Späte Gerechtigkeit in einem historischen Prozess: Vor 18 Jahren haben Gary Dobson und David Norris den jungen Schwarzen Stephen Lawrence in London erstochen, nun wurden sie zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Doch viele Fragen des Falles sind noch offen.
http://www.spiegel.de/panorama/justi...807144,00.html
"Es spiele keine Rolle, ob einer der beiden Verurteilten die Tatwaffe in der Hand gehalten hätte, sagte der Richter."
Es gibt also keine Beweise, dass die beiden die Mörder waren. Sie wurden aus der Gruppe willkürlich herausgegriffen.
Der Richter sollte sich fragen, ob er ein Rassist ist, der Weisse deshalb verurteilt, weil sie am Tatort waren. Wie es weisse Richter noch 1960 in Arkansas taten. Bei Schwarzen.
Es gibt wohl hinreichende Beweise, dass beide an der Tat beteiligt waren. Das Ganze nennt man Mittäterschaft, und wird wohl in England ähnlich betrachtet wie im deutschen Strafrecht. Sie haben Recht: es kommt bei einer Bandenbildung nicht darauf an, wer letztlich tötet. Denn jeder, der ihr angehört, nimmt die Taten der anderen billigend in Kauf. Die beiden wurden sicher nicht deshalb verurteilt, weil sie zufällig am Tatort waren, sondern Teil eines rassistischen Mob, der keinen Respekt vor dem Lebensrecht anderer hatte. Also was soll dieser unsinnige umgedrehte Rassismusvorwurf....
Deutschland sollte sich ein Beispiel an der Aufarbeitung durch die englische Öffentlichkeit nehmen. Der alltägliche deutsche Rassismus,auch hier in den Kommentaren ablesbar, muss viel offensiver bekämpft werden.
Nein. Steht doch im Artikel, dass sie nicht willkürlich herausgegriffen wurden, sonder das nach Ansicht des Richters die Tat von den 5 gemeinschaftlich begangen wurde. Das kennt das deutsche Strafrecht auch. (§25 Abs. 2 StGB)
Das braucht de Richter sich nicht zu fragen, er hat sein Urteil ja nicht damit begründet, dass die Verurteilten am Tatort waren.
Nein, forensische Beweise gibt es nicht, die den Rest des Mordes überführen. Aber es liegen dutzende Zeugenaussagen vor, die diese Männer vor 15 Jahren als Messer-schwingende Rassisten erkannt haben.
Und forensische Beweise fehlen, weil die Polizei vor 15 Jahren diesen Aussagen nicht nachging, sondern lieber untersuchte, was das Mordopfer Stephen Lawrence um zehn Uhr nachts an einer Bushalte-Stelle zu suchen hatte.
Festnahmen und Wohnungsdurchsuchungen folgten erst Wochen nach der Tat.
Einer der Verurteilten ist der Sohn eines bekannten Drogendealers und Gangsterbosses in Südlondon - dessen Familie erkaufte sich das Schweigen von Zeugen mit Geld und Drohungen.
Und schließlich noch dieses Video - aufgenommen in der Wohnung eines der Gang-Mitglieder. Auch dies kein forensischer Beweis, natürlich: Stephen Lawrence trial: Chilling words caught in Gary Dobson's flat | Mail Online
Hier finden sich auch Interviews, die die Verdächtigen aus eigenen Stücken einem Nachrichtenprogramm gaben, Jahre nach der Tat - ein wirklich erhellendes Schauspiel.
Von Willkür kann man kaum sprechen, wenn lediglich an ihrer Kleidung (und bei keinem anderen) die passenden DNS-Spuren festgestellt wurden.
Es gibt anscheinend keine Berichte dazu, ob die Angeklagten zu den Blutspritzern auf ihrer Kleidung Stellung genommen haben.
Es ist eine alte Weisheit, die besagt: Mitgefangen, mitgehangen.
...zur Klarstellung: forensische Beweise fehlen nur bei den drei bisher nicht Verurteilten.
Dobson und Norris, die jetzt zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden, hatten an ihrer Kleidung Blut von Stephen Lawrence, Fasern seiner Kleidung und seine Haare. Gefunden wurden diese erst jetzt, weil diese winzigen Rest-Spuren erst mit modernen Methoden gefunden werden konnten.