Der drittgrößten US-Fluggesellschaft ist das Geld ausgegangen: American Airlines hat zusammen mit dem Mutterkonzern AMR Corp. Insolvenz beantragt. Die Kunden sollen davon zunächst nicht betroffen sein.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...800626,00.html
[QUOTE=tanneho;9231444] So ist es. Es ist wieder mal eines dieser Scharaden, daß der Chapter 11 und das dazugehörige "Mitleid" dazu benutzt wird um die Firma vor Abfindungszahlungen für Entlassene zu bewahren und Entlassungen zu erleichtern. Chapter 11 ist da drüben der Renner wenn man Zahlungen umgehen will.
Die ohnehin schon unterirdisch bezahlten Mitarbeiter der Fluggesellschaften werden wieder das Nachsehen haben müssen.
Aber, man weht wieder mit dem Sternenbanner und preist die USA als tollstes System an, und die Amerikaner lassen es dann ja wieder mit sich machen...
[QUOTE=Freyss;9239076]
unterirdisch bezahlt?
dann sprechen sie wohl nicht von den angestellten von AA die "mainline" jets fliegen.
angestellte bei AA verdienen wesentlich mehr als bei allen anderen u.s. fluglinien und Delta (wo deutlich weniger gezahlt wird) konnte sich vor bewerbungen kaum retten als sie flight attendants neu eingestellt haben....
wenn die stellen so "unterirdisch" bezahlt wuerden (rund $40 / stunde fuer eine flight attendant mit ein paar jahren seniority) - weshalb haben die fluglinien dann immer noch mehr als genug mitarbeiter und stellen fuer neue flight attendants werden sofort gefuellt?
und mainline piloten verdienen recht gut. regional ist eine andere sache, aber das ist in europa auch so. ein mainline pilot kommt auf rund $100,000 / jahr und das bei lediglich rund 60 stunden fliegen im monat. die meisten haben 2t jobs als fluglehrer, consultants und berater. und da die meisten das fliegen bei der air force und navy umsonst gelernt haben, haben sie keine ausbildungskosten zum selber tragen wie bei der LH....
[QUOTE=texas_star;9239387] Extrem viele Fluege werden per Codeshare bedient, dazu hier mal lektuere:
http://www.marketplace.org/topics/bu...-hours-low-pay
http://www.cleveland.com/schultz/ind...erpaid_pi.html
[QUOTE=new-yorker;9239984] ja, kenne ich das thema. doku hierzu "flying cheap"...
colgan war tragisch und ich bin GEGEN das was auf der regionalen schiene bei den fluglinien ablaeuft.
allerdings betrifft das meistens nur maschinen mit weniger als 100 sitzplaetzen. saemtliche 737/A320 und aehnlich werden von "mainline piloten" mit entsprechender bezahlung und ausbildung geflogen.
das problem ist, dass eine 50 sitz maschine mit einem piloten der aehnlich entlohnt wird wie ein B737 pilot (der 160 passagiere befoerdert) sehr sehr teuer wird.
mittel und langstrecke ist sowieso alles mainline. und wenn ein codeshare... dann mit british airways oder iberia. und die bezahlen ihre piloten ebenfalls gut.
[QUOTE=texas_star;9240157] Mann kann natürlich jetzt das ganze Thema auf das fliegende Personal beziehen.
Beim Bodenpersonal gibts keinen Unterschied ob "Mainline"(Muttergesellschaft) oder Regionalflieger. Auf die "seniority" (Firmenzugehörigkeit) wird da nicht mehr viel gegeben.
Im Bodendienst steigen auch immer mehr Airlines auf Fremdgesellschaften um, die ohnehin keinen Bezug mehr zu der Fluggesellschaft haben die sie gerade abfertigen. (In vielen Fällen müßen die Angestellten noch die Uniform der jeweiligen Airline überstülpen, damit die frage der Realität gar nicht erst in den Sinn kommt. Wenn der Flug der einen Airline dann weg ist, wird sich in die Emirates Uniform umgezogen und dann in die nächste usw.)
Und diesen Schritt überlegt sich die AA auch, in wie weit sie das noch durchziehen können. Da kommt eine Chapter11 Insolvenz gerade recht, damit die Arbeitsrechte nicht so im Weg stehen...
[QUOTE=Freyss;9240636] ... "geiz geil ist" von der kundenseite wird sich daran auch nichts aendern. wer fuer moeglichst WENIG $ moeglichst viel fliegen moechte der ist fuer diese entwicklung verantwortlich. und nicht umgekehrt. zu zeiten von regulierten airlines in den 60ern waren die angestellten top bezahlt und ein piloten job oder stewardessen job bei PanAm war heiss begehrt. bloederweise war damals aber das flugticket fuer die meisten unerschwinglich teuer....
ich wette, dass alle die die sich hier ueber chapter 11 und lohnkuerzungen auslassen, dann haeufig ryanair und co fliegen....
Interessant wie sie das anhand eines Postings beurteilen können....
Bei einer Strecke wie Frankfurt - München mit ner knappen Stunde Flugzeit ist das auch völlig ok.
New York - San Diego....immerhin etwas mehr als 5 Stunden Flug. Plus fast 3 Stunden Wartezeit auf der Rollbahn, aber dafür konnte AA nun wirklich nix.
Kann mich hier nur auf die Aussage des Piloten berufen: Der meinte bei oben angesprochenem Flug, dass AA in diesem Fall die Unterbringung im Hotel nicht übernehmen würde.
Die alternative zu Chapter 11 ist nicht notwendigerweise die Schließung des Unternehmens.
Chapter 11 ist ein Schweineparagraph, weil er von Firmen und deren Geldgebern mit Vorliebe benutzt wird um sich kurzfristig gesundzustoßen und dann nachdem die Schulden auf den Staat bzw. die Mitarbeiter abgewälzt wurden genauso weitergemacht wird wie vorher.
Es gibt dutzende Firmen in den USA, die gleich reihenweise Chapter 11 angemeldet haben....neues Geld eingesammelt haben....und dann ein paar Jahre wieder das ganze von vorne. K-Mart war lange Zeit eines der besten Beispiele. Ein Teil der US Fluggesellschaften treibts ähnlich.
De facto ist Chapter 11 für viele Firmen heute ein Mittel um Löhne zu drücken und billig Leute zu entlassen anstatt vernünftig umzustrukturieren.
Das ist Ansichtssache. Der Wettbewerb benutzt Chapter 11 ja genauso um die Löhne zu drücken. Von daher ist die eigentliche Frage ob nicht die Löhne der Konkurrenz zu niedrig sind. Wenn ich mir z.B. anschaue, dass ein Pilot bei American Eagle oft weniger als $30.000 im Jahr verdient, dann kann ich beim besten Willen nicht sagen, dass der überbezahlt ist,
American Eagle Piloten geht es auch nicht. Es geht um den mainline piloten mit einem dicken buch an gewerkschaftsforderungen und guter bezahlung...
die loehne spiegeln doch nur indirekt das wieder was der kunde bereit ist zu bezahlen. gerechtigkeit gaebe es nur wenn der staat mindestloehne fuer piloten vorgeben wuerde, an die sich alle halten muessen. aber aktuell ist es doch unfair wenn united mit niedrigeren loehnen und keinen pensionsverpflichtungen AA konkurrenz macht....