Forum


 

US-Gesundheitssystem: Bankraub für einen Arzttermin

James Verone geht in eine Bank, raubt einen einzigen Dollar und lässt sich festnehmen: Es sieht aus wie ein Jux, ist aber der letzte Schritt eines genauen Plans. Der Amerikaner ist krank, hat keine Versicherung. Erschwingliche ärztliche Versorgung gibt es für ihn nur an einem Ort - im Gefängnis.

http://www.spiegel.de/panorama/gesel...769607,00.html
  1. #180

    Zur Rechtslage

    Zitat von J-Créme Beitrag anzeigen
    Solange man noch Mitglied in einer Krankenkasse ist, zahlt die auch selbstverständlich die ärztlichen Leistungen.
    Selbstverständlich sind Sie, wenn es darauf ankommt, auf den Rechtsweg verwiesen und der ist mit praktischen Problemen und formellen Fallen gepflastert.

    Wussten Sie beispielsweise, dass sie wenn Sie eine Behandlung benötigen, die die Krankenkasse nicht zahlt, ein Antrag hierauf bei der Krankenkasse stellen müssen, denn sonst unterliegen sie in einem Rechtsstreit in jedem Fall? Auch wenn Ihnen die Behandlung zustand. Auch wenn sicher war, dass die Krankenkasse ohnehin ablehnen wird.

    Zitat von J-Créme Beitrag anzeigen
    Wenn wegen langer Bearbeitungszeit des Jobcenters (bzw. der ARGE) die Beiträge erst nachträglich überwiesen werden, ist das nach meinen Erfahrungen kein Problem.
    Es ist schön, wenn Sie nur positive Erfahrungen gemacht haben, nur das ist leider nicht bei jedem so.

    Zitat von J-Créme Beitrag anzeigen
    Dass die Krankenkasse einen rausschmeißt, weil das Jobcenter lange für die Bewilligung braucht, kann ich mir nicht vorstellen, wäre sicherlich auch rechtswidrig.
    Wie gesagt: Hält man eine Entscheidung für rechtswidrig, ist der Rechtsweg gegeben. Sie sind arm und krank haben dementsprechend auch keinen Anwalt. Welche Chancen rechnen Sie sich aus?
  2. #181

    Freiheitsliebe ist eine Emotion

    Zitat von libertarian Beitrag anzeigen
    Richtig ist, dass das Gut der
    Freiheit kaum ueberbewertet werden kann.
    "kaum ueberbewertet" ist kaum zu verstehen. Was bewerten Sie konkret wie?

    Zitat von libertarian Beitrag anzeigen
    Wer damit nicht klar kommt, soll bitte nicht ankommen und nach mehr Bevormundung auf Kosten anderer Leute schreien.
    Es steht Ihnen natürlich vollkommen frei zu wollen und zu fordern, dass andere Leuten nicht "schreien" (ich vermute, sie meinen damit fordern). Ebenso steht es diesen frei, Ihre Forderung zu ignorieren. Zufrieden?
  3. #182

    Kaputter Geldkreislauf

    Zitat von homeuser Beitrag anzeigen
    Zusätzlich kommt die niedrige Geburtenrate dazu - es gibt zukünftig immer mehr Rentner (aus den Babyboom-Jahren) aber dem gegenüber nur ganz wenige Einzahler (die Geburtenschwachen Generationen seit den 80ern, 90ern und später).
    Bei höherer Geburtenrate in den 80/90er-Jahren hätten wir jetzt vermutlich mehr Arbeitslose. Die bringen aber auch kein Geld in die Kasse. Mit anderen Worten: Das Problem ist hier die ungleiche Verteilung des Geldes: Während die einen nicht wissen wo hin damit, haben diejenigen, die es z.B. für Behandlungen dringend benötigen würden und also ausgeben und damit wieder dem Kreislauf zuführen würden, nicht genug.

    Da Geld keine echte Ressource, sondern nur ein Verrechnungssystem ist, kann man das ganze auch ohne Fixierung auf den Geldaspekt betrachten:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Oswald_...ftlicher_Sicht
  4. #183

    Geschichtswahrnehmung

    Zitat von homeuser Beitrag anzeigen
    Die Geschichte und Kultur der Amerikaner ist sehr "liberal" - setzt also auf die Freiheit aber auch Selbstverantwortung des Einzelnen.
    Wenn man die Sklaverei ausblendet. Und das http://de.wikipedia.org/wiki/McCarthy-%C3%84ra und noch eine andere wenige Dutzende oder so "hickups"
  5. #184

    Was ist die Neoliberale Option

    Zitat von Zephira Beitrag anzeigen
    Hätten die Neoliberalen das Sagen, hätten wir wenigstens ein erschwingliches, funktionierendes Gesundheitssystem.
    Und wie genau würde dieses funktionieren?
  6. #185

    Mehrheit fängt bei über 50% an

    Zitat von libertarian Beitrag anzeigen
    Und so sind dann am Ende schon mal gut 85% der Bevoelkerung gut bis hervorragend versichert und versorgt.
    Die Frage ob jetzt 60, 70 oder 85% der Bevölkerung versorgt sind, trägt wohl weder zum Systemvergleich USA/D (allein die GKV versorgt meines Wissens gut 90% der Deutschen) noch zur Frage, ob es notwendig sein kann, kriminell zu werden, um sich medizinische Versorgung zu sichern, bei.

