Urheberrecht: "Tatort"-Autoren beschimpfen "Netzgemeinde"

DPA"Lebenslügen" und Google-Propaganda? 51 Autoren der öffentlich-rechtlichen Krimireihe "Tatort" kritisieren Piratenpartei, Grüne, Linke und die "liebe Netzgemeinde" wegen ihrer Ideen zu einer Reform des Urheberrechts. Sie fordern stattdessen ein härteres Vorgehen gegen Raubkopierer.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...824649,00.html
  1. #1

    Antwort

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "Lebenslügen" und Google-Propaganda? 51 Autoren der öffentlich-rechtlichen Krimireihe "Tatort" kritisieren Piratenpartei, Grüne, Linke und die "liebe Netzgemeinde" wegen ihrer Ideen zu einer Reform des Urheberrechts. Sie fordern stattdessen ein härteres Vorgehen gegen Raubkopierer.

    Urheberrecht: "Tatort"-Autoren beschimpfen "Netzgemeinde" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Eine recht ausführliche Antwort vom CCC findet man unter:
    CCC | Antwort auf den offenen Brief der Tatort-Drehbuchschreiber
  2. #2

    analoge unterhaltung trifft auf netzgemeinde

    die tatort schreiber demonstrieren ja gerne ihr verständnis für die digitale welt. spektakuläre handy anpeilungen für jedermann, damit der plot mit dem stalker auch in fahrt kommt. die idee, einen tatort runterzuladen kommt einem leider in den letzten monaten eher weniger. eher die idee, schnell umzuschalten, wenn die story zu dämlich ist oder man hat ihn eh schon gesehen, weil man ja auch mal sonntags um 20.15 einen wiederholen kann.
    dämliche story gerne beim hannoveraner tatort, wo man langsam den eindruck bekommt, es gäbe kein verbrechen, wenn es die ermittlering nicht gäbe. im prinzip fährt die ständig auto und dabei stösst sie auf verbrechen.
    also.. liebe tatort schreiber. scheuklappen ab und schaut mal insnetz. lieber kupfert ihr eine gute story, als wirren krams auszudenken. dafür sind die gez gebühren leider zu hoch. ach ja.. ob jemals vom 6 millionen € mann gottschalk eine folge seiner talkshow im netz heruntergeladen wurde?
  3. #3

    Schon der Titel ist sehr unglücklich gewählt. Die Autoren "beschimpfen" nicht die Netzgemeinde, sondern sie legen ihren Standpunkt dar. Ebenso fragt man sich, was der Hinweis soll, es handele sich um "Autoren der mit Fernsehgebühren bezahlten Krimireihe" (...) "darunter durchaus prominente Autoren"? Dürfen sich solche Autoren nicht zum Thema äußern, weil sie - im Gegensatz zu so manch anderem (noch) ein Honorar beziehen?
    Davon abgesehen: freier Zugang zu Information ist unbestritten ein Grundrecht, ebenso wie das Recht auf Gesundheit, Ernährung etc. Dennoch lautet die logische Schlussfolgerung nicht, dass dieser kostenlos sein muss. Oder ist ab morgen alles kostenlos, auch die Semmel beim Bäcker, die Behandlung beim Arzt, das Medikament in der Apotheke? Auch das sind Grundrechte, die nicht beschnitten werden dürfen, dennoch wird für ihre Befriedigung bezahlt.
  4. #4

