Urheberrecht: Piraten und Gema sitzen in einem Boot

dapdDie Piratenpartei soll sich von freiem Filesharing verabschieden - und sich lieber realistische Ziele für eine Reform des Urheberrechts suchen. Denn für neue Remix-Regeln und Ausnahmen für Forschung und Lehre gibt es Mitstreiter und Erfolgsaussichten.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...837657,00.html
  1. #1

    Sie behaupten:

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piratenpartei soll sich von freiem Filesharing verabschieden - und sich lieber realistische Ziele für eine Reform des Urheberrechts suchen. Denn für neue Remix-Regeln und Ausnahmen für Forschung und Lehre gibt es Mitstreiter und Erfolgsaussichten.

    Axel Metzger: Piraten und Gema sitzen in einem Boot - SPIEGEL ONLINE
    "Zugleich ist die gesellschaftliche Akzeptanz des Urheberrechts dramatisch gesunken. "

    Das glaube ich nicht. Was fehlt, ist die Akzeptanz die Urheberrechte unter Inkaufnahme erheblicher Kollateralschäden an den Rechten anderer in Kauf zu nehmen. Damit gemeint ist die Kontrolle und mögliche Zensur des Datenverkehrs sowie die Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses.
    Das ist der Stein des Anstoßes, nicht das Recht auf Verwertung ihrer Erzeugnisse durch die "Kulturschaffenden".
  2. #2

    Voll krass ausgewogen!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piratenpartei soll sich von freiem Filesharing verabschieden - und sich lieber realistische Ziele für eine Reform des Urheberrechts suchen. Denn für neue Remix-Regeln und Ausnahmen für Forschung und Lehre gibt es Mitstreiter und Erfolgsaussichten.

    Axel Metzger: Piraten und Gema sitzen in einem Boot - SPIEGEL ONLINE
    Dieser Artikel ist echt ausgewogen.
    Die bösen Kunden müssen also nur zu 100% die Argumentation des Pinkel-faszinierten Künstlers und der gema übernehmen und schon ist alles gut.

    Diese Haltung ist kaum dienlich.
    Wie wäre es damit: Die gema macht mal die Verteilung transparenter und erklärt warum die "angesagten" Künsler mehr bekommen als ihr Anteil ist. Z.B. durch die Wertung von "ernster" und unterhaltender Kunst usw. Ist alles schon oft diskutiert worden!
    Man macht endlich mal ein Angebot in dem nicht so getan wird als ob jedes Anhören gleich ein entgangener Kauf ist.
    Man macht endlich mal das Angebot, Achtung liebe Tatort-Autoren, indem zahlungswillige Kunden endlich die Krimis kaufen können die sie wollen. Oder anderes Material das eigentlich schon bezahlt ist, von den Verwertern aber unter Verschluß gehalten wird.

    Und vor allem: Wenn man mit uns reden will soll man dies nicht im Ton des Erziehers gegenüber kleinen Kindern tun. Und mit Kinderstube, das gilt speziell für den von Pinkelspielen faszinierten Künstler!
  3. #3

    Zitat von beobachter999 Beitrag anzeigen
    das gilt speziell für den von Pinkelspielen faszinierten Künstler!
    hmmm, etwas kindisch, oder?!
    Zitat von beobachter999 Beitrag anzeigen
    Und vor allem: Wenn man mit uns reden will soll man dies nicht im Ton des Erziehers gegenüber kleinen Kindern tun.
    So wie man in den Wald ruft...
  4. #4

    Bitte?

    "Auch beim Remix bestehender Werke ließen sich für die Piraten Koalitionspartner finden, weil die kreative Weiterbearbeitung bestehender Inhalte zu Recht als besonders schutzwürdig gilt. "

    Zunächst mal sollte man dem Original ja besondere Schutzwürdigkeit vor dem Remix zugestehen. Wo die besondere Schutzwürdigkeit von Letzterem erwähnt wird wäre interessant zu erfahren. Und abschließend: Eine Urheberrechtsreform betrifft weit mehr Sparten als "nur" Musik, Film und Literatur - wird gern vergessen….

    Die Nutzer bzw. deren politische Vertreter sollten sich für die Stärkung bzw. Schaffung von Nutzerrechten einsetzen, anstatt die Rechte anderer beschneiden zu wollen. DAS ist wirkliche politische Arbeit.
  5. #5

