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Urteil: Bayern dürfen über Studiengebühren entscheiden

DDPIn Bayern stehen die Studiengebühren auf der Kippe: Der Verfassungsgerichtshof in München hat überraschend ein Volksbegehren zugelassen - nun entscheiden die Bürger des Freistaates.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-862704.html
  1. #1

    Nur noch NDS?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In Bayern stehen die Studiengebühren auf der Kippe: Der Verfassungsgerichtshof in München hat überraschend ein Volksbegehren zugelassen - nun entscheiden die Bürger des Freistaates.

    Studiengebühren: Gerichtshof erlaubt Volksbegehren in Bayern - SPIEGEL ONLINE
    Wenn Bayern fällt ist das System tot. Dann wird auch Niedersachsen die Studiengebühren/beiträge abschaffen, damit nicht alle Studenten weglaufen.

    Hier zeigt sich mal wieder das Paradoxon der Politik: Der Wähler will solide Haushalte und gute Bildungsangebote - aber bloß keine Studiengebühren.
  2. #2

    Alternativlose Politik

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Grüne und SPD hatten sich der Klage nicht angeschlossen, weil sie sie als aussichtslos einstuften.
    Statt konstruktive Opposition zu betreiben, folgen die SPD und die Grünen der "alternativlosen" Politik der CDU/CSU im Stil einer kommunistischen Einheitspartei.

    So hatte ich mir die Wende nicht vorgestellt!
  3. #3

    Richtig so!

    Ich hoffe, damit können die Bayern ein deutliches Zeichen setzen und die unsäglichen Studiengebühren endlich abschaffen.

    Argumente pro Studiengebühren kommen ohnehin fast nur von Leute, die keine Ahnung von Studieren haben oder eben nicht am Geld knappsen.

    Wer, wie ich, unter Studiengebühren und als BAFöG-Empfänger studieren musste, weiß was ich meine:
    1. Begrenzte Teilnehmerzahlen bei Kursen begrenzen die Möglichkeit mit dem Studium rechtzeitig fertig zu werden: Viele Studierende können somit garnicht in Regelstudienzeit fertig werden. Kein Problem, wenn man wohlhabend ist. Wenn man aber von BAFöG abhängt und neben dem Studium noch Jobben muss, um die Studiengebühren und den Lebensunterhalt zu finanzieren, wird es sehr sehr eng.
    2. Frühere Studenten-Generationen sollten, wenn es ums moderne Studium geht, mal gepflegt den Mund halten. 80-Studenwochen sind für viele Standard, den früheren Gammelstudenten gibt es im Grunde nicht mehr.
    Wer heute ein Studium übersteht, ackert sich vorm Studienbeginn kaputt oder hat genug Geld, um entspannt zu studieren: Das ist soziale Selektion in Reinform.

    Nieder mit den Studiengebühren!
  4. #4

    Zitat von bazzu Beitrag anzeigen
    Ich hoffe, damit können die Bayern ein deutliches Zeichen setzen und die unsäglichen Studiengebühren endlich abschaffen.

    Argumente pro Studiengebühren kommen ohnehin fast nur von Leute, die keine Ahnung von Studieren haben oder eben nicht am Geld knappsen.

    Wer, wie ich, unter ....
    Vielen Dank für Ihren Kommentar! Ich habe zum Glück rechtzeitig aus Niedersachen nach Berlin gewechselt und bin dann verschont geblieben von den Gebühren. Von meinen alten Komilitonen konnte ich aber erfahren ,dass sich selbst nach 2 Jahren Studiengebühren rein gar nichts geändert hat. Es wurde eine neuer Hörsaal gebaut, der dann wie die anderen stehts nicht voll war. Am eigentlich Lehrangebot oder dem Online-Auftritt usw. hat sich rein gar nichts geändert. Wo ist das Geld denn versickert? Nun ja. Ich habe keine Ahnung. In Berlin muss ich dagegen sagen, gab es zahlreiche Änderungen die zu einer erheblichen Vereinfachung geführt haben und letztednlich dazu geführt hatten, dass die Kurse nicht mehr brechend voll waren.

