Marten van Dijl/Milieudefensie Es war ein Kampf David gegen Goliath: Dorfbewohner aus Nigeria verklagten den Weltkonzern Shell, weil durch Pipeline-Lecks ihr Land mit Öl verseucht wurde. Nun hat das Gericht in Den Haag eine Konzerntochter in einem Fall tatsächlich zu Schadensersatz verurteilt.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-880569.html
zerstören den Lebensraum tausender Menschen, die Leute dort müssen alles aufgeben wegen dieser Diebe und dann wird so ein Antrag abgelehnt...und dann wundert man sich über Terroristen, man nimmt den Menschen alles und Sie sind fertig mit den nerven und dann kommt ein Prediger und erzählt ihnen ein paar Geschichten, natürlich hassen sie den Westen...wir müssen diese Menschen endlich als Menschen behandeln.
Da kommts auf ein paar Millionen nicht an, wa?
Wenn man die Bilder aus der Gegend sieht, mit toten Flüssen und verseuchten Böden, dann wundert es nicht, dass die Leuts dort Ölpipelines anzapfen. Wovon sollen sie sonst leben, wenn Fischfang und Ackerbau nicht mehr möglich sind.
Wenn man den Leuten ihre Lebensgrundlage entzieht, dann suchen sie sich eine neue.
Schlechte Nachrichten für westliche Betreiber jeglicher liniengebundenen Infrastruktur in Entwicklungsländern: wenn durch (wichtig:) einfach zu erreichende Sabotage Schaden entsteht, sind sie dafür haftbar.
Da kommt ja etwas auf die Betreiber von Bahnlinien, Strom-, Telekommunikationsleitungen und Änlichem zu. Deren "Leitungen" sind in keinster Weise gegen Sabotage geschützt. Entgleist jetzt also ein Zug weil irgendwo an der überall leicht zugänglichen Bahntrasse die Schienen geklaut wurden, dann haftet der Betreiber?
In der Konsequenz müsste die Infrastruktur teuer geschützt werden, wass wiederum deren Nutzung für die Einheimischen unerschwinglich macht, was wiederum den Betreibern angekreidet wird.
Aus meiner Sicht wirft das Urteil daher mehr Probleme auf als es löst. Und es erscheint wie eine Musterbeispiel umgekehrter Klassenjustiz.
Nur ein paar hilfreiche Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Ken_Saro-Wiwa Ken Saro Wiwa war der erste Ogoni (Delta - Stamm) der internationales Aufsehen erregte, in der Kosequenz wurde er von der damaligen Regierung exekutiert.
Die Ogoni finden Sie hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Ogoni
Aus der ursprünglich friedlichen MOSOP entstand später die MEND: http://de.wikipedia.org/wiki/Movement_for_the_Emancipation_of_the_Niger_Delta
2011 wurde in Port Harcourt eine Amnestie für Mitglieder der MEND verkündet, die ihre Waffen abgeben, seitdem ist's in PH und Warri deutlich ruhiger geworden. Die nigerianische Zentralregierung hat momentan mehr Probleme mit den Boko Haram im Norden Nigeria's, obwohl Boko Haram auch kürzlich einen Waffenstillstand angeboten hat.
Wenn ich in Ihr Grundstück eindringe und dort unberechtigt Ihr Heizöl abzapfe, - wer ist dann verantwortlich für Folgeschäden durch auslaufendes Öl: Sie oder ich?
Warum eigentlich sollte ein Ölkonzern fahrlässig zusehen, wenn sein Eigentum versickert und den Gewinn schmälert? In dem Artikel ist nicht einmal auf die Art der „Sabotage“ und den Umfang eingegangen worden, - auf die Schwierigkeit hunderte von Kilometern Pipelines zu schützen! Es gab aber schon anderweitig Berichte über Unglücksfälle (Explosionen), bei denen geschildert wurde, in welchem Umfang in Ostafrika Öl illegal abgezapft wird und welch „Kampf gegen Windmühlen“ es ist, hier für Ordnung zu sorgen. Aber das Feindbild Großkonzern verkauft sich halt immer besser als chaotische Verhältnisse in afrikanischen Ländern!
Dieselben Ölgesellschaften zeigen in Arabien und Amerika durchaus, dass sie bereit sind zumindest grundlegende Umweltstandards einzuhalten, - wenn man klare Regeln aufstellt (Sache der Regierung) und ihnen eine Chance gibt!