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Urteil in München: Fritten mit Kunstwert
DPAEin Künstler bekommt 2000 Euro Schadensersatz, weil eine Galerie 22 Jahre alte Pommes nicht mehr fand. Die beiden Fritten dienten als Vorlage für ein goldenes Pommeskreuz. Das Gericht befand über ihren Marktwert. Es ging auch um die Frage: Ist das Kunst oder kann das weg?
http://www.spiegel.de/panorama/justi...814272,00.html
- #50 09.02.2012 22:59 von
Aufregung
Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Wo auf dieser Welt stehen denn Leistung und Verdienst in Einklang? Man schaue sich Profisportler, Popsänger und Mitglieder von Königsfamilien an. Für Zehntausende von Euros wechseln histogrische Manuskripte, getragene Jacken oder Gitarren von Popstars oder Ratzingers Golf den Besitzer.
Seltsam, dass bei zeitgenössischer bildender Kunst deren Wert von vielen Menschen so herabgesetzt wird. 2000 Euro sind jetzt kein Vermögen. Gönne man das doch dem Künstler. Wer sagt denn, dass der nicht hart arbeitet? - #51 10.02.2012 09:54 von
Kunst in der Schule
Ich verklage jetzt die Schulen, die die Kunstwerke meiner Kinder und die Modellvorlagen beschädigt/vernichtet/weggeworfen haben, auf Schadensersatz.
- #52 10.02.2012 10:37 von
mööööp
es gibt keine hochheit über kunst. punkt.
eben solche menschen, die jahrhunderte alte braune-soßen-malerei oder vertreter dessen in heutiger zeit als die einzig wahre kunst definiern tun es aber. alte kunst ist weder schlechter, noch besser als neue. DAS ist es aber, was verkrustete hirne nicht zu begreifen scheinen. ich spreche den alten meistern in keinster weise etwas ab und soviel offenheit und respekt sollte man neuer kunst ebenfalls entgegenbringen. diese diskussion wurde wahrscheinlich schon unzählige male geführt in den letzten jahrhunderten. denn alte köpfe lehnen grundsätzlich neues ab.
und wenn jemand behauptet, kunst kommt von können, der verwechselt kunst mit handwerk. das eine schliesst das andere nicht aus, ist aber NICHT dasselbe. - #53 10.02.2012 17:55 von
Rezept für den nächsten schwerwiegenden Kunstverlust
1. Man begebe sich zur nächsten Frittenbude und kauf für einen Euro eine Tüte Pommes.
2. Da nur 2 Proletenstäbchen gebraucht werden, suche man 10 passende Stück aus.
3. Die legen wir 5 Tage auf die Heizung.
4. Danach erfolgt ein Fotovergleich auf größtmögliche Ähnlichkeit.
5. Es erfolgt die feierliche Übergabe der zwei Fettmikados an den "Künstler".
6. Den Rahmen kann eine kleine Party bilden - raten Sie mal was als Hauptgang gereicht wird?
Man sieht, Glück und Harmonie ist so leicht wieder herzustellen...
Ooops, ganz vergessen - ein bischen Kreativität braucht man auch dazu! - #54 11.02.2012 13:27 von
100 Meisterwerke: Pommes d'Or
Unschuldig liegt es vor einem, wenn man sich ihm nähert. Beiläufig, fast der erste Blick darauf, dann amüsiert. Was könnte banaler sein als Pommes?
Doch dann wird das Auge wie unter Zwang zur Mitte gezogen, wo sich die beiden Stäbchen parabelnd kreuzen. Was soll uns das sagen? Jetzt aufmerksam geworden, tritt der Betrachter näher.
Stehen die beiden Pommes für die Schichten der Gesellschaft? Oben und Unten? Die Portion Pommes, welche der LKW-Fahrer in der Autobahn Raststätte Remscheid-Ost genau so genießt, wie die umzobelten Damen bei Gosch auf Sylt?
Die Gesellschaftlichen Schichten, sonst sauber getrennt hier, an einem Punkt verschmolzen durch die Hitze einer 140 Grad heißen Friteuse? Welch ein kühner Gedanke, der sich gleichzeitig durch seine Banalität wieder zu verspotten scheint.
Jetzt beginnt sich Respekt im Betrachter zu regen, angesichts der erst auf den zweiten Blick deutlich gewordenen Bedeutung. Neugierig tritt er näher, um das Kunstwerk einer genaueren Betrachtung zu unterziehen.
Ist das Goldbraun der Fritten nicht zu glänzend? Dann wird es klar, es ist Gold, staunend ruht das Auge auf dem glänzenden Edelmetall und seiner gewellten Oberfläche. Dann trifft einen die Erkenntnis mit voller Wucht: Gold! Kartoffel! Wellen!
Wie die massigen Menhire einer antiken Steinreihe das Auge auf den Punkt der Wintersonnenwende an den Horizont zwingen, so führen diese Worte zu einem Namen.
Moctezuma
Der unglückliche Herrscher der Azteken, der durch die über die Wellen des Meeres gekommenen Spanier und ihrer Gier nach Gold getötet wurde. Die Unfähigkeit der Europäer in der aus Südamerika stammenden Kartoffel das wahre Gold der neuen Welt zu erkennen. Das Kreuz, in dessen Namen die schlimmsten Gräueltaten verübt wurden.
Schwindelnd steht der Betrachter an dem sich plötzlich auf tuenden Abgrund von Tiefe und Bedeutung. Kaum wagt er zu atmen, während er sich dem Kunstwerk weiter nähert, um nun auch die kleinsten Details mit dem gierig gewordenen Auge aufzusaugen.
Was sollen diese kleinen Körnchen sein? Wie erst der wuchtige Schlag auf den Hau-den-Lukas es dem Bolzen des Gedankens ermöglicht, die Glocke der Erkenntnis oben zu läuten, so bringt uns diese Betrachtung zu einem Wort: Salz!
Sofort ist die Gedankenkette klar. Brot und Salz, Lots Weib das zur Salzsäule erstarrte, weißes Gold des Mittelalters, Salzstock, Gorleben, Endlagerung. Die Verkommenheit der Moderne, welches dieses seit biblischer Zeit heiliger Mineral zur Lagerstätte des absolut Bösen gemacht hat.
Völlig erschöpft wenden wir uns ab. Kein weiterer Blick mehr ist dem aufgewühlten Geist mehr zuzumuten. Langsam fast ehrfürchtig wendet sich der Betrachter ab. Zögernd, fast schüchtern wagt der Körper wieder seine Bedürfnisse zu melden.
So schwankt man hinaus, nur für einen Gedanken fähig: Jetzt eine Currywurst! - #55 12.02.2012 10:35 von
Lachend in die neue Woche
Das Oberlandesgericht hat seinen schwarzen Peter richtig eingesetzt, herzlichen Glückwunsch.
P.S. Vor 60 Jahren gab es in unserem Blättchen immer etwas am Montag früh zum Schmunzeln: >Lachen in die neue Woche< - #56 29.02.2012 19:15 von
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