    Zitat von Autorin Beitrag anzeigen
    Schon der Titel ist sehr unglücklich gewählt. Die Autoren "beschimpfen" nicht die Netzgemeinde, sondern sie legen ihren Standpunkt dar.
    Naja, stilistisch und inhaltlich hochwertig, wie man es von guten Autoren eigentlich erwarten mag, war das Statement jedenfalls nicht.
    Zitat von Autorin Beitrag anzeigen
    Ebenso fragt man sich, was der Hinweis soll, es handele sich um "Autoren der mit Fernsehgebühren bezahlten Krimireihe" (...) "darunter durchaus prominente Autoren"? Dürfen sich solche Autoren nicht zum Thema äußern, weil sie - im Gegensatz zu so manch anderem (noch) ein Honorar beziehen?
    Natürlich dürfen sie. Nur vertreten sie halt keinesfalls die Wünsche aller Urheber, wie sie es latent lamentieren. Sie vertreten die Interessen einiger korporierten Urheber und damit die der Verwertergesellschaften/GEZ.
    Zitat von Autorin Beitrag anzeigen
    Davon abgesehen: freier Zugang zu Information ist unbestritten ein Grundrecht, ebenso wie das Recht auf Gesundheit, Ernährung etc. Dennoch lautet die logische Schlussfolgerung nicht, dass dieser kostenlos sein muss. Oder ist ab morgen alles kostenlos, auch die Semmel beim Bäcker, die Behandlung beim Arzt, das Medikament in der Apotheke? Auch das sind Grundrechte, die nicht beschnitten werden dürfen, dennoch wird für ihre Befriedigung bezahlt.
    Eine Grundsicherung hat immer kostenlos zu sein.
    Sonst ist sie für den Bedürftigen nicht existent.
    Wenn Sie trotzen Kohle abgreifen wollen sollten Sie sie sich beim Staat holen.
    Wer Geld hat, zahlt i.d.R. auch für seine Medieninhalte.
    Oder warum verdient sich iTunes dämlich, obwohl einmal kurz googeln reichen würde um das selbe Lied für lau zu bekommen?
    Oder warum läuft der DVD-Markt so gut, trotz Streams?
  5. #5

    Lebenslügen?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "Lebenslügen" und Google-Propaganda? 51 Autoren der öffentlich-rechtlichen Krimireihe "Tatort" kritisieren Piratenpartei, Grüne, Linke und die "liebe Netzgemeinde" wegen ihrer Ideen zu einer Reform des Urheberrechts. Sie fordern stattdessen ein härteres Vorgehen gegen Raubkopierer.

    Urheberrecht: "Tatort"-Autoren beschimpfen "Netzgemeinde" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Das ist auch eine Lebenslüge:
    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die nachhaltige Produktion "qualitativ hochwertiger Kunst und Kultur"...
    Und wenn man dann etwas von
    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie betonen das "Grundrecht auf geistiges Eigentum" ...
    liest, fragt man sich ob der Zwangsfinanzierung dieser Lebenslüge (s.o.), was mit dem "Grundrecht auf materielles Eigentum" der Enteigneten ist.
  6. #6

    Zitat von niska Beitrag anzeigen
    Naja, stilistisch und inhaltlich hochwertig, wie man es von guten Autoren eigentlich erwarten mag, war das Statement jedenfalls nicht.

    Nun ja, anscheinend sind diese Bezahlschreiberlinge keine guten Autoren.

    Ansonsten finde ich dieses Statement echt frech. Ich denke diese 51 Leute können sehr gut von meinem Geld, abgeführt durch Zwangsabgaben, gut leben, wenn nicht sollen sie sich einen anderen Job suchen. Ich gucke kein Tatort, aber wenn wäre es mein gutes Recht es mir im Usenet zu holen. Ich habe es schließlich bezahlt.
  7. #7

    Zitat von niska Beitrag anzeigen
    Naja, stilistisch und inhaltlich hochwertig, wie man es von guten Autoren eigentlich erwarten mag, war das Statement jedenfalls nicht.
    Nun ja, anscheinend sind diese Bezahlschreiberlinge keine guten Autoren.
    Ansonsten finde ich dieses Statement echt frech. Ich denke diese 51 Leute können sehr gut von meinem Geld, abgeführt durch Zwangsabgaben, leben, wenn nicht sollen sie sich einen anderen Job suchen. Ich gucke kein Tatort, aber wenn wäre es mein gutes Recht es mir im Usenet zu holen. Ich habe es schließlich bezahlt.
  8. #8

