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Urologie: Wie nasse Kinderbetten trocken werden

Wenn Kinder nachts ins Bett machen, ist das für die Familien eine große Belastung - und meist ein Tabuthema. Dabei hat Bettnässen*oft körperliche Ursachen, die man behandeln kann. Das wichtigste für Eltern: viel Geduld.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...796538,00.html
  1. #1

    Einfühlungsvermögen ist die erste Elternpflicht

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das wichtigste für Eltern: viel Geduld.
    Richtig. Und niemals, niemals eine negative Reaktion gegenüber dem Kind, das ja sowieso schon unter seinem Problem leidet. Vielmehr sollte man so normal wie möglich damit umgehen, Handtücher zum Unterlegen und Schlafkleidung zum Wechseln bereitlegen und das Kind liebevoll beruhigen. Tagsüber kann man, wenn sich gerade eine günstige Gesprächssituation anbietet, dem Kind versichern, dass es absolut nicht schuld an seiner Blasenschwäche ist und sich nicht zu schämen braucht.
    "Gefährlich" sind hingegen ältere Verwandte (Oma, Opa usw.), denen noch im Sinne der schwarzen Pädagogik eingebläut wurde, mit mehr Disziplin könne man die "Sauerei" vermeiden. Sie können mit entsprechenden Äußerungen viel Schaden anrichten.
  2. #2

    Arme Kinder

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wenn Kinder nachts ins Bett machen, ist das für die Familien eine große Belastung - und meist ein Tabuthema. Dabei hat Bettnässen*oft körperliche Ursachen, die man behandeln kann. Das wichtigste für Eltern: viel Geduld.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...796538,00.html
    Kann mich erinnern(ca.1956) daß Kinder wegen bettnässen in Heime für schwererziehbare Kinder kamen,obwohl sie sogar übertrieben ruhig waren.
    Sogar Priester prügelten sie bis sie ins Krankenhaus
    mußten.
    Wer bettnässen tut. war in seinem ersten Leber ein Sünder.
    Solche perversen Vorstellungen hatten manche kirchlichen Erzieher.
  3. #3

    fahrlässig

    Ich habe selten einen Artikel zum Thema Enuresis gelesen, der die psychische Dimension des Problems derartig klein zu reden versucht. Den Betroffenen zu signalisieren, dass sie mit dem Problem nicht alleine sind und die Symptomatik durchaus behandelbar ist, sich bei vielen Kindern mit wachsendem Alter sogar ohne Behandlung (ob durch Medikamente oder Psychotherapie) "von alleine" löst, ist völlig richtig. Ich habe in meiner Praxis jedoch noch kein Kind/Eltern gesehen, dessen psychische Belastungen erst und ausschließlich nach bzw. aufgrund der Symptomatik des Einnässens entstanden sind. Ich denke auch nicht, dass eine solche Behauptung dazu dienlich ist, Eltern zu entlasten oder zu beruhigen. Im Gegenteil halte ich es für fahrlässig, Betroffene glauben zu machen, dass es lediglich oder überwiegend somatische Faktoren ursächlich sind. So lässt sich vergleichsweise bei der Populärdiagnose ADHS und der leider häufig ausschließlich medikamentösen Behandlung der dort zugerechneten Symptome in erschreckender Weise erkennen, wohin dies führt. Die einseitige somatische Betrachtungsweise ist in dieser reduzierenden Form recht leichtfertig und bringt m.E. selten langfristige "Heilung" - aber erfreut die Pharmaindustrie...
  4. #4

    Windeln

    Mit 4 Jahren schon jedes 4. Kind trocken? Ist das ein Schreibfehler? Oder das Ergebnis des Pampers-Immer-Trockner-Popo-Syndroms? Unsere Töchter waren mit >2 bzw. >3 auch nachts trocken - ohne besondere "Erziehungs-" Maßnahmen, außer konsequentes Ignorieren der einhellig bekannten Pampers-Fernsehwerbung und damit deutliche Schonung der Nerven und des Geldbeutels durch preiswerten Einkauf und der viel kürzeren Windelzeit.
  5. #5

    Windeln gehören verboten

    Warum machen denn so viele Kinder noch in´s Bett? Weil ihnen die Blasenfunktion bis ins späte Kleinkindalter verborgen bleibt. Windeln zu benutzen ist daher totaler Unsinn. Nur weil man die Ausscheidungen nicht bei sich haben will. Das gehärt nunmal zum Kind dazu. Man muss eben auf die Signale achten die ein Kind von sich gibt. Das schafft man doch in allen Kulturen die nicht industriell geprägt sind auch. Und die benutzen niemals Windeln, da sie garkeine Chance hätten, diese dann in fremden Ländern zu entsorgen.

