Das "riesige Ölfeld Prinovozemelskiy" stellt also 35.000.000.000 Barrel bereit. (35 Milliarden)
Laut IAE.org (http://omrpublic.iea.org/world/wb_wodem.pdf) beträgt der Ölverbrauch pro Tag ca. 90.000.000 Barrel (90 Millionen)
Eine einfache Bruchrechnung ergibt: 400 Tage. Also etwa 13 Monate. (Technisch bedingt kann aber nie das ganze Ölfeld komplett ausgeschöpft werden)
Auch wenn aller paar Monate Jubelmeldungen über neuentdeckte Ölfelder auftauchen, neigt sich das Ölzeitalter unaufhaltsam dem Ende zu. Die Exploration und Ausbeutung der Ressourcen werden immer teurer und risikoreicher.
Das erste Totenglöckchen wird läuten, wenn das saudi-arabische Feld Ghawar schwächeln wird. (was nach manchen Meinungen schon heute der Fall ist, aber nicht zugegeben wird)
Grundsätzlich glaube ich, dass es in der Marktwirtschaft keine vernünftige Ressourcensteuerung geben kann und wird. Wenn man sich überlegt, dass von der Plastiktüte bis zum Arzneimittel quasi fast alle Produkte Erdöl in der ein oder anderen Form beinhalten (man schaue sich mal auf seinem Schreibtisch um), dann kann man es durchaus als pathologisch bezeichnen, dieses äusserst kostbare Gut, an welchem das zivilisierte Überleben von 7 Mrd Menschen abhängt, durch westlich-dekadente Egomanen in ihren 15Ltr-SUVs legal zu sogenannten "Marktpreisen" verschwenden zu lassen.
Eine weitere "Glanzleistung" der Marktwirtschaft ist zudem sicherlich auch die Demontage der Güter-Bahninfrastruktur und Verschiebung auf die Strasse. ("Just-in-time"-Produktion) LKW-Spritverbrauch: 30-40 Ltr Diesel auf 100KM.
Dies wird unter dem Stichwort "Globalisierung" als unabwendbare Normalität verkauft.
Ich glaube, wir werden noch zu unseren Lebzeiten einen seit dem zweiten Weltkrieg nie dagewesenen Wohlstands- und Bequemlichkeitsverlust erleben. Aber ein System, das den jetzt durch Umweltschäden ermöglichten Zugang zur Arktis verwendet, um triumphierend kaltlächelnd noch die allerletzten Naturparadiese zu zerstören, hat es nicht anders verdient. Wie "Dinosaurier" kann man zu diesem Verhalten nicht sagen, denn diese beherrschten die Erde nicht nur mickrige 150.000 Jahre, sondern Jahrmillionen. Man braucht kein Pessimist zu sein, um der Menschheit diese Ausdauer abzusprechen. Aber wie sagen unsere Götter aus Finanz- und Wirtschaftstheorie so schön: "in the long run, we're all dead".
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