Forum: Blogs
Urteil*gegen Conrad Murray: Jury spricht Jackson-Arzt schuldig
Die Jury hat*ein Urteil gefällt:*Die Geschworenen*erklärten den früheren Leibarzt von Michael Jackson der fahrlässigen Tötung für schuldig. Das Strafmaß wurde zunächst nicht bekannt.
http://www.spiegel.de/panorama/justi...796416,00.html
- #1 07.11.2011 21:54 von
Sehr gutes Urteil!
Er hat bekommen, was er verdient hat!
Solche fairen Verhältnisse wie in diesem Verfahren würde ich mir hier in Deutschland auch wünschen. Leider ist die Regel bei uns anders: Die eine Krähe bestätigt der anderen Krähe, dass er keine Fehler gemacht hat und anschließend wird durch einen scharzen Esel ein Fehlurteil gefällt. Ich mache derzeit ein solches Verfahren durch, ich weiß, wovon ich rede. - #2 07.11.2011 22:12 von unente
endlich ein "Schuldiger"
Ärzte stehen doch praktisch immer mit einem Bein im Knast, besonders in den USA. "Fahrlässige Tötung" ist immer drin, das gehört zum Lebensrisiko beim Auto fahren und zum Berufsrisiko von Ärzten.
- #3 07.11.2011 22:52 von
Sehr gut
Absolut korrektes Urteil. Selbst wenn Jackson sich die tödliche Spritze Propofol nach der Verteidigungsstrategie halb bewusstlos selbst gesetzt hat, so trägt der Angeklagte hier vollste Verantwortung, geschweige denn das er die Medikamente die auch in Amerika ausschließlich stationär verwendet werden, in Jacksons Nähe gelassen hat und wohlwissentlich das Jackson davon hochgradig abhängig war.
Das der Arzt zusätzlich seine Approbation verlieren wird untersreicht ein in sich schlüssiges und logisches Urteil nach rechtsstaatlichen Gesichtspunkten. - #4 07.11.2011 22:57 von
Fehlurteil
Ganz abgesehen vom Strafmaß kommt dabei ein Fehlurteil heraus. Es ist allgemein bekannt, daß MJ mit seiner Gesundheit Raubbau betrieben hat. Man sehe nur seine Nase an. Er wollte schlafen, vermutlich bereits unter dem Zustand der Medikamentenabhängigkeit, sein Arzt hat ihm das ermöglicht, und es ging schief. Seinen Arzt zu veruteilen heisst, ihm die Verantwortung für das Handeln MJs aufzubürden - das hat mit Gerechtigkeit nichts zu tun. Es ist nur, neben dem komischen Komplett-Freispruch in allen Punkten in MJs Verfahren, ein weiteres Indiz dafür, daß die US-Justiz MJ eine weiße Weste bewahren will. Daß MJ mit dem Medienrummel nicht klarkam und ihn nur unter Medikamentenmißbrauch aushalten konnte, ist erwiesen und wird nicht bestritten. MJ war zu seinem Todeszeitpunkt nicht entmündigt, also für seine Taten selbst verantwortlich. Sein Arzt hat bestenfalls zu spät die Reissleine gezogen und sich von ihm getrennt. Man mache sich nichts vor: Wer heute eine lebensgefährliche Dosis von Diazepinen verschrieben bekommen möchte, begibt sich einfach in die Behandlung von 3 Ärzten gleichzeitig und lässt sich die Medikamente verschreiben. Dann fährt er zu drei Apotheken, im Umkreis von 5 km, und löst die Rezepte ein. Wer ist dann verantwortlich?
- #5 07.11.2011 23:53 von
Ein Schuldiger wurde gesucht
Michael Jackson war ein guter Mensch. Er liebte Kinder und wenn sie schwer krank waren, hat er ihnen teure Therapien bezahlt. Aber das spielte keine Rolle. Anstatt ihn weiter Kindern helfen zu lassen, wollten viele Leute ihn im Gefängnis einsperren.
Michael Jackson hat die Welt im Sommer 2009 verlassen, aber die Welt hat Michael Jackson schon viel früher im Stich gelassen.
Mit Conrand Murray wollte man einen Schuldigen finden, aber viele andere sind Schuld an Michaels Tod.
Die Gesellschaft geht mit kinderlieben Menschen wie Michael Jackson so um, wie sie es tut, und zwar ganz schlecht. - #6 08.11.2011 02:05 von
- #7 08.11.2011 07:21 von
Fahrlässig
Naja, man muss sagen: Ein Arzt, der einem Patienten Propofol verabreicht und nicht auf ihn aufpasst, d.h. aus den Augen lässt, ist sicher fahrlässig.
Ich habe Propofol als Halbnarkose während einer Augenoperation 2009 bekommen und kenne es als sehr starkes Narkosemittel - kein Wunder, das da etwas passieren kann, wenn man den Patienten nicht überwacht.
Die Sache ist eher die: Jackson hätte gar nie an Propofol usw. kommen dürfen. Und selbst wenn, dann sicher nicht mit einer solchen Dosis an Benzodiazepinen intus. Es wäre eher ein Wunder gewesen, hätte er überlebt.
Freundliche Grüsse
diamorphin - #8 08.11.2011 07:29 von Downscape
- #9 08.11.2011 07:34 von
weil nicht sein kann was nicht sein darf
Ich erinnere mich noch an den Prozess gegen Jackson, der zu dieser Zeit in praktisch allen Radiosendern tabuisiert war. Er wurde damals freigesprochen, in den USA geht so was in Deutschland wäre es wahrscheinlich nicht passiert.
Was immer die Wahrheit war, Geld des Jackson Clans hat es geregelt. Bei O.J. Simpson war es auch so ein seltsamer Prozess. Und jetzt dieser hier gegen einen offensichtlichen Sündenbock. Wer gesehen hat, wie ungläubig und irritiert der Angeklagte bei der Verkündung des Geschworenentscheids war, der müsste eigentlich glauben, das er nicht wirklich schuldig im Sinne der Anklage ist.
Die Familie Jacksons konnte sich öffentlich nicht auf eine Art Selbstmord (beabsichtigt oder unbeabsichtigt) durch den medikamentenabhängigen Michael einlassen, weil man die Musikrechte verwerten will und ein Selbstmord da schädlich wäre. Warum hätte denn der Arzt sein Cashcow schlachten sollen? Da gibt es doch gar kein Motiv.
Die aktuellen Top-Themen

Antworten / Zitieren

