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Urheberrecht: Wem gehören die Gedanken?

DPAErst waren es die Musiker, dann die Schriftsteller, die aufbegehrten gegen die Umsonstkultur im Netz. So berechtigt ihre Angst auch ist: Das Internet hat eine neue Rechtswirklichkeit geschaffen, gegen die nur ein neues Urheberrecht ankommt.

http://www.spiegel.de/0,1518,833984,00.html
  1. #460

    Zitat von thsherlok Beitrag anzeigen
    Eben, machen Sie einfach mal das Experiment um zu erfahren für wie verwerflich und verabscheuungswürdig die Leute dieses tun halten.
    Sie werden überrascht sein.

    Zitat von thsherlok Beitrag anzeigen
    Die meisten wissen das dass nicht so ganz korrekt ist, empfinden es aber als im akzeptablen Rahmen und eben nicht als verabscheungswürdiges Verbrechen das drastisch bestraft gehört. Es ist hier wie dort für die meisten ein Kavaliersdelikt.
    Es geht darum, dass es falsch ist und man einem anderen Menschen damit schadet. Sicherlich nicht das gleiche wie Körperverletzung, aber Wirtschaftsverbrechen schaden ja auch niemandem körperlich.

    Zitat von thsherlok Beitrag anzeigen
    Dazu muss im Urheberrecht nun erst einmal eine Strafandrohung für illegalen Download stehen (AFAIK gibt es bei Kopien aus offensichtlich illagelen Quellen bislang nur einen zivilrechtlichen Schadenersatzanspruch und keine Strafe). Von der höhe des Strafmaßes hängt dann auch ab, welche Strafverfolgungsmethoden angemessen sind.
    Im Urheberrecht stehen schon mal überhaupt keine Strafen. Da ist nur gereglt, was erlaubt ist und was nicht.
  2. #461

    Zitat von thsherlok Beitrag anzeigen
    Die meisten wissen dass [Gesc hwindigkeitsübertretung, P. ]nicht so ganz korrekt ist, empfinden es aber als im akzeptablen Rahmen und eben nicht als verabscheungswürdiges Verbrechen das drastisch bestraft gehört. Es ist hier wie dort für die meisten ein Kavaliersdelikt.
    Dieses Kavaliersdelikt auf der Straße, das man als "im Rahmen" befindlich versteht, fordert jährlich ein paar tausend Tote. Die Verschärfung der Strafen bei Geschwindigkeitsüberschreitung und verschärfte Kontrollen haben indessen konkret zu einem Sinken der Todesrate geführt.

    Es wäre im Sinne der Piratenlogik aber sicherlich dringend geboten, alle Geschwindigkeitsbeschränkungen und vor allem die Strafbarkeit aufzuheben, da sich sowieso keiner dran hält und nur ein paar arme Schweine, die zufällig erwischt werden, ungerechterweise bestraft werden, was unsozial ist. Die dann steigende Anzahl der Verkehrstoten wäre ohne weiteres hinnehmenbar, weil das Bürgerrecht der freien Fahrt im freien Straßennetz keinen Fall eingeschränkt werden darf und Verkehrsüberwachung in die Freiheit der Straße eingriffe - der jeweilige Tote hätte ja morgens einfach zu Hause bleiben können; selber schuld, wenn er sich in den Verkehr begibt, da braucht er jetzt nicht zu jammern.
  3. #462

    Zitat von Petra Beitrag anzeigen
    Es ist gaga, zu behaupten, daß diese "Monopolrechte" "gewährt" werden kömnnen: Sie gehören zu den grundlegenden Menschenrechten
    Das mag sich für Sie so anfühlen, ist aber dennoch Blödsinn. Patente etwa müssen kostenpflichtig beantragt und ggf. verlängert werden, verfallen bei Nichtbenutzung und spätestens nach 25 Jahren.
  4. #463

    Zitat von stormking Beitrag anzeigen
    Das mag sich für Sie so anfühlen, ist aber dennoch Blödsinn. Patente etwa müssen kostenpflichtig beantragt und ggf. verlängert werden, verfallen bei Nichtbenutzung und spätestens nach 25 Jahren.
    Ich erwarte schon lange nicht mehr, daß Piraten etwas wissen oder rational diskutieren können.

