Ich arbeite auf einer ITS als Pfleger. Ich verkläre den Beruf sicher nicht. Ich möchte den auch nicht jetzt studieren, weil man als auszubildender Arzt im KKH aufs Privatleben größtenteils verzichten muss. Selbst bei Stationsärzten wird noch schief geschaut, wenn die wirklich ihre Arbeitszeit einhalten.
Ausserdem ist es ein Schreibtischjob geworden.
Ich hoffe einfach, dass in 1-2Jahrzehnten durch die demographische Entwicklung soviel Ärzte fehlen, dass man die hierarchien im KKH etwas flacher gestaltet, und von jungen Ärzten nicht teilweise 60-80Wochenstunden erwartet werden. Ausserdem muss es mehr Hilfskräfte für die Bürokratie geben. Manche Ärzte finanzieren sich ja gemeinsam schon ne Sekretärin, aber ich finde das sollte wirklich drin sein als Krankenkassen-Leistung. Man kann die Leute doch nicht 5-6Jahre ausbilden und dann im Beruf so sinnlos mit Bürokratie beschäftigen.
Man kann in der Jugend oder Kindheit schlicht mieserable Lebensbedingungen haben, Sterbefälle in der Familie, Scheidungen auf schlimmen Niveau. Es gibt viele Gründe warum man auch als intelligenter Mensch nur ein 2,.. Abi hinlegt. Z.B. auch eine sehr anspruchsvolle Schule.
Mein Abijahrgang war dann auch mit Abstand der beste im Vgl. zu anderen Gymnasien in Sachsen (Zentralabi). Durchschnitt über alle >90 Schüler war 1,8. Dafür haste bei den Vorabi-Noten bluten müssen.
Die Note ist ein Kriterium, aber doch nur wenns um den Studienerfolg geht, nicht um den Berufserfolg. Und ich verbringe meine Wartezeit nicht sinnlos, sondern genieße im Moment den Beruf als Pfleger. Das heisst aber nicht, dass ich nicht vllt. in 10-20Jahren noch Medizin studieren will, auch mit nem guten Abi nur. Das schöne am Arztberuf ist ja, dass man erst in Rente muss, wenn man geistig abbaut. Ist ja kein körperlich anstrenger Beruf.
Ärzte die vorher Pfleger waren, sind oft die besten Ärzte. Darunter teils Ärzte die schon in sehr jungen Jahren Chefärzte wurden. Selbst diese waren sich als Oberärzte nicht zu schade, sich längere Zeit an ein Patientenbett zu setzen und die Patientin zu überreden ihre Tabletten zu nehmen.
Auch ist man als Pfleger sehr nah am Patienten, die Beobachtung des Patienten geht heutzutage bei Ärzten oft unter. Die lesen in ihrem Arbeitszimmer übern Monitor Laborwerte, verfolgen die Vitalwerte des Patienten in der elektronischen PAtientenakte, aber nehmen sich nicht mehr die Zeit den Pat. anzuschauen.
Also, ich würde ihnen mal empfehlen ihre absolute Sicht etwas aufzuweichen. Als ITS-Pfleger brauch ich z.B. sehr viel einsicht in physiologische Zusammenhänge, in technische Zusammenhänge in Bezug auf die Maschinerie. Ich kann mir auch vorstellen, dass eine Kollegin mit nur Realschulabschluss durch Berufserfahrung auf einer ITS zum Medizinstudium befähigt wird. Es gibt ja auch intelligente Menschen, die aufgrund von Pech, Umständen, nur nen Realschulabschluss haben.

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