    falscher Ausgangpunkt

    Vorab einmal Glückwunsch zu dem sehr gut mißverständlichen Titel.
    Ich persönlich Teile die Meinung des Autoren nicht, dass sich die Piratenziele ändern sollten. Diese Ziele sind, anders als die meisten Medien/Partein darstellen nicht unrealistisch. Siehe zB die Lüge, dass die Piraten das Urheberrecht abschafen wollen.
    Nicht die Piraten (denn die haben in den nächsten 5 Jahren ey nichts zu melden) sondern die Gema und Co sollten nicht bewegen. Siehe youtube: Wo der Gema/Künstlern täglich Einnahmen entgehen weil sie Videos blocken lässt. Und warum? Weil die Gema stur nach Uralttarifen abkassieren will, dh ca 10 cent pro click auf ein Youtube-Video. Wer bisschen Rechnen kann, der wird verstehen warum selbst ein Unternehmen wie Youtube/Google nicht bereit bzw. in der Lage ist so etwas zu zahlen bei so vielen Videos mit 100.000 X clicks.
    Die Gema sowie die ganze Film/Musikindustrie hat seit Jahren zu starre Vorstellungen von Angebot und Nachfrage. Darum kaufen auch immer weniger Leute Kinokarten oder DVDs von so minderwertigen Produkten wie BattleShip und Co.
    Mit den Piraten hat das erstmal nix zu tun, es geht vielmehr um die Industrie mit der Vorstellung 0815 Filme/Musik überteuert an den Mann/Frau bringen zu können.
  6. #6

    Könnten wir mal aufhören so zu tun, als ginge es um einen Kampf der guten Nutzer gegen die bösen "Verwerter"? Die Wahrheit ist, dass die Contentmafia der Raubkopierer versucht, Künstler digital zu enteignen. Jene Kreativen, die eine kostenlose Verbreitung ihrer Werke wünschen, haben schon längst die Möglichkeit dazu (Stichwort Creative Commons). Und auch andere Finanzierungsmodelle - Crowdfunding, Donationware et cetera - existieren für die Willigen. Es geht also allein darum diejenigen Künstler zu brechen, die lästigerweise noch Ansprüche auf ihre Werke anmelden. "Zufälligerweise" sind das nämlich in der Regel auch die wirklich Fähigen.

    Was tatsächlich helfen würde wäre, das Internet nicht länger als urheberrechtsfreien Raum zu behandeln. Konsequent horrende Geldstrafen verhängen, bis sich wie im realen Leben bei den meisten die Einstellung etabliert hat "Okay, lieber gebe ich mich mit diesem drittklassigen kostenlosen Bild zufrieden als das erstklassige kostenpflichtige zu stehlen, weil das die mögliche Strafe einfach nicht wert ist". Solange dagegen nur punktuell durchgegriffen wird, braucht man sich nicht wundern, wenn viele den Nutzen für größer halten als das Risiko.
  7. #7

    Wieso

    Zitat von OliverSch Beitrag anzeigen
    hmmm, etwas kindisch, oder?!
    So wie man in den Wald ruft...
    Wer hat mit diesem Spiel angefangen? Ich habe nicht behauptet er würde mir ....... nur weil er anderer Meinung ist als ich.

    Und jetzt den Spieß umzudrehen, Beleidigung und Reaktion zu vertauschen ist nur frech, mehr nicht! Danke!
  8. #8

    Können wir mal aufhören

    Zitat von Zephira Beitrag anzeigen
    Könnten wir mal aufhören so zu tun, als ginge es um einen Kampf der guten Nutzer gegen die bösen "Verwerter"? Die Wahrheit ist, dass die Contentmafia der Raubkopierer versucht, Künstler digital zu enteignen. Jene Kreativen, die eine kostenlose Verbreitung ihrer Werke wünschen, haben schon längst die Möglichkeit dazu (Stichwort Creative Commons). Und auch andere.....
    so einen Unsinn zu behaupten wie sie?

    Rechtsfreier Raum? Keine Strafen? In welchem Universum leben sie?

    Und können wir mal damit aufhören Begriffe zu verwenden die unangemessen sind? Ich hoffe für sie das sie nie Opfer eines "Raubes" wurden. Ansonsten empfehle ich mal nachzulesen was Raub ist!
  9. #9

    Zitat von suane Beitrag anzeigen
    Siehe zB die Lüge, dass die Piraten das Urheberrecht abschafen wollen.
    Das ist keine Lüge, sondern eine Tatsache. Die Lüge besteht darin, diese Tatsache zu verleugnen.

    Zitat von suane Beitrag anzeigen
    Darum kaufen auch immer weniger Leute Kinokarten oder DVDs von so minderwertigen Produkten wie BattleShip und Co.
    Wieder falsch: Battleship stand an der Spitze der Kinocharts, und DVDs sind nach wie vor populär, wenn auch nicht zukunftsfähig. Heutzutage kauft man sich mal eben Terabyte-Festplatten für unter 100 Euro für digitale Downloads, und morgen mag selbst das überholt sein zugunsten von Cloud-Computing und Streams. Das ist nicht schwer vorherzusehen, wenn man wachen Auges die technische Entwicklung anschaut.

    Oft genug stelle ich aber fest, dass man im realen Leben noch Fragen diskutiert wie "Hat die Papierzeitung eine Zukunft?". Getoppt wird das nur noch dadurch, dass diese Frage erschreckend häuig mit "Ja" beantwortet wird...