    Dreist

    Ziemlich dreist hier verschiedenes zusammenzumischen. Die "Umsonst-Kultur" gibt es schon lange. Privatkopien und Fernsehmitschnitte waren legal - nur die Verschärfung des Urheberrechts macht sie zumindest teilweise illegal. Daher geht es nicht um eine Enteignung der Urheber (bzw. der Rechteindustrie) sondern um eine Enteignung der Nutzer. Denn nur das unveröffentlichte Werk geniesst absoluten Schutz. Wird aber ein Werk einmal mit Einverständnis des Autors veröffentlicht, so muss er einen gewissen Gemeingebrauch hinnehmen - denn auch sein Eigentumsrecht kennt die Schranken des Grundgesetzes. Ob das angelsächsische "Fair Use" oder die deutsche Privatkopie - überall existiert eine Kultur der zu tolerierenden freien Nutzung. Klar das die Rechteindustrie dies abschaffen möchte. Der Vorstoss zum "Leistungsschutzrecht" geht in diese Richtung - nämlich eigentlich gemeinfreie Nutzungen kostenpflichtig zu machen. Dabei übersieht diese Interessenspolitik nicht nur, dass dadurch die Nutzungsgewohnheiten eines grossen Anteils der Bevölkerung kriminalisiert werden sondern auch dass unsere Kultur auf dem Zitat Bestehendem aufbaut - was aber gerade das Leistungsschutzrecht einschränken möchte.
    In einigen Ländern wurden als Ausgleich für die gemeinfreie Nutzung Verwertungsgesellschaften eingeführt um Autoren eine Gegenleistung dafür zukommen zu lassen. Während im angelsächsischen Recht das Urheberrecht lediglich als Mittel zum Zweck angesehen wird, sieht man es in Kontinentaleuropa vielleicht etwas überhöht als Eigentumsrecht mit Grundrechtsstatus. Die ursprünglich gute Idee der Verwertungsgesellschaften läuft jedoch zunehmend ins Leere. Die Abgaben auf alle möglichen Leermedien und Geräte nehmen immer weiter zu während der Anwendungsbereich - die legale Privatkopie - immer weiter eingeschränkt wird. Ein Verlag, der für seine Produkte die legale Privatkopie ausschliesst, darf hier keine Gelder mehr erhalten. Wieso soll jemand, der die Privatkopie verbietet von der Kompensation dafür profitieren?
    Wenn nun eine Reform der Verwertungsgesellschaften ebenso gefordert wird wie eine Wiederherstellung der legalen Privatkopie, so ist dies nicht das "Ende des Urheberrechts" sondern die Wiederherstellung einer alten - durch Urheberrechtsreformen verlorenen - Balance.
    Schade, dass sich hier die Autoren vor den Karren einer den Sturkurwandel verschlafenden Branche spannen lassen und die historischen Zusammenhänge verkennen!
  9. #9

    Ahnungslos

    Zitat von niska Beitrag anzeigen
    Naja, stilistisch und inhaltlich hochwertig, wie man es von guten Autoren eigentlich erwarten mag, war das Statement jedenfalls nicht.

    Natürlich dürfen sie. Nur vertreten sie halt keinesfalls die Wünsche aller Urheber, wie sie es latent lamentieren. Sie vertreten die Interessen einiger korporierten Urheber.....
    Das ist völliger Blödsinn. Hier wird so getan als gäbe es erst seit dem Internet die Informationsfreiheit. Grundsicherung? Naja, die ahnungslosen PISA-Zöglinge schlagen zu. Bevor hier so ein Quatsch behauptet wird, lies doch wenigstens mal das Urheberrechtsgesetz! Die meisten, die forsch dagegen sind, haben es noch nie gelesen, stattdessen wird alles durcheinandergeworfen und es werden großartige Forderungen herausgeplärrt. Aber darum geht es ja auch in Wahrheit gar nicht, man will einfach nur alles kostenlos haben. Is ja sooo cool, klar! Bleiben da ein paar Kreative auf der Strecke? Scheiß drauf, die quasi religiöse "Netzgemeinde" muss einfach alles dürfen, hahaha. Für Autoren reichen doch Almosen, Hauptsache aus Illegal wird flott Legal. Ich bin auch dafür, dass die ganzen Online-Junkies künftig auf ihr Einkommen verzichten, zugunsten meiner User-Grundsicherung, das wär doch was, oder? Anderen in die Tasche zu greifen war schon immer billig. Mir als Autor mein Einkommen wegzunehmen, ist echt cool, warum also nicht?