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Urheberrechts-Kampagne: Verleger spricht von "Pogromstimmung"

Mit drastischen Worten protestiert der Verleger Helge Malchow gegen eine Adresssammlung. Die Kontaktdaten von Unterzeichnern eines Pro-Urheberrechts-Aufrufes stehen im Web, Verleger drohen mit juristischen Schritten. Die mutmaßlichen Ersteller verteidigen die Aktion.

Urheberrechts-Kampagne: Verleger spricht von "Pogromstimmung" - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit drastischen Worten protestiert der Verleger Helge Malchow gegen eine Adresssammlung. Die Kontaktdaten von Unterzeichnern eines Pro-Urheberrechts-Aufrufes stehen im Web, Verleger drohen mit juristischen Schritten. Die mutmaßlichen Ersteller verteidigen die Aktion.

    Urheberrechts-Kampagne: Verleger spricht von "Pogromstimmung" - SPIEGEL ONLINE
    Der Typ ist ja genauso Panne, wie die ganze Aktion.
    Erst kämpfen Künstler wenig überzeugend für die alten Pfründe ihrer Lehensherren, dann veröffentlichen Kindsköpfe bereits veröffentlichte Adressdaten nochmal und ein Verleger versteigt sich deshalb in absurde Nazivergleiche.
    Das ist Realsatire und zeigt, wie man es eben nicht machen sollte, wenn man an einer ernsthaften Diskussion interessiert ist.
  2. #2

    Künstlerverachtung entspringt rechtspopulistischem Gedankengut

    Noch ein Forum zum Thema. Gut, ich sage es heute zum zweiten Mal: Nach der Lektüre von etwa 1.500 Forumseinträgen hier und anderswo habe ich den Eindruck, dass das Verständnis der Kreativen zu den Konsumenten höher ausgeprägt ist als das Verständnis eines Teils der Netzgemeinde gegenüber von uns Kreativen.
    Zitat Frank Schirrmacher (faz-net vom 13. Mai 2012 "Schluss mit dem Hass"): "Wo haben deutsche Schriftsteller und Künstler Menschen bei Wasser und Brot eingekerkert und ein Unrechtsregime atebliert, das den Hass erklären könnte, der sie jetzt aus einer zwar partiellen, aber hoch organisierten Öffenlichkeit trifft?"
    Platitüdenmäßig wird von nimmersatten Künstlern gelabbert, die den Hals nicht voll genu bekommen können. Eine platte Unterstellung, geprägt von Unkenntnis über uns Kreative. Beigaben wie "Abschaum", "Idioten", "Kunst ist Müll", "behaltet euren Dreck" bezeichne ich als faschistoiden Dünnpfiff.
    Und selbst das Gebot des freien Zugangs zu Kunst und Kultur aus der UNO-Menschenrechtscharta wird bewußt fehlinterpretiert.
    Hier der entsprechende Artikel:
    "Artikel 27
    1. Jeder hat das Recht, am kulturellen Leben der Gemeinschaft frei teilzunehmen, sich an den Künsten zu erfreuen und am wissenschaftlichen Fortschritt und dessen Errungenschaften teilzuhaben.
    2. Jeder hat das Recht auf Schutz der geistigen und materiellen Interessen, die ihm als Urheber von Werken der Wissenschaft, Literatur oder Kunst erwachsen."
    Quelle: Allgemeine Erklrung der Menschenrechte
    Frei wird da als Freibier verstanden. Was ist das nur für ein Horizont, der nicht abstraieren kann, dass frei "ungehindert" - alsso diskriminierungslos - bedeutet? Nach der Interpretation einiger Forumsteilnehmer wäre jeder Eintritt zu Kulturveranstaltungen eine Verletzung der UNO-Menschenrechtscharta.
    In diesem Zsammenhang sei erwähnt, dass der Zugang zu öffentlich geförderter Kunst und Kultur weitaus ungehinderter möglich ist, als das bei kommerziellen Veranstaltern möglich ist. Die Sozialrentnerin und der Hartz IV-Empfänger kommt in Berlin für drei Euro in den Genuss einer Opernaufführung! Der Musumseintritt entfällt und die Nutzung öffentlicher Büchereien ist gebührenfrei ebenso wie von der GEZ befreit wird.
    Die zwar nicht neue, aber doch in einer besorgniserregenden Qualität auf uns niederprasselnde Künstlerverachtung sollte unbedingt zum Nachdenken zwingen. Vor allem diejenigen sollten nachdenken, die sich das Geschäftsmdell der Umsonst-Kultur von Google Inc und Facebook zu eigen machen.
    Es könnte auch möglich sein, dass die Künstlerverachtung etwas mit einer Wählergruppe der Piratenpartei zu tun hat. "Gleiche Wähler wie Rechtspopulisten" stellt der Demokratieforscher Stephan Klecha heute in der Frankfurter Rundschau fest. Die Kulturabrisspolitik der Rechtspopulisten ist in den Niederlande gut zu beobachten. Künstlerverachtung eben. Dazu paßt übrigens auch das Pamphlet vom "Kulturinfarkt".
  3. #3

    Zitat von niska Beitrag anzeigen
    Erst kämpfen Künstler wenig überzeugend für die alten Pfründe ihrer Lehensherren, dann veröffentlichen Kindsköpfe bereits veröffentlichte Adressdaten nochmal und ein Verleger versteigt sich deshalb in absurde Nazivergleiche.
    Davon, dass das Urheberrecht abgeschafft werden soll sprechen auch nur diese tollen "Urheber". Die aktuelle Gültigkeit mit "70 Jahre nach dem Tod" ist ein schlechter Lobby-Witz. Bei Patenten kommen wir wundersamerweise auch mit 20 Jahren insgesamt aus.
  4. #4

    Realsatire?