    Hat die Hauptstadt mal was richtig gemacht bzw. die damalige FH. Studiengebühren jedoch waren eher eine Belastung.
  5. #5

    Zitat von Andreas Rolfes Beitrag anzeigen
    Der Wähler will solide Haushalte und gute Bildungsangebote - aber bloß keine Studiengebühren.
    Was ist denn daran paradox?
    Studiengebühren führen nicht zwangsläufig zu einem besseren Bildungsangebot.
    Höhere Bildung führt ceteris paribus zu einem solideren Haushalt.
    Studenten haben im Regelfall kein Einkommen müssen aber Studiengebühren bezahlen.

    Wenn es also Studiengebühren geben sollte, dann müssten diese
    1) besser ausgegeben werden, sprich: die Studenten bräuchten eine größere Mitsprache über die Ausgaben. Gerade in Bayern, wo es die gebühren gibt haben die Studenten aber am wenigsten in Deutschland mitzuentscheiden
    2) sollte die Gebühr in einer anderen Form erhoben werden. Z.b in Form einer Steuererhöhung für Uni-Absolventen.

    Nach dem momentanen System nachdem Studiengebühren erhoben und verwaltet werden ist eine Abschaffung kein Paradoxon, sondern eine mögliche Schlussfolgerung aus der momentanen Situation.
  6. #6

    Huch

    Auch Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) tritt für Studiengebühren ein. Sie warnt vor einem Qualitätsverlust, wenn Bundesländer die Gebühren abschaffen und den Hochschulen nicht ausreichend Geld zum Ausgleich zur Verfügung stellen.
    Soso. Schavan warnt vor Qualitätsverlust. Glashaus? Steine?
  7. #7

    Ich habe noch im alten System studiert (Magister), derzeit mache ich noch einen Bachelor. Ich bin nicht reich, war es nie, habe Bafög bezogen und permanent gearbeitet, um mir mein Studium zu finanzieren.
    Man muss kein Überflieger sein, um das zu schaffen. Kaum ein Student (@bazzu) 80 (!) Stunden für sein Studium auf. Die Woche hat ja nur 168 Stunden, arbeiten und schlafen muss man ja auch noch. Studenten haben es ja ach so schwer. Nach meinen ersten Erfahrungen in der Arbeitswelt weiß ich, welches Privileg ein Studium ist.
    Gerade ein meiner alten und merkte ich, was die Studiengebühren brachten. Mehr Bücher, mehr Lehrkräfte, kleinerne Seminare etc.. Wer jetzt die Gebühren abschaffen will, der muss sich darauf einstellen, dass damit Schluss ist.
    Wem die Gebühren in Bayern und Niedersachsen nicht passen, der soll einfach in eines der anderen Bundesländer gehen.
  8. #8

    Sachlich falsch

    Das Procedere ist im Artikel so falsch dargestellt, daß es fälscher kaum mehr geht.

    Nach der Zulassung des Volksbegehrens muß es von einem Zehntel der stimmberechtigten deutschen Bevölkerung in Bayern unterstützt werden. Dafür sind derzeit ca. 930.000 Unterschriften erforderlich und nicht nur 10.000, wie im Artikel dargestellt. Die Frist für die Eintragung läuft auch nicht "in den kommenden zwei Wochen", sondern der Termin, zu dem die 2-Wochenfrist beginnt, wird erst noch festgelegt.
  9. #9

    Sachliche Fehler

    Der Artikel enthält wichtige sachliche Fehler, der Satz "Im nächsten Schritt müssen sich jetzt in den kommenden zwei Wochen 10.000 Bürger erneut in Unterschriftenlisten eintragen." ist falsch.
    Korrekt ist, dass es einen zweiwöchigen Eintragungszeitraum gibt, in dem sich die Bürger eintragen können. Dieser wird aber eigens festgelegt und beginnt nicht automatisch mit Verkündung des Urteils. Noch wichtiger ist, dass sich statt 10.000 Wahlberechtigen 10% der Wahlberechtigten für das Volksbegehren aussprechen müssen, dies entspricht etwa 940.000 Unterschriften.
    Eine gute Zusammenfassung des Verfahrens findet sich auch beim bayerischen Innenministerium unter http://www.stmi.bayern.de/imperia/md/content/stmi/buergerundstaat/wahlenundabstimmungen/110303_allg_infos.pdf


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