    Meines Erachtens sollte aber in Zeiten des materiellen Überflusses ausreichende medizinische Versorgung für jeden zur Verfügung stehen, nicht für 60, 70 oder 85, sondern für 100%.
    Mit anderen Worten: Mit jeden meine ich jeden. http://www.youtube.com/watch?v=83qaeB-1Qa8 Niemand sollte dafür kriminell werden müssen.
  7. #186

    Heuchler!

    Wer sich mal mit den sozial Schwachen in unserem Land auseinandergesetzt hat, weiß, dass das ein generelles Problem von Wohlstandsgesellschaften ist. Auch hier bringen sich jedes Jahr Menschen wiederholt in Haft, weil sie unfähig sind ihr leben in freier Welt zu gestalten. Es gibt genug Obdachlose, die extra Straftaten im Winter begehen um die Zeit wenigstens warm in einer Zelle verbringen zu dürfen. Das interessiert UNS als Gesellschaft nicht, hauptsache die Penner sind weg von den Einkaufsstraßen und Bahnhöfen. Und um sich über Elend zu empören bleibt dann ja die Ungerechtigkeit im Ausland.
  8. #187

    Zitat von Mastermason Beitrag anzeigen
    Soll ich Ihnen mal vorrechnen, wie viel [...] Umsatzsteuer und weitere Abgaben?
    Jo, rechnen Sie mal bitte vor, was SIE an Umsatzsteuer zahlen...
  9. #188

    Reihenfolge einhalten

    Zitat von Rodelkönig Beitrag anzeigen
    Meiner Meinung nach ist aber genau diese Praxis richtig in Deutschland. Die Selbständigen haben ja die Wahl, ob sie von Anfang an gesetzlich oder privat versichert sein wollen. Viele versichern sich dann privat, weil es billiger ist und sie dadurch in unserem Zwei-Klassen-Medizinsystem einige Vorteile haben, wenn sie noch jung sind. An der Solidargemeinschaft beteiligen sie sich aber nicht.
    Und wenn sie sich plötzlich später aus welchen Gründen auch immer die Beiträge für die PKV nicht mehr leisten können, soll plötzlich die Solidargemeinschaft der GKV-Beitragszahler für sie einspringen? Eine solche Praxis würde ich als äußerst ungerecht empfinden.
    Erst sich in jungen Jahren aufgrund niedrigerer Beiträge aus der Solidargemeinschaft verabschieden und dann am lautesten nach Hilfe der Solidargemeinschaft rufen, wenn man alt ist und sich die PKV-Beiträge nicht mehr leisten kann. Ich bin froh, dass das in Deutschland soo einfach nicht geht.

    Am einfachsten und am besten für alle wäre es, wenn es eine Bürger-Krankenversicherung gäbe, in die jeder einzahlen müsste. Dann hätte auch jeder, auch Selbständige wenn sie im Alter verarmen, ein Anrecht darauf, daraus auch Leistungen zu beziehen.
    Aber jeweils zwischen den beiden Systemen (PKV und GKV) hin- und herspringen, um sich immer die momentan billigste Lösung auszusuchen, wäre einfach untragbar.

    Viele Grüße
    bitte demnächst in folgendem Ablauf ein Posting verfassen:
    Lesen
    Wirken lassen
    Verarbeiten
    Nachdenken
    Schreiben
    Nochmals korrektur lesen
    Absenden

    Es ging bei der von Ihnen zitierten Foristin ja nicht darum, dass sich gewisse Personengruppen vor der Zahlung des Solidarsystems "drücken" wollen,
    sondern ganz einfach darum, dass es gewissen Personengruppen gar nicht mögliche ist - selbst wenn sie wollen - in eine Krankenversicherung einzuzahlen.
    Eben weil das benötigte Geld nicht vorhanden ist.
  10. #189

    fdgdg

    Zitat von Zephira Beitrag anzeigen
    Hätten die Neoliberalen das Sagen, hätten wir wenigstens ein erschwingliches, funktionierendes Gesundheitssystem.
    Das hätte nämlich der Weihnachtsmann mitgebracht, jawohl!








TOP



TOP