US-Präsidentschaftswahl 2012: Schlammschlacht im Spielerparadies

So viel Aggressivität war nie: Bei ihrer Debatte in Las Vegas gingen die Präsidentschaftsanwärter der US-Republikaner mit aller Schärfe aufeinander los. Rick Perry, einstiger Favorit, dessen Stern rapide*fällt, lieferte seinem*schärfsten Widersacher Mitt Romney unfreiwillig etliche Steilvorlagen.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...792651,00.html
  1. #10

    The American Way of Life

    Ich werde das Gefühl nicht los, dass die Amerikaner noch fest im Sattel sitzen werden, wenn hierzulande die Tankstellen trocken, die Supermärkte leer und die Wohnungen kalt und dunkel geworden sind. Zwar steckt das Geburtsland der pc-doktrin momentan verdammt tief in der Scheisse, aber die haben Kraft, die Amis. Neue, starke politische Kräfte mit "Cowboy-Qualitäten" werden sich den Weg zu neuen Höhen im Zweifel freischiessen. Auf den kläglichen Rest, der vom einst selbstbewussten Europa übriggeblieben ist, pfeiffen die Macher jenseits des Atlantiks doch heute schon.

    Kann es sein, dass wir am Ende des Tages wieder mit ganz langen Gesichtern "nach drüben" gucken und auch grosse Autos, Fastfood und Energie im Überfluss haben möchten? Das war nach dem I. WK genau so, wie nach 1945. Aber noch ist uns dieses kranke, verluderte EU(dSSR)-Pleitesystem ja nicht um die Ohren geflogen. Warten wir es also ab. . .
  2. #11

    Aufzeichnung

    Zitat von ralphfeile Beitrag anzeigen
    1. Ist eine Aufzeichnung der Sendung online verfügbar? Würde mir das sehr gerne anschauen
    2. Mitt Romney wird das Rennen machen und auch Obama schlagen - die Umstände hieven ihn in das Amt
    Zu Punkt 1.
    Auf www.CNN.com sind einige 2-3min Ausschnitte hinterlegt (die hat glaube ich der Artikelschreiber genutzt)
    http://edition.cnn.com/2011/10/19/po...ate/index.html

    Auf Youtube unter Suche republican debate October 18 kommt u.a. die Debatte in 11x15min Videoabschnitten
    http://www.youtube.com/results?searc...&aq=0z&oq=repu

    Zu Punkt 2.
    sieht in dieser Debatte nach Romney aus, stimme zu.
    Problem: Obama ist vom Charisma aehnlich und stammt von Illinois (= central state, nicht "arrogante" East/Westcoast)
  3. #12

    da ich....

    Zitat von Emil Peisker Beitrag anzeigen
    Jede der TV-Veranstaltungen zeigt den Amerikanern, was sie an Obama haben.
    Hier haben Sie Recht.
    Der amerikanische Wähler sieht jeden Tag, was er an Obama hat.
    Er sieht, dass ALLES, was er versprochen hat, sich als Luftblasen entpuppt hat.
    Er sieht, wie er das Volk zu spalten versucht.
    Er sieht, wie er alle und jeden für das Scheitern seiner Politik verantwortlich macht, außer sich selbst, von dem Tsunami in Japan bis zur Krise in Griechenland.

    Da ich Sie als denkenden Menschen betrachte, würde ich erwarten, dass Sie zu diesen Kandidaten auch etwas substantielles sagen, nicht nur Worthülsen.

    Caine, Gingrich, Romney und Santorium sind sehr vernünftige, erfahrene Kandidaten, die vernünftige und erfolgsversprechende Pläne aufzeigen.
    Wenn diese nicht Ihrer politischen Ausrichtung entsprechen, heißt es nicht, dass es nicht richtig ist.

    Obama hat die Wahlen 2008 gewonnen aufgrund von Versprechungen, nicht aufgrund von vorzeigbaren Erfahrungen oder Leistungen.
    2012 wird er an seinen vorzeigbaren Leistungen gemessen.
    Jeden Tag ist die US-Regierung gezwungen, die groß propagierten "Leistungen", angesichts der Realitäten, zurückzunehmen:
    - Ein wesentlicher Bestandteil der Gesundheitsreform wurde von der Regierung zurückgenommen, da das Budget-Office aufgezeigt hat, es sei nicht bezahlbar
    - Die "green job action" wurde zurückgenommen, weil es nur Pleiten hervorgerufen hat
    - Guantanamo ist nicht abgeschafft
    - Die Arbeitsoligkeit ist gestigen, nicht gesunken
    - Obama hat von Bush ein Defizit von cca 450 MRD$/Jahr, seit seinem Amtsantritt sind es, jedes Jahr, über 1,4 BIO$/Jahr

    Der amerikanische Wähler sieht, dass die Ozeane nicht angefangen haben zu sinken.
  4. #13

