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Urteil zur Master-Zulassung: Die Qual der Auswahl

Wie suchen Hochschulen ihre Studenten aus? Mitunter recht willkürlich befürchteten Studenten und*klagten gegen die Uni Münster: Das Oberverwaltungsgericht hat nun deren Vergabepraxis*für Master-Plätze in BWL*für rechtswidrig erklärt. Damit droht auch anderen Unis eine Prozesswelle.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...805455,00.html
  1. #1

    dumm gelaufen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wie suchen Hochschulen ihre Studenten aus? Mitunter recht willkürlich befürchteten Studenten und*klagten gegen die Uni Münster: Das Oberverwaltungsgericht hat nun deren Vergabepraxis*für Master-Plätze in BWL*für rechtswidrig erklärt. Damit droht auch anderen Unis eine Prozesswelle.

    Urteil zur Master-Zulassung: Die Qual der Auswahl - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL
    Da hat die Uni wohl nicht mit einem solchen Ansturm gerechnet.
    Man hätte ja einfach eine feste Vorgabe machen können... z.B. Unterlagen + 1 A4-Seite(und nicht mehr)"Zusammenfassung" mit einer halbseitigen Eignungsbegründung und den Rest der Seite in fest vorgegebener Ordnung mit den Qualifikationen.
    Wer sich nicht dran hält wird aussortiert und ansonsten bleibt es überschaubar und schnell durchgelesen.
  2. #2

    Bildung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wie suchen Hochschulen ihre Studenten aus?
    Ich verstehe es nicht. Da wird die Politik nicht müde, uns bei jeder Gelegenheit zu predigen, wie wichtig Bildung für ein Land ohne Rohstoffe ist, und dann sorgt die gleiche Politik dafür, dass der Zugang zum Master Studiengang extrem beschränkt wird.

    War der Bolgna Prozess dann im Wesentlichen der gelungene Versuch, billige Halbakademiker zu bekommen und die Anzahl der "teuren" Vollakademiker zu begrenzen?
    Warum hat man nicht einfach den Regelabschluss der FHs zum Bachelor und den der Unis zum Master deklariert? Mit Regeln dafür, wie man vom Bachelor Abschluss mit dem Masterstudium weiter machen kann.
    Mir tun die Studenten leid. Ein völlig verschultes Studium, bei vielen Fächern ein haarsträubend hoher numerus clausus und Willkür bei der Vergabe der Master Studenplätze. Was bin ich froh, dass ich einen Diplomstudiengang hatte.
  3. #3

    Bachelor und Master ...

    ... wurden am Anfang mal als international kompatibler Ersatz für Vordiplom und Diplom kommuniziert. Inzwischen hat sich als Hauptziel des gesamten Bologna-Prozess das Aussortieren von etwa 50% der Studenten nach dem Bachelor herausgestellt, was letzendlich für die Gesamtqualität der Studienabschlüsse in Deutschland verheerend ist.
  4. #4

    Zitat von saschaegg Beitrag anzeigen

    War der Bolgna Prozess dann im Wesentlichen der gelungene Versuch, billige Halbakademiker zu bekommen und die Anzahl der "teuren" Vollakademiker zu begrenzen?
    Nein, denn dahinter hätte ja die Wirtschaft gesteckt. Die aber stellt Bachelor idR gar nicht erst ein, angeblich mangels Qualifikation (eher mangels Kenntnis seitens der Unternehmen).

    Das ist einzig und allein auf dem Mist von Vater Staat gewachsen. Das Diplom dauerte 9-10 Semester, der Bachelor nur noch 6. Regelstudienzeit wohlgemerkt, beim Diplom war das ja mehr oder weniger nach oben offen.
    Durch die Zugangsbegrenzungen für den Master sinkt somit im Durschnitt die Anzahl der Semester pro Student, wodurch der Staat massiv Geld spart. Und das nur an Primärkosten, das Bafög das nicht mehr gezahlt werden muss, hab ich da noch außen vor gelassen.
  5. #5

    ....

    Zitat von saschaegg Beitrag anzeigen
    War der Bolgna Prozess dann im Wesentlichen der gelungene Versuch, billige Halbakademiker zu bekommen und die Anzahl der "teuren" Vollakademiker zu begrenzen?
    Das sehen Sie genau richtig.

    Zitat von saschaegg Beitrag anzeigen
    Warum hat man nicht einfach den Regelabschluss der FHs zum Bachelor und den der Unis zum Master deklariert?
    Das wäre ja nun völlig falsch. Es ist schon ein Unding, dass der Dipl.-Ing. (FH) gleichgestellt wurde mit dem Bachelor. Wenn schon, dann hätte es der Bachelor honours sein müssen - das wurde aber von der KMK ausgeschlossen.
    Aber der Bachelor dient im wesentliche dazu, die Gehälter zu drücken ...
  6. #6

    Naja

    Zitat von OlafKoeln Beitrag anzeigen
    Das sehen Sie genau richtig.