    Zitat von niska Beitrag anzeigen
    Der Typ ist ja genauso Panne, wie die ganze Aktion.
    Erst kämpfen Künstler wenig überzeugend für die alten Pfründe ihrer Lehensherren, dann veröffentlichen Kindsköpfe bereits veröffentlichte Adressdaten nochmal und ein Verleger versteigt sich deshalb in absurde Nazivergleiche.
    Das ist Realsatire und zeigt, wie man es eben nicht machen sollte, wenn man an einer ernsthaften Diskussion interessiert ist.
    Ihre Wortwahl spricht nicht dafür, dass Sie eine ernsthafte Diskussion wollen (Panne, Lehensherren). Insofern ja, Realsatire.
  5. #5

    Zitat von webstoney Beitrag anzeigen
    Davon, dass das Urheberrecht abgeschafft werden soll sprechen auch nur diese tollen "Urheber". Die aktuelle Gültigkeit mit "70 Jahre nach dem Tod" ist ein schlechter Lobby-Witz. Bei Patenten kommen wir wundersamerweise auch mit 20 Jahren insgesamt aus.
    Nein, davon sprechen Parteiprogramme. Sie nennen es nur anders.
    Wenn Sie ernsthaft eine komplette Freigabe von Filesharing wollen, dann können Sie 1. das Urheberrecht schenken 2. Inkl. irgendwelcher Schutzfristen. Mit der digitalen Verfügbarkeit wäre so eine Frist obsolet.
    Das sind Phantomdebatten und wie bei SPON richtig bemerkt, konnte die PP diese Widersprüche bisher nicht auflösen.
  6. #6

    Es ist mehr als nur etwas seltsam

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit drastischen Worten protestiert der Verleger Helge Malchow gegen eine Adresssammlung. Die Kontaktdaten von Unterzeichnern eines Pro-Urheberrechts-Aufrufes stehen im Web, Verleger drohen mit juristischen Schritten. Die mutmaßlichen Ersteller verteidigen die Aktion.

    Urheberrechts-Kampagne: Verleger spricht von "Pogromstimmung" - SPIEGEL ONLINE
    ... selber unter der Flagge von Anonymous zu segeln und dann Adressdaten von politischen Gegenspielern gesammelt ins Netz zu stellen.
    Bisher waren solche Vorgehensweisen in erster Linie von Nazis bekannt.
  7. #7

    Zitat von VRI Beitrag anzeigen
    Nein, davon sprechen Parteiprogramme. Sie nennen es nur anders.
    Wenn Sie ernsthaft eine komplette Freigabe von Filesharing wollen, dann können Sie 1. das Urheberrecht schenken 2. Inkl. irgendwelcher Schutzfristen. Mit der digitalen Verfügbarkeit wäre so eine Frist obsolet.
    Das sind Phantomdebatten und wie bei SPON richtig bemerkt, konnte die PP diese Widersprüche bisher nicht auflösen.
    Sie wiederholen auch immer die selben Unwahrheiten.
    Auch die Piraten wollen keine komplette Freigabe von Filesharing. Nur der nichtkommerzielle Bereich, also das, was man als Offliner noch als 'Privatkopie' kennt, soll wieder entkriminalisiert werden. Sprich klassisches P2P-Tauschen von privat nach privat. Sobald ein Upload auf eine irgend geartete 'Seite' stattfindet, die auf irgend eine Art Geld damit verdient ist das weiterhin nicht erlaubt.
  8. #8

    notwendige Anpassungen des Urheberrechts

    Solange die an der Diskussion beteiligten Personen und Organisationen sich ständig nur gegenseitig beschimpfen und absurden Vorwürfen aussetzen, solange wird es keinen brauchbaren Prozess zur notwendigen Veränderung des Urheberrechts geben.
    Im Übrigen muss man auf der Seite derer, die ihre Rechte geschützt sehen wollen, zwischen echten Urhebern und Verwertern unterscheiden.

    Ich selbst bin Urheber, aber durchaus für eine Veränderung des Urheberrechts, die die Veränderungen der Medienwelt durch Internet & Co in vernünftigem Rahmen beinhaltet. Dies aber zu erreichen, benötigt einigen Aufwand und das wird eben nicht "mal eben" zu machen sein.
    Ansonsten fällt mir zum derzeit vorherrschenden Stil des Umgangs mit- (oder vielleicht eher gegen-)einander ein:
    wie in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.
  9. #9

    progrom?

    die aufregung ist in gewisser weise zu verstehen. aber hat nicht die branche selber wesentlich zu dieser zuspitzung durch m.e. überwiegend völlig überzogene abmanpraktiken, welche jede verhältnismäßigkeit vermissen lassen, entscheidend beigetragen. jetzt schlagen die verfolgten zurück und schreien "weg damit". und vor den kampagnen der piraten hat keine politische kraft ernsthaft auch nur überlegungen angestellt, wie man das selbsbedienungsmodell der abmahnungen angemessen zügeln will.








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