REUTERS"Michael Moore für denkende Menschen": Mit polemischer Schärfe versucht der Historiker Thomas Frank in seinem neuen Buch "Arme Milliardäre" zu erklären, warum ein Gutteil des US-Wahlvolks gegen ureigene Interessen stimmt, analysiert dabei Obamas Fehler - und nimmt Romneys Vize ins Visier.
http://www.spiegel.de/kultur/literat...854010,00.html
Trotz alldem bleibt Obama ein Gutmensch, aber wie die meisten Vertreter dieser Spezies ist er völlig machtlos. In den USA kommt erschwerend hinzu, dass dringend erforderliche Reformen (Gesundheitsbereich) von einer breiten Schicht auch der Betroffenen abgelehnt werden - in Europa bis auf die Gruppe der Neoliberalen in der breiten Schicht unserer Bevölkerung nicht vorstellbar. Kaum steuerzahlende Millionäre propagieren für Steuererleichterungen und werden umjubelt. Die Infrastruktur liegt am Boden - was zählt ist noch mehr Geld für die, die eh schon genug haben. Andere sind dazu da bei den Kriegen ihre Gesundheit zu ruinieren oder gar zu sterben. In meiner Jugend sah ich in den USA mal ein Vorbild - heute bereitet mir dieses Amerika nur Unwohlsein und Unverständnis. Ich hoffe auf ein starkes und einiges Europa für unsere kommenden Generationen.
Die große Mehrheit der US-Amerikaner hat ein klar anderes Freiheitsverständnis als die große Mehrheit der Europäer. (Insbesondere der im "alten Europa".)
Die meisten US-Amerikaner halten den Staat nicht für die Lösung, sondern potentiell eher für das Problem, bzw. die Ursache des Problems.
"Don't vote - it just encourages the bastards" ist nicht zufällig ein beliebter und weitverbreiteter Spruch.
Und vor allem reagiert die große Mehrheit der US-Amerikaner - anders als die Deutschen z.B. - auf wirtschaftlichen Erfolg ihrer Mitmenschen nicht mit Neid und Umverteilungsforderungen, sondern mit Anerkennung und dem Traum, es ihnen gleichtun zu können.
Das führt dann natürlich auch zu einem anderen persönlichen Verhältnis zu der Idee von hohen Spitzensteuersätzen. ;-)
Wir Deutschen sollten uns mit Urteilen ueber andere Nationen zwar zurueckhalten,denn vieles laesst sich mit unserem Staatsverstaendnis(bei mangeldem Nationalstolz)bei den Amis nicht erklären.Es scheint eine Nation im Niedergang und ob sie es schafft sich aufzurappeln darf fast bezweifelt werden.
Historiker und polemische Schärfe ist ein Widerspruch in sich. Die ganze Beschreibung paßt aber exakt auf einen Phantasten, der im Grunde ein unbedarfter Wirrkopf ist, aber bei Gelegenheit schon mal einen richtigen Gedanken entwickelt, allerdings aus Prinzip nie konsequent, und vor allem nie ansatzweise in ein schlüssiges System einordnet. Das Ganze klingt nach einem fast deutschen Idealisten oder Schmierfinken, kein großer Unterschied. Die Medien mögen diese Konfusionsapostel, die Bürger eher nicht, weil sie die Verwirrung nicht überhand nehmen lassen wollen.
Einer der treffenden Einfälle: Wirklich gute Linke sind die besten Helfer der Macht, viel besser als die Konservativen, und das war im alten Rom schon so. Sie hießen Volkstribunen. Das Volk liebte sie, und man konnte mit ihrer Hilfe schön absahnen. Egal ob Napoleon oder FJS. SPD und Grüne nutzen die Methodik exakt gleich. Man kommt der Macht entgegen, und schon gibt es Zugeständnisse, und einige tausend neue Jobs. Ist in den USA sicher wie hier, aber dort besser zu beobachten, weil es kraß zu Tage tritt. Den wirklich perfekten Burschen in dem Job erwähne ich lieber nicht. Der kam aus südlichen Gefilden her. Der hat mit links die Reichen sehr viel reicher gemacht. Auch die amerikanischen oder gerade die. Ein kluger Junge. Die Grünen haben die Methodik begriffen. Dabei ist es unsagbar einfach. Man dient den Mächtigen und das lohnt. Wie im Mittelalter, keinen deut anders. Alles andere ist entbehrliche Gehirnakrobatik.