Urheberrecht: Piraten und Gema sitzen in einem Boot

dapdDie Piratenpartei soll sich von freiem Filesharing verabschieden - und sich lieber realistische Ziele für eine Reform des Urheberrechts suchen. Denn für neue Remix-Regeln und Ausnahmen für Forschung und Lehre gibt es Mitstreiter und Erfolgsaussichten.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...837657,00.html
  1. #10

    optional

    Ich denke, dass die heutige Auslegung des Urheberrechts nicht mit Internetzeitalter kombinierbar ist. Gerade die Globalisierung in diesem Zusammenhang, ist doch eine Tatsache, die ein Urheberrecht auf nationaler Ebene völlig unsinnig und undurchschaubar erscheinen lässt.
    Und wer jetzt nur Musik und Filmchen denkt, der sollte A den Text nochmal lesen und B über den Tellerrand hinausschauen.
  2. #11

    Die Verwertungsgesellschaften müssen sich bewegen

    Es gibt Studien der Rechteinhaber selbst, bezüglich der Nutzer und Filesharing. Dieser Nutzer sind auch die eifrigsten Konsumenten und kaufen die meißten DVDs.
    Filesharing ist gar kein Problem, für das neue Gesetze und Regelungen erlassen werden müßten.
    Wie sollen die Piraten da auch auf die Rechtferwerter zugehen? Der Vorratsdatenspeicherung zustimmen, