Zitat von
mjanitzky
Natürlich, also ganz den ererbten Eigenarten der grausamsten und damit effizientesten Spezies Mensch folgend wird es immer wieder zu größeren bewaffneten Konflikten kommen - die bisherigen sicherheitspolitischen Verwerfungen, sei es in Korea, Afganistan, Pakistan und innerhalb des gesamten nahen Osten sind nur Scharmützel vor dem nächsten größeren Waffengang. Weltweit wird gezündelt, denn es bedarf im Grunde längst dringender Neuordnung, sonst sieht die Zukunft zahlreicher Gesellschaften unseres Planeten düster aus. Über die Lösung wird gerätselt an Theke und von der Kanzel, nachgedacht wird in Davos und ähnlichen noch kleineren pragmatischen Zirkeln unterschiedlicher Zielsetzung. Was auf uns zukommen wird, dürfte jedoch auch diesmal kaum nach den Vorgaben christlicher Nächstenliebe ablaufen, sondern nur erneut der uralten Weisheit folgen, nach welcher Krieg der Vater aller Dinge sei.
Selbst größere bewaffnete Konflikte sind nach dem Ende kriegsverhütender Abschreckung der vergangenen 60 Jahre inzwischen längst wieder führbar geworden, begünstigt auch durch technische Weiterentwicklung aller Möglichkeiten auf dem Gefechtsfeld sowie der drastischen Verkleinerung gerade der wirksamsten Waffen, die in ihrer Wirkung inzwischen regional begrenzbar und damit "handhabbarer" geworden sind.
Hinzu kommt die sich weltweit in nun absehbarer Zeit dramatisch entwickelnde Verknappung wichtigster Rohstoffe und das unaufhaltsame Heranwachsen Chinas zur dritten Weltmacht. Wer denn glaubt, daß diese explosive Mischung elementarster Versorgungs- und Sicherheitsprobleme einer Weltbevölkerung von über 7 Milliarden zu friedfertiger Einsicht, fairer Verteilung der Reste und kluger Einigung der Kontrahenten führen wird, mag das zu seiner Beruhigung tun - die tatsächlichen Weichenstellungen werden aber wohl bereits längst ganz im Stillen vorgenommen nach altem Rezept und trotz aller Schrecken bewährtem Handlungsmuster einiger 1000 Jahre menschlicher Angewohnheiten und Erfahrungen.
Das sprichwörtliche Rasseln der Säbel ist nur leiser geworden sowie Vorbereitung und Rechtfertigung kriegerischer Eingriffen etwas subtiler - die vermeintlich ursächlichen theologischen, ideologischen und gesellschaftlichen Gegensätze sind dabei wie immer nur das schamhafte Mäntelchen über den wahren Motiven - diese aber sind Gier, Mißgunst und der neidisch/begehrliche Blick zum Tisch des Nachbarn als die leider unausrottbare Triebfeder gesellschaftlichen Handelns des jeweils Stärkeren. Nicht nur die Bergpredigt in all ihren Aussagen, sondern auch viele wertvolle Denkansätze manch anderer einzelner Menschen waren und sind doch bis heute nur einsame Rufe in der Wüste geblieben, wen wundert das?
Manfred L. Janitzky