    Es bestehen erhebliche Unterschiede zwischen Patentrecht und Urheberrecht.

    Einer davon ist der, daß ein Patentrecht nur auf Antrag gewährt wird bei einer Erfindung, die eine gewissen Schöpfungshöhe haben muß, während das Urheberrecht das unveräußerliche, auch ohne Antrag bestehende quasi "natürliche" Recht des Urhebers an seinem Werk ist - egal, wie hoch die Schöpfungshöhe ist.
  5. #464

    Zitat von stormking Beitrag anzeigen
    Was für ein Nonsens. Würde das Urheberrecht mit dem Tod vergehen, dann wären die Werke ab diesem Zeitpunkt gemeinfrei.
    Sagen wir es mal so: so wird es gemacht. Nur bekommen die Erben auch noch ihren Teil.

    Was glaube Sie wäre geschehen, wenn die Lieder alle gemeinfrei würden beim Tod? Glauben Sie im Ernst, ein guter Teil der Bevölkerung würde dann ihre Router zum glühen bringen? Oder würden sie doch die CDs kaufen?

    Containerweise würden dann billig zurecht gebastelte CDs aus China hier ankommen, und sie würden auch gekauft. Und wer hat was davon? Mr. Wong aus Shanghai.

    Die mit Abstand meisten Leute zahlen nach wie vor für ihre Musik.

    Das Urheberrecht ist übrigens aus genau dem Grunde eingeführt worden, den Urheber vor dem Verwerter zu schützen.
  6. #465

    Unsinn

    Zitat von Pfeiffer mit drei F Beitrag anzeigen
    Wirr ist nur die Idee des Urheberrechts. Ein völlig neumodisches Gedankenkonstrukt, dass die menschliche Weiterentwicklung zunehmend hemmt.
    Ein Musiker der einen Song schreibt erstellt damit ein Produkt für die Öffentlichkeit, in das er seine Idee, sein Gefühl, seine Arbeitsleistung und sehr wohl auch Geld (Studiokosten etc.) steckt. Er ist somit der rechtmäßige Eigner dieses Produktes.
    Wenn Sie nun den Schutz dieser Arbeit als "wirre Idee" hinstellen, so lässt sich aus meiner Sicht als Musiker lediglich eine wirre Sichtweise Ihrerseits ableiten. Ihrer Logik folgend müßten Sie auch das Patentrecht anfechten oder als wirr bezeichnen. Das vom Grundprinzip her nichts anderes ist. Mir scheint, Sie haben ein Problem mit Eigentumsrechten. Sind Sie womöglich ein Pirat ? ;)

    Legacy
  7. #466

    Zitat von stormking Beitrag anzeigen
    Das wird Ihnen auch nicht helfen. Die eBook-Community hat sich mangels eines Angebots der Verlage schon vor Jahren daran gemacht, möglichst viele Bücher digital verfügbar zu machen. Da setzen sich Leute nach Feierabend hin, scannen ihre Bücher Seite für Seite ein, lassen eine Texterkennung drüberlaufen, lesen Korrektur, formatieren das ganze und laden es dann in Tauschbörsen hoch. Die Ergebnisse sind oft wesentlich professioneller als kommerzielle eBooks und vor allem DRM-frei.
    Na dann denken Sie doch jetzt mal weiter. Wenn die Alternative "keine eBooks" nicht möglich ist, bleibt was? Genau! Keine neuen Bücher.
    Keine neuen Bücher, kein Kopieren, kein Hoch- und Runterladen mehr...