    Es wird Zeit, die "Systemfrage" zu stellen

    Die westliche Demokratie ist gescheitert, weil es zuviel Inkompetenz und persönliche Eitelkeiten unter den politisch Verantwortlichen gibt, die auch noch zu abhängig sind vom medialen Infotainment und den Lobbygruppen.
    Das jetzige System dient bestenfalls noch als Kokon, aus dem heraus sich ein besseres herausbildet. Mit einer Politik der kleinen Schritte ist es nicht mehr getan. Fundamentale Fragen müssen gestellt werden, und über die Abschaffung unseres zinsdynamischen Geldkapitalismus muss ebenso nachgedacht werden wie über die Einführung eines allgemeinen Bürgergeldes als Grundsicherung.
  5. #14

    ''0'0''

    Zitat von nicolas1969 Beitrag anzeigen
    Lustig an der Sache ist für mich, dass die das in dem grössten Sündenpfuhl Amerikas veranstalten. Die Hypokrisie ist wohl soweit vorangeschritten, dass sie jetzt zum offiziellen Programm der Republikaner gehört. Nach dem Gebet treffen sich dann alle an der Bar. Prost :-).
    Deswegen sagte die Bachmann (frei uebersetzt) ja auch:
    "Das erste mal, das ich mir wuensche, das was in Las Vegas passiert, nicht in Las Vegas verbleibt"
    Das war vielleicht der intelektuellste Satz des Abends!
  6. #15

    Ausgang der US-Wahlen

    Zitat von hansklauspeter Beitrag anzeigen
    Theoretisch ist er der Aussichtsreichste Kandidat. Aber von TV-Duell zu TV-Duell sinkt insgesamt das Ansehen der Reps. Die Kandidaten schaffen es ja teils nichtmal treue Republikaner für sich zu gewinnen. Normalerweise bei McCain zB. waren viele Rep-Wähler relativ schnell auf einen Kandidaten fixiert. Aber das 65% Unentschiedene ist schon bedenklich.

    Nicht zuletzt bestehen nahezu alle Debatten aus Angriffen auf Obama oder Angriffe gegeneinander. Irgendeine politische Vision existiert nicht. Und alle Kandidaten schaffen es immer wieder totales politisches Unvermögen zu demonstrieren, natürlich vor allem Bachmann und Perry.
    Die Wahlen sind noch weit weg. Der Kandidat der Reps, der am Ende übrig bleibt kann sich ziemlich gut darauf verlassen, dass von den Peinlichkeiten aus den Vorwahlen bis dahin nichts mehr hängen bleibt.

    Amerika steht am Scheideweg, das fühlen die Menschen.

    Obama hat nichts zustande gebracht, das sehen die Menschen.

    Dass das überwiegend an der Blockade der Reps liegt, verdrängen die Menschen. Der Erfolg oder Misserfolg wird immer der Regierung zugeschrieben. Obama hat (zu) viel versprochen, daran wird er gemessen. Nicht daran, "warum" etwas dann doch nicht geklappt hat.

    Von daher sehe ich die Chancen Obamas auf einen Wahlsieg eher als verschwindend gering an, sofern Amerika bis dahin nicht sichtbar auf die Füße kommt. Das aber wird die Tea-Party zu verhindern wissen.
  7. #16

    Was für ein Armutszeugnis

    Aufgesetzte, kaltherzige, aufgepustete Hohlköpfe ohne Sachverstand aber dafür mit radikalen und unsozialen Zukunftsvisionen. Beängstigend und eine Schande zugleich!

    Hoffentlich gewinnt keiner von denen jemals eine Präsidentschaftswahl!
  8. #17

    Bitte geben Sie einen Titel für den Beitrag an!

    Zitat von Pless Beitrag anzeigen
    Die Wahlen sind noch weit weg. Der Kandidat der Reps, der am Ende übrig bleibt kann sich ziemlich gut darauf verlassen, dass von den Peinlichkeiten aus den Vorwahlen bis dahin nichts mehr hängen ......
    Eine sehr gute Einschätzung der Lage in den USA. Obama trat mit einer Agenda der Erneuerung an, die jedes Feld der Politik betraf (von Gitmo bis Erneuerbare Energien). Letztendlich hat er es verpasst "einfache" Themenfelder abzuarbeiten um sich auf die größeren konzentrieren zu können und Erfolge vorzuweisen.

    Obama scheint ein Gefangener seiner eigenen Visionen zu sein. Leider stand offenbar auf seinen Telepromptern keine konkreten Lösungsansätze für seine Visionen. Derzeit müssen die Republikaner keinen guten Kandidaten aufstellen um die Wahlen zu gewinnen.
    Sie benötigen lediglich einen, der die Anhänger mobilisieren kann. Die Demokraten werden enttäuscht zu Hause bleiben.
  9. #18

    bitte

  10. #19

    Ironie?

    Zitat von Transmitter Beitrag anzeigen
    Ich werde das Gefühl nicht los, dass die Amerikaner noch fest im Sattel sitzen werden, wenn hierzulande die Tankstellen trocken, die Supermärkte leer und die Wohnungen kalt und dunkel geworden.....
    Super Kommentar!
    Ihre Ironie ist echt herrlich, das die Amis zivilisatorisch auf dem Stand der Weldwestzeit stehen geblieben sind ist wirklich beängstigend ...
    Irgend wann wird sich jede Unfähigkeit zur Weiterentwicklung rächen ...