    Unsere kleine Maus haben wir übrigens schon nach der ersten Woche abgehalten und sie hat uns stets signalisiert, wann sie mal muss. Jetzt ist sie ein Jahr alt und macht fast ausschließlich ins Töpfchen. Das große Geschäft geht so gut wie immer ins Töpfchen.

    Aber Deutschland ist ja auch ein Meer, beherrscht von Mythen. Wegen solcher Probleme geht man hier zum Arzt. Was hat ein Arzt bitte mit den Ausscheidungen eines Kindes zu tun? Das ist nie und immer eine Krankheit. Was für ein Unsinn. Ich wette, dass dieses Thema, so wie das Thema Ernährung garnicht im Medizinstudium angeschnitten wird.
  6. #6

    Was ein heuchlerischer Pharma Artikel

    Bevor man hier für Tabletten wirbt sollte man doch wohl erstmal die naheliegenste Begründung ausschliessen.
    Mangelndes Selbstvertrauen und Schuldgefühle.

    Gibt dem Kind einfach mal ein Blatt Papier mit 50 Flächen zum Ausmahlen. Ein Fisch mit Schuppen vielleicht.
    Und jeden Morgen den er trocken war, darf er eine ausmalen.
    Viele Kinder die jahrelange Probleme hatten mit Schlafüberwachung und ähnlichem Terror sind damit durch bevor der Fisch ausgemalt ist.

    Ich bin echt stinkig auf so einen tendenziösen Lobby Artikel.
  7. #7

    ....

    In den meisten Kinderratgebern - die aber auch schon wieder veraltet sein können, meine Töchter sind schon 11, 13 und fast 20- die ich damals gelesen habe, hieß es, man soll warten, bis das Kind alleine nach dem Töpfchen verlangt. Nicht mal "probesitzen" lassen.
    Nun hatte ich aber keine Lust, zu lange zu warten- und hab meine Töchter, wenn ich der Meinung war, sie könnten eigentlich schon begreifen, um was es geht, nach den Mahlzeiten kurz auf den Topf gesetzt. Ohne Druck- wenn sie gleich wieder aufstanden, wars auch gut.
    Die Erste war etwa 2,5, als sie mal ein Wochenende mit Papa allein zu Hause verbringen musste- Mama musste Arbeiten- und Papa hatte den linken Arm in Gips. Da war das Wickeln ungünstig. Also beschlossen Vater und Tochter, sie versuchen es mal mit dem Topf. Tochter war begeistert, schleppte den Topf den ganzen Tag von Raum zu Raum, saß anfangs im 10-Minuten-Takt drauf- und war am Sonntag trocken, einige Tage später auch nachts.
    Der Mittleren schlug ich vor, ob wir die Windel nicht mal weglassen wollten, sie sei schon groß? Sie stimmte sofort zu, ein, zwei Tage dauerte es, dann klappte es reibungslos.
    Und bei der Dritten war es genauso.

    Unser Kinderarzt gab mir aber den Tipp, ab dem Alter von ca. 1,5 Jahren nicht mehr die supersaugenden Windeln zu benutzen, sondern "Billigmodelle", damit sie für sich einen Zusammenhang zwischen Drücken im Bauch und komisches Gefühl am Po herstellen konnten.

    Kinder sind aber auch verschieden- meine Damen waren mit ca. 2,5 Jahren die Windeln los, mein 5jähriger Neffe hat es bis heute damit nicht eilig.

    Die Tabletten setzt man meines Wissens auch nur kurzfristig ein- so kenne ich das von wesentlich älteren Kindern ab dem Grundschulalter. Da werden die Tabletten nur zeitlich befristet während einer Klassenfahrt o.ä. eingesetzt. Um den Kindern die Peinlichkeit zu ersparen, finde ich es dann auch vertretbar.
  8. #8

    Psychische Ursachen

    Danke Spooky für deinen Beitrag, genauso sehe ich das auch.
    Daher fühle ich mich auch nicht genötigt jetzt noch allzu viel dazu zu schreiben.
    Es ist eien Schande, dass der Artikel nicht auf die psychischen Ursachen einer Enuresis eingeht.
  9. #9

    wir haben Sterne

    Zitat von chagall1985 Beitrag anzeigen
    Bevor man hier für Tabletten wirbt sollte man doch wohl erstmal die naheliegenste Begründung ausschliessen.
    Mangelndes Selbstvertrauen und .....
    Wir haben ihm eine karte gebastelt wo er sterne sammeln kann. Er findet es total klasse.


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