APVon Rechtsaußen verehrt, von den Linken verteufelt, vom republikanischen Establishment gefürchtet: Tea-Party-Senator Ted Cruz provoziert und sagt Nein, wo er nur kann. Der 42-Jährige verkörpert den Stillstand in der US-Politik.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-884140.html
@deus-Lo-vult: Eine Frage des Massstabs. Im Vergleich mit Herrn Cruz ist der Governor von New Jersey, Chris Christie, durchaus als normal anzusehen. Wenngleich verbale Ausfaelligkeiten gegen Andersdenkende (selbst gegen jene aus der eigenen Partei) allzuoft uebers Ziel hinaus schiessen.
Nein. Sie glauben inzwischen ihre eigene Propaganda. So Dinge wie "Meinungsumfragen sagen Romney-Wahlsieg voraus."
Sie glauben, das Defizit ist das größte Problem Amerikas.
Sie glauben, hohe Unternehmenssteuern halten die Unternehmen zurück.
Sie glauben, die Staatsausgaben seien unter Obama gestiegen.
Sie glauben das alles, und alles ist falsch.
Es gibt durchaus noch ein paar, bei denen man den Eindruck hat "Noch ist die Partei nicht verloren!". Chris Christie zum Beispiel. Bietet parteiinternen Hardlinern die Stirn und denkt (meistens) erst an seine Verpflichtungen als Politiker und erst danach an Parteipolitik.
Dann gibt's noch ein paar, die in Teilbereichen mehr Verstand zeigen als der komplette Rest Washingtons (z.B. Ron Paul in puncto Außenpolitik), aber sich durch Schwachsinn in anderen Bereichen disqualifizieren (z.B. Ron Paul in puncto Sozialpolitik). Und einen kolossalen Haufen gewaltiger, lauter Spinner.
Insgesamt gesehen muss man leider sagen, dass das politische System in den USA spätestens seit Bush wortwörtlich "ver-rückt" ist. Die Republikaner bewegen sich immer mehr nach rechts außen, und die Demokraten folgen ihnen, in dem Bestreben, Kompromisse zu wahren.
Parteipolitik, Spaltungstaktik und Widerspruch als politischer Selbstzweck, die besonders in der Ära Obama massiv zunahmen, haben ihr übriges getan, die Politk weiter zu entzweien.
Was die politische Kultur der USA wirklich nötig hätte, wäre eine große linke Partei. Aber da linke Ideologie dort fast synonym für "amerikahassender Atheistenkinderschänderterroristenfalschparker" ist, wird das nicht passieren. Oder wie Jemand klügeres das mal ausgedrückt hat: "There'll never be socialsm in america. Because americans don't see themselves as poor. They see themselves a temporarily inconvenienced millionaires."
... sind - sobald sie selbst in Verantwortung stehen - meistens nicht einmal in der Lage, klar zu benennen, was sie SELBST eigentlich unter einem "JA" verstehen.
Das ist mithin der Grund für die katastrophalen Bilanzen von von erzkonservativen Betonköpfen mit steinzeitlich-zementierten Weltbildern.
Ich gehe davon aus, dass der Großteil der republikanischen Bürgermeister, Stadträte, Abgeordneten oder auch Gouverneure und Senatoren sich recht unspektakulär verhält und politisches Tagesgeschäft verrichtet. Das ist aber Alltag, eine Meldung in einem europäischen Portal oder einem Nachrichtenmagazin erlangt man damit nicht. Der Text selbst gibt ja auch Hinweise darauf, dass dieser Politiker auch parteiintern als Problemfall aufgefasst wird. Im Prinzip geht die Politik in den USA von Konsensmodellen aus, von der Einigung in Sachfragen bei unterschiedlicher politischer Auffassung. Reine Obstruktionshaltung ist dabei eine Ausnahme. Und diese Ausnahme macht eben den dargestellten Politiker so interessant, dass er einen Artikel in diesem Portal bekommt.
Es ist die Medienwelt, sie schafft ihre eigene Form der Realität. Es ist richtig, wenn vielfach vor allem auffallende oder polarisierende Vertreter einer Partei in den hiesigen Medien auftauchen, dann entsteht der im ersten Beitrag genannte Eindruck. Doch würde ich ihn nicht als repräsentativ für die gesamte republikanische Partie betrachten. Wohl aber als Repräsentant eines militanten Teils der Partei, der jeglichem anderen Entwurf, ob politisch oder gesellschaftlich, mit unversöhnlicher Ablehnung begegnet.
Und man dachte, mehr Selbstdemontierung ist nicht möglich ...
Man kann zu Obama stehen wie man will, aber er wurde wiedergewählt. Und auch wenn man nicht immer alles gut oder schlecht findet, was in Washington passiert, so ist der Kompromiss das oberste Gebot einer Demokratie, in den USA noch mehr als in Deutschland. "Checks and balances" klappt nicht mit notorischen Nein-Sagern, welche mich immer irgendwie an kleine Kinder erinnern, denen früher nie jemand zugehört hat, sich aber jetzt freuen, mal ein bisschen Macht auspielen zu dürfen.