    Das wäre ja nun völlig falsch. Es ist schon ein Unding, dass der Dipl.-Ing. (FH) gleichgestellt wurde mit dem Bachelor. Wenn schon, dann hätte es der Bachelor honours sein müssen - das wurde aber von der KMK ausgeschlossen.
    Aber der Bachelor dient im wesentliche dazu, die Gehälter zu drücken ...
    Ein Bachelor (hons) wird doch eh nur in Großbritannien vergeben und das ist das gleiche wie ein normaler Bachelor bei uns. Ein Bachelor ohne honours in Großbritannien ist einer, bei dem der Student keine Abschlussarbeit geschrieben hat.
  7. #7

    Zitat von Narn Beitrag anzeigen
    [...], angeblich mangels Qualifikation (eher mangels Kenntnis seitens der Unternehmen).

    [..]Das Diplom dauerte 9-10 Semester, der Bachelor nur noch 6. Regelstudienzeit wohlgemerkt, beim Diplom war das ja mehr oder weniger nach oben offen.
    Durch die Zugangsbegrenzungen für den Master sinkt somit im Durschnitt die Anzahl der Semester pro Student, wodurch der Staat massiv Geld spart. [...]
    Im naturwissenschaftlichen Bereich sind Bachelorabschlüsse zu oft rausgeworfene Zeit, wenn man keinen Master-Abschluss machen kann oder will. Nur mit dem Master als 2., aufbauenden Abschluss "taugen" viele Naturwissenschaftler mit Bachelorabschluss etwas. Vor allem in der Forschung sind Forscher mit Bachelorabschluss noch nicht mal auf dem Niveau von Technischen Assistenten. Warum? Das praktische Wissen fehlt in vielen Fällen vollkommen, einfach, weil dafür im knappen Zeitplan keine Zeit war. Und fürs theoretische Wissen gilt leider zu oft das gleiche.
    Viele Diplomabschlüsse hatten eine Regelstudienzeit von 8 oder 9 Semestern. Bachelorstudenten haben im gleichen Studiengang 6 od. 7 Semester Regelstudienzeit. Soviel stimmt bei Ihrer Aussage. Was Sie allerdings vergessen: Bei den 8 Semestern ist keine Zeit fürs 3-monatige Praktikum. Wenn man durchgehend 3 Monate Praktikum machen wollte, musste man ein Semester verlängern. Bei den Bachlorleuten kann dies anders gelegt werden, sodass hier dann wirklich nur 6 Semester Regelstudienzeit eingeplant werden mussten.

    Aber um fair zu sein, nehmen wir mal 6 Semester vs. 8 Semester. Um eine ähnliche Anerkennung wie das Diplom in der Wirtschaft zu bekommen, müssen die meisten Bachelorstudenten noch den Master machen. Der dauert allerdings nochmal 4-5 Semester Regelstudienzeit. Die Regelstudienzeit ist also noch viel länger als das Diplomstudium, selbst bei der Beachtung der Regelstudienzeit - und ob das Wissen dann größer ist, sei mal dahin gestellt. De facto hat man mit der Einführung eines gemacht: Eine tiefere Ausbildung (Master) noch langwieriger gemacht, deren früher Abschluss (Bachlor) in Deutschland wenig anerkannt ist. Dazu kommt, dass man noch extrem viel weniger Master Plätze anbietet, als man das für Diplomstudenten getan hat. An einigen Uni's ist es so, dass man nur ein Viertel der Plätze anbietet, wie Bachelorstudenten einen Abschluss an der Uni gemacht haben. Das heißt, man hat zusätzlich den Zugang zu einer tieferen Ausbildung von der Anzahl her noch begrenzter gemacht. Das Ziel, Jungendliche früher in den Berufsalltag zu integrieren, hat man damit nur bedingt erreicht.

    Ein zweiter Aspekt, der gern vergessen wird, ist die Finanzierung. An einigen Unis gilt der Master als Aufbaustudium bzw. als 2. Studium - für das Studiengebühren anfallen und für das es kein BaföG mehr gibt. Das heißt, man grenzt hier den Kreis derer, die einen Master machen können, noch weiter ein. Der Staat spart Geld - aber auch Bildung.
    Ich bin jedenfalls froh, noch einen Diplomabschluss zu haben. Denn als Bachelorstudent ist der Eintritt ins Berufsleben nicht leichter, sondern noch schwerer geworden.








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