Im US-Bundesstaat Colorado ist ein Erstklässler für drei Tage der Grundschule verwiesen worden. Man wirft dem Sechsjährigen sexuelle Belästigung vor - er hatte die Titelzeile eines bekannten Popsongs zitiert.
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,831481,00.html
Sie scheinen die Menschen und die Gesetze in den USA nicht zu kennen.
Kleine Mädchen (schon "Babys") dürfen in vielen Staaten nicht ohne Oberteil baden, wenn doch, ist die Polizei zu Stelle.
Der überwiegende Teil der Bürger der USA ist prüde, frömmelnd (bigott), und produziert daher die meisten Pornos auf der Welt....
Übrigens: eine sexuelle Annäherung war es nicht, sondern eine sexuelle Belästigung.
Und der Knabe ist nicht verurteilt worden, sondern für ein paar Tage der Schule verwiesen worden. Über Schulverweise in Deutschland würde in den USA nie eine Diskussionsrunde geöffnet werden....
Ich weiß nicht, worauf Sie sich beziehen, und es geht mir auch nicht um "Betrachtungen", sondern um Fakten. In dem von mir zitierten Vor-Ort-Bericht der Journalistin Ashley Jennings (der auch von einem Video begleitet ist) erklärt die Mutter des Jungen, dass dieser dasselbe Mädchen eine Woche zuvor schon einmal in derselben Weise angemacht hatte. Vielleicht sollte man den Aufreger "sexual" mal beiseite lassen und sich fragen, ob hier nicht ein aggressives Macho-Verhalten vorliegt, wie man es durchaus schon bei noch jüngeren "Männern" findet. Die Vermutung, dass Sechsjährige automatisch "unschuldig" seien, erscheint mir etwas blauäugig.
Weil von 6jährigen, die gerade in die Schule gekommen sind, noch nicht
all zuviel "Disziplin" zu erwarten ist, sehe ich mit Unbehagen Ihren Beitrag, der die Handlungsweise für gut befindet.
Da wird gelacht und ein bisschen geschupst, wenn sie in der Reihe
stehen müssen und das benennen sie mit "körperlichen Aktivitäten".
Diese Form von Pädagogik ist unverantwortlich, weil es Kinder früh
verunsichert.
Der junge Mann ist nicht "angezeigt" worden. Die Polizei oder die Gerichte sind nicht bemüht worden (obwohl die SPON-Überschrift das leichtfertig suggeriert).
Er ist lediglich gebeten worden, drei Tage lang nicht in die Schule zu kommen (und darüber nachzudenken, ob er ein angemessenes Verhalten gezeigt hat). Dafür dürfte es genügt haben, dass das betroffene Mädchen seinen Eltern (oder einer Lehrerin) gesagt hat: "Der xxx macht immer so komische Sachen, ich mag das nicht."
Ich finde es völlig korrekt, dass die Schule darauf reagiert hat.
Es ging mir darum, nicht von vornherein der Schule oder der zweifellos vorhandenen amerikanischen Prüderie die "Schuld" zu geben. Es gibt bei Jungen ein äußerst problematisches, nicht nur in diesem Fall offensichtlich von falschen Vorbildern angeheiztes Fehlverhalten, das frühzeitig mit pädagogischen Mitteln gebremst werden sollte.
Ich habe selbst erlebt, wie sich eine Freundin von mir auf der Fähre nach Messina mit beiden Händen gegen zwei etwa acht- bis zehnjährige Knirpse wehren musste, die ihr partout an die Scham fassen wollten. Wie soll man mit so etwas umgehen?