann eine Bombe unter dem Gewand tragen, jedes Auto am Straßenrand kann eine Sprengfalle sein. Wer Amerikaner getötet hat, gilt als Held, strafrechtliche Konsequenzen muss er nicht fürchten. Natürlich ist das keine Rechtfertigung für einen solchen Amoklauf, aber das afghanische Volk sollte sich trotzdem fragen, wie viel Schuld es selbst an einer solchen Entwicklung hat.
    Nach der Vertreibung der Taliban von der Macht hatte Afghanistan alle Möglichkeiten auf eine friedliche, demokratische Entwicklung. Dieses Volk hat sie nicht genutzt. Stattdessen hat es vorgezogen, gegen die „ungläubigen Hunde“ zu kämpfen, weil die männlichen Afghanen den Verlust ihres archaischen muslimischen Patriarchats fürchteten. Die wieder erstarkten Taliban können nur deshalb so ungestört agieren, weil sie aus dem Volk heraus wirken können.
    Alle ausländischen Truppen sollten das Land schnellstens verlassen. Dieses Volk hat es nicht verdient, dass man ihm hilft.
  10. #169

    um nicht einseitig zu sein...

    Zitat von Grafsteiner Beitrag anzeigen
    und ist losgerannt.

    Die US-Army drillt ihre Elitekämpfer wie Bluthunde.
    ... das macht jedes Land so!

    Und des Rest "macht" der krieg selbst. Ich denke, keiner von uns kann sich vorstellen, was in einem Krieg in einem Menschen vorgeht - egal ob Zivilist, Soldat, Partisan usw.
    Deshalb: vorsichtig sein mit schlauen Sprüchen und einfach dankbar und demütig sein, daß uns dieser Wahnsinn erspart bleibt. Wer weiss, zu was wir vielleicht fähig wären...








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