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US-Gewerkschaften: Vom Aussterben bedroht

APMitglieder weg, Einfluss weg: Amerikas Gewerkschaften schwächeln seit Jahrzehnten - und jetzt setzen Republikaner und Großindustrie zum Todesstoß an. Für Barack Obama bricht ein wichtiger Machtfaktor weg.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...837792,00.html
  1. #10

    Können Sie mir erklären

    Zitat von g0r3 Beitrag anzeigen
    Sie sollten noch dazuschreiben, dass sie mit "Wohlstand" nicht den für die allgemeine Bevölkerung meinen.
    was es noch mit Demokratie zu tun hat wenn Angestellte von Kommunen und Sparkassen wieder mal 6 Prozent mehr bekommen - obwohl sie einen tatsächlich sicheren Job haben und nicht schlecht verdienen...?! Diese Leute haben doch gar keine Ahnung wie es in Teilen der Privatwirtschaft aussieht. Bei uns haben voriges Jahr die Lokkführer gestreikt. Ihr tarifliches Gehalt schwankt zwischen 2.200 und 2.800 Euro. Und das reicht immer noch nicht? Dafür erpressen sie regelrecht um noch mehr und immer mehr durchzusetzen? Wohlgemerkt - das Unternehmen in dem die Herrschaften bestätigt sind wird eh schon subventioniert! Folge dieser Maßlosigkeit: Die Ticketpreise sind schon wieder gestiegen.

    Danke an solche Gewerkschaftsvertreter, sie würgen alles ab. DAS ist das Resultat ihrer maßlosen Forderungen.
  2. #11

    Gewerkschaftsmacht

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mitglieder weg, Einfluss weg: Amerikas Gewerkschaften schwächeln seit Jahrzehnten - und jetzt setzen Republikaner und Großindustrie zum Todesstoß an. Für Barack Obama bricht ein wichtiger Machtfaktor weg.

    Niedergang der US-Gewerkschaften zeigt sich in Wisconsin - SPIEGEL ONLINE
    Gewerkschaften sind als Interessenvertreter aller abhängig Beschäftigeten solange unverzichtbar, wie sie auch so agieren. In den letzten Jahren haben die Gewerkschaften Zug um Zug versucht für sich selbst Politik zu machen und sich im Innenverhältnis wie Arbeitgeber verhalten.

    Dazu kommt seit aufkommen der neokonservativen Strömungen, Thatcher, Reagan, Kohl, ..., dass der Staat massiv Front gegen die Gewerkschaften gemacht hat. Parolen wie "Leistung muss sich wieder lohnen, Selbstvorsorge, Globalisierung, ... " haben dazu geführt, Leistungsträger, die für die Struktur der Gewerkschaften unerlässlich sind, den Gewerkschaften zu entziehen. Zusätzlich haben selbst Mitglieder der Gewerkschaften in Regierungsämtern und Vorständen mehr für sich selbst gesorgt als für Interessen der Arbeitnehmer oder einen vernünftigen Ausgleich zwischen Unternehmens- und Arbeitnehmerinteressen. Bestes Beispiel an der Stelle ist die SPD, deren Führungskader eng mit den Gewerkschaften verbunden ist, aber eher gegen als mit den Gewerkschaften agiert hat (Seeheimer Kreis). Gegen ein Bündnis aus Staat und Unternehmen sind die Chancen der Gewerkschaften relativ gering. Wo stehen denn die Gewerkschaften in UK und USA? Wo werden in ein paar Jahren die Gewerkschaften in D stehen? Was passiert mit den Gewerkschaften der Lokführer, Piloten, Fluglotsen und der Ärzte. Während der letzten Streiks wurden bereits Stimmen laut, diese Spartengewerkschaften zu verbieten. Wenn das passiert, wird die Gewerkschaft in D das gleiche Schicksal erleiden wie in UK und USA.
  3. #12

    Zitat von qvoice Beitrag anzeigen
    Sagen Sie das den Arbeitnehmern, die in Scharen die Gewerkschaften verlassen. Diese fühlen sich offensichtlich nicht mehr vertreten.
    Aber natürlich können Sie Ihre Wünsche äussern, wie die Zeitungen Ihrer Meinung nach zu sein haben.
    Man hat freilich auch oft das Gefühl, dass es den Gewerkschaftbossen weniger um die Vertretung der Interessen der Arbeitnehmer geht, als vielmehr um eigenen Macht- und Wohlstandszuwachs.
    Dazu noch ungehörig hohe Mitgliedsbeiträge, für die die Arbeitnehmerschaft lieber in Habende und Nichthabende gespalten wird, anstatt Solidariät untereinander zu fordern und zu fördern.
    Bordellbesuche und Bestechungsskandale noch obendrein, wen wundert dann diese Entwicklung.
  4. #13

    sie meinen wohl...

    Zitat von kuac Beitrag anzeigen
    das können wir von unseren Freunden in den USA lernen. Gewerkschaften haben in einer freien Marktwirtschaft nichts verloren. Sie verhindern nur die Entfaltung der Kräfte des freien Marktes und damit den Wohlstand.
    1. Das oberste Promille, von mir aus auch Prozent, bereichert sich
    weiter ohne Schamgefühl am Rest der Gesellschaft.

    2. Also nächster Schritt werden dann nur noch willfährige Politiker
    gekauft, so wie es über dem großen Teich ja schon geschieht.