    Wissen Sie was ich machen würde, wenn mir morgen jemand sagt, dass mein Job, den ich gut und gerne mache, ab morgen nicht mehr bezahlt werden kann? Genau! Ich suche mir einen anderen. Warum sollten Medienschaffende, die von von diesem Beruf leben, anders handeln?
  8. #467

    Zitat von Petra Beitrag anzeigen
    Ich erwarte schon lange nicht mehr, daß Piraten etwas wissen oder rational diskutieren können.
    Schön, daß Sie immer gleich in der Einleitung Ihrer Beiträge klar machen, daß Sie an einer sachlichen Diskussion nicht interessiert sind. Dabei wäre das in Ihrem Interesse, denn die Neuregelung des Urheberrechts wird kommen, ob es Ihnen nun paßt oder nicht. Wer sich der Diskussion verweigert und auf seiner Maximalposition beharrt, wird irgendwann überrascht feststellen, daß der neue Konsens eben ohne seine Beteiligung ausgehandelt wurde.

    Zitat von Petra Beitrag anzeigen
    Es bestehen erhebliche Unterschiede zwischen Patentrecht und Urheberrecht.
    Richtig. Ob diese Unterscheidung hingegen legitim ist, bleibt festzustellen.

    Zitat von Petra Beitrag anzeigen
    Einer davon ist der, daß ein Patentrecht nur auf Antrag gewährt wird bei einer Erfindung, die eine gewissen Schöpfungshöhe haben muß, während das Urheberrecht das unveräußerliche, auch ohne Antrag bestehende quasi "natürliche" Recht des Urhebers an seinem Werk ist - egal, wie hoch die Schöpfungshöhe ist.
    Daran ist nichts "natürliches", es ist lediglich das Ergebnis massiven Lobbyismus'.
  9. #468

    @petra

    -> hören sie bitte auf in dieser debatte von einen "grundlegenden menschenrecht" zu fabulieren. das ist nicht zielführend.
    -> hören sie bitte auf, ständig die piraten zu verteufeln. das macht diese bewegung nicht ungeschehen.

    -> bitte nehmen sie zur kenntnis, dass das verwertungsrecht angepasst werden muss, nicht das urheberrecht.
    -> bitte nehmen sie zur kenntnis, dass die überwiegende mehrheit der benutzer im internet die umstrittenen objekte als das sieht, was sie wirklich sind: einsen und nullen auf einer festplatte.
    -> bitte nehmen sie zur kenntnis, dass ohne die user die künstler nichts sind.

    -> gewöhnen sie sich daran, besserer verträge mit dem verwerter ihres vertrauens zu machen
    -> gewöhnen sie sich daran, das an dogmen und falschen gesetzen sowie an allem vom menschen geschaffene der stete zahn der zeit nagt.

    die überschrift des artikeln beantwortet ein gedicht, welches bereits um 1780 auf flugblättern erschien und später vertont wurde:

    die gedanken sind frei!
  10. #469

    - - -

    Zitat von thsherlok Beitrag anzeigen
    Der Verkaufspreis einer Software ist in den meisten Fällen völlig uninteressant.
    Was hat der Preis der Ware mit der Frage zu tun, die ich gestellt hatte? Ein ziemlich typisches Troll-Verhalten: Einfach auf ein anderes Feld hüpfen und schon kann man sich vor einer Antwort drücken.

    Wenn ich z.B. eine digital vertriebene Ware nicht beim Hersteller kaufe, sondern gratis illegal aus dem Netz ziehe, ist das Argument, es sei ja nur eine Kopie gewesen und nicht das Original, einfach nur eine abstruse Begriffsspielerei.

    Als betroffener Unternehmer würden Sie das Argument "Ist doch nur eine Kopie" niemals gelten lassen. Ganz einfach deshalb, weil es Unsinn ist. Es geht um den Inhalt, den sich jemand gratis gezogen hat, obwohl er SIE als Hersteller hätte bezahlen müssen.

    In diesem Fall über Original und Kopie zu philosophieren, wie etwa bei einer CD und einem gebrannten Rohling, ist vollkommen unsinnig, weil diese Unterscheidung gerade bei Ware in digitaler Form gar nicht mehr relevant ist.








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