DPALehrer in Tennessee können künftig Evolutionslehre und Klimawandel in Frage stellen, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Der Gouverneur des US-Bundesstaats ließ ein entsprechendes Gesetz passieren - trotz heftiger Proteste.
US-Schulen: Lehrer in Tennessee dürfen Evolution*anzweifeln - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL
...ist die Ansage des Gesetzestextes ja aller Ehren wert, wenn Lehrer "Schülern dabei (...) helfen, die wissenschaftlichen Stärken und Schwächen von bestehenden wissenschaftlichen Theorien, die im Unterricht behandelt werden, zu verstehen, zu analysieren, zu kritisieren und objektiv zu beurteilen". Von einem wissenschaftstheoretischen Standpunkt aus muss das eigentlich eines der zentralen Ziele der naturwissenschaftlichen Bildung sein.
Das heißt auch: Ja, ich darf (eigentlich: muss!) Evolution anzweifeln und Klimaerwärmung. Ich muss dann aber auch wissenschaftlich weiter argumentieren und eingestehen (oder zulassen), dass keine andere wissenschaftliche Theorie besser in der Lage ist, von einem objektiven (so steht's ja im Gesetz!) Standpunkt aus die biologischen Befunde und langfristigen Wetterdaten zu erklären. Mit "der liebe Gott wollte das halt so" ist es da nicht getan.
Insbesondere für Kinder und Jugendliche in den unteren und mittleren Klassen ist ein derartig differenziertes Herangehen aber nur schwer begreiflich zu machen. Hierin offenbart sich die Subtilität der Gesetzesinitiative: Kinder werden im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Gedanken gezielt verunsichert, vor allem in Bezug auf die vermeintlich kontroversen Themen.
Um zu vermeiden, dass nicht die hehre Wissenschaftstheorie im Unterricht problematisiert wird, sondern dass eine bestimmte konservativ-religiös-fundamentalistische Agenda hinter dem Gesetz steckt, könnte man die Argumentation ironisch überhöhen und im Unterricht auch gezielt Theorien problematisieren, die von der fundamentalistischen Seite als gegeben hingenommen oder akzeptiert werden ("Der Kreislauf des Wassers", "Es gibt nur vier Elemente", "2+2=5", "Die Welt wurde vom Flying Spaghetti Monster erschaffen", "Steuersenkungen und Subventionen für die Reichen schaffen Arbeitsplätze", "Schwere Steine fallen auf der Erde nach unten"...)
So ist das halt mit der Meinungsfreiheit...
Solange es eben gesetzlich NICHT verboten ist, an den Klimawandel und die Evolutionslehre NICHT zu glauben, sollte man diesen Spinnern ihren Glauben lassen.
Wenn diese in der Lage sein sollten, die öffentliche Meinung in ihrem Wahlkreis auf ihre Seite zu ziehen, tja das ist halt Demokratie „von ihrer schlechten Seite“...
Der Spiegel Artikel hilft der Wissenschaft ja nun garnicht weiter.
Wie hier schon gesagt wurde, was ist an Zweifel falsch. Zweifel ist die Grundlage der Wissenschaft: Ich weiß dass ich nichts weiß.
Desweiteren ist in der Wissenschafts nichts erwiesen, es gibt keine Wahrheiten. Genau das ist ja der Trugschluss der Kreationisten z.b..
Es gibt in der Wissenschaft Theorien und Modelle die die Welt erklären so gut wie wir das im Moment können. Kommt Morgen einer der es besser kann, dann ist das das neue Modell.
Die Kreationisten die glauben sie hätten die absolute Wahrheit gepachtet und damit müssen sie sie auch nicht erklären, es steht halt einfach in der Bibel (was ja auch schon nicht stimmt aber gut sehen wir darüber hinweg).
Im übrigen kann man das auch Schülern der Mittelstufe schon entsprechend begreifbar machen.
Man sollte bitte mit Begriffen gerade in dem Bereich sauber umgehen.
Zweifel ist die Grundlage der Wissenschaft: Ich weiß dass ich nichts weiß.
Finden Sie aber vielleicht auch , dass WISSENschaft doch einiges WISSEN sollte, um überhaupt glaubwürdig zu erscheinen? Doch, Wissen ist ganz gut.
Dieses Modell von morgen wird nicht so gravierend anders aussehen als das von heute. Weil EINER immer eineR und eineR und eineR sein wird, der auch an Wunder glauben muss. Anders könnte er soviel Wissen der gesamten Menschheit wohl auch gar nicht mehr ertragen.
Vielleicht lassen wir es soweit mit der Vorgängersuche. Es erscheint relativ vernünftig, nicht ernsthaft bis ganz zum Anfang zu forschen.
"Ich habe die Schlüssel des Todes und des Ungewahrten (Unwahrnehmbaren)." ... sagt die Bibel. Klingt das etwa nicht bedrohlich genug? Stellen Sie sich vor, jemand würde etwas Un-wahrnehmbares wahrnehmen.
Und das geht sowieso nicht.
Denn: ... wo keine Wahr-heit, da keine Wahr-nehmung.
Keine. Nirgends.
Wichtiger als Wissen ist aber zu wissen was man nicht weiß. Wikipedia sagt es ganz schön:
Ich weiß, dass ich nichts weiß
"Ein sicheres Wissen findet man bei den Menschen grundsätzlich nicht, deshalb kann man von seinen Ansichten nur vorläufig überzeugt sein."
Natürlich weiß Wissenschaft etwas und die Evolutionstheorie ist ja durch Ecperimente belegt in ihrer Wirksamkeit best. Vorgänge zu beschreiben. Experimente sind aber im Grunde auch keine Beweise im Sinne einer endgültigen Wahrheit. Das ist sicher aber auch nicht so einfach zu verstehen. Experimente belegen nur, das gewisse Dinge unter gewissen Vorraussetzungen funktionieren.
Ich wollte auch keineswegs behaupten dass Wissenschaft sinnlos ist, sondern darauf hinweisen, dass Wissenschaft keine Wahrheiten transportiert und nicht endgültig ist. Was auch in dem Spiegel Artikel im grunde wieder behauptet wird."obwohl beides als wissenschaftlich erwiesen gilt."
Weil genau das ja die Argumentation der Kreationisten ist, dass man behauptet Wissenschaft würde etwas zur absoluten Wahrheit erklären, was diese aber gar nicht tut.