    3. Wenn wir dann im Manchesterkapitalismus angekommen sind,
    können wir ja gleich als nächstes über die Wiedereinführung der
    Leibeigenschaft und Sklaverei nachdenken, mit den Hilfsmitteln
    können die Kräfte des freien Marktes dann ja noch besser enfaltet
    werden.

    Und dann haben wir die (un)heilige Welt des freien Marktes erreicht!

    Da kann vorher wirklich nur noch die Internationale anstimmen und
    hoffen das diese Entwicklung mal nicht über den Großen Teich ins
    alte Europa schwappt.
  5. #14

    Zitat von DMenakker Beitrag anzeigen
    Was hat es mit Demokratie zu tun, wenn einer Splittergruppe, nämlich den organisierten Arbeitnehmern, Sonderrechte eingräumt werden?
    Klar, die Unternehmer sind ja frei von jeglichen Privilegien. Keine Steuer darf abgeschrieben werden, jede Abgabe, so wie bim normalen Bürger normal bezahlt werden. Sie beziehen natürlich alles zu den selben Preisen wie Endverbraucher und der Firmenwagen wird ja, so wie angegeben, ausschließlich beruflich genutzt. Warum denn nur der Firmenwagen? Die Firma wird ja überhaupt nicht und niemals als Einkäufer für Dinge des privaten Vergnügens genutzt.

    Und hier feiern die Gewerkschaften eine Gehaltsanhebung von sechs Prozent als wegweisenden Sieg. Soviel und mehr schiebt sich sich das werte Unternehmertum ohne Skrupel selbst zu.
  6. #15

    Zitat von jolip Beitrag anzeigen
    Gibt es denn da nicht so Organisationen wie BdI oder BdA, Gesamtmetall oder einfach nur "Der Markt", .denen ebenfalls , allerdings deutlich mehr, Sonderrechte eingeräumt werden?
    MFG
    jolip
    Der BDI vertritt 100.000 unternehmen mit 8 Mio Beschäftigten.
    Nicht gerade eine Splittergruppe.
  7. #16

    Zitat von andi442 Beitrag anzeigen
    Wohin das alles führt kann man in den USA sehen. 1% der Bevölkerung lebt auf Kosten der restlichen 99%.
    1% der Bevölkerung in den USA sitzt ausserdem im teils privatisierten Knast.
    Und weit über 40Millionen Menschen der Bevölkerung leben von Lebensmittelmarken. Das ist unser Vorbild.
  8. #17

    Dümmer geht nimmer

    Wer die Gewerkschaften abschaffen will,will die Arbeiter nun völlig versklaven,ja das hätte das Kapital gern auch in Deutschland aber sie müßten mit den Klammerbeutel geputert worden sein,so dumm können doch nicht mal die Amia sein.
  9. #18

    Zitat von andi442 Beitrag anzeigen
    Da haben Sie recht. Allerdings übersehen Sie, dass die USA keine Demokratie sind. Dort gilt schon seit langer Zeit die Diktatur des Kapitals.

    Gewerkschaften sind enorm wichtig um die Interessen der Arbeitnehmer zu vertreten. Ohne diese würden die Arbeitgeber die Löhne vielfach einfach halbieren um sich selbst die Taschen noch voller zu stopfen.

    Wohin das alles führt kann man in den USA sehen. 1% der Bevölkerung lebt auf Kosten der restlichen 99%.
    Ich wusste ich gar nicht, dass nur die Kapitalisten wählen dürfen.
    Es stimmt, ein Teil der Menschen lebt auf Kosten der anderen.
    Das betrifft in Deutschland die Hartz IV Empfänger.
    Die Reichen leben von ihrem eigenen Geld, nicht von dem der Allgemeinheit.
  10. #19

    Naja, die Gewerkschaften in den USA ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mitglieder weg, Einfluss weg: Amerikas Gewerkschaften schwächeln seit Jahrzehnten - und jetzt setzen Republikaner und Großindustrie zum Todesstoß an. Für Barack Obama bricht ein wichtiger Machtfaktor weg.

    Niedergang der US-Gewerkschaften zeigt sich in Wisconsin - SPIEGEL ONLINE
    ... vertreten NUR ihre eigenen Mitglieder. D.h. im Gegensatz zu den Tarifen in Deutschland, die für alle, auch gewerkschaftlich nicht organisierte Mitglieder ausgehandelt werden, gilt das Verhandlungsergebnis nur für die eigene Klientel.

    Und wozu das Ganze führt, das kann man AUCH am Niedergang der amerikanischen Autoindustrie sehen. Die ist NICHT NUR durch Mißmanagement und verfehlte Modellpolitik, sondern auch an den exorbitant hohen Pensionsansprüchen der im Ruhestand befindlichen Mitarbeiter zugrunde gegangen.

    Man kann Gewerkschaften in Deutschland und Gewerkschaften in den USA schlecht vergleichen, auch weil hier, eher, ein Miteinander praktiziert wird und in den USA, eher, eine Ellenbogengesellschaft. Und da sind Gewerkschaften ein z.Tl. unfaires Mittel. Die CDU wäre in den USA eine sozialistische Partei ohne jegliche Chance gewählt zu werden, Teile der FDP könnten als Demokraten oder Republikaner durchgehen. SPD und alles was als leftist angesehen wird wäre das personifizierte BÖSE. Die Grünen und Piraten würde man als Spinner ansehen. Bei der Linken würde man wohl sofort das FBI ansetzen.

    Mein eigentlicher Punkt: Man kann amerikanische Innenpolitik nicht mit europäischen, oder deutschen, Maßstäben messen ohne ein Fehlurteil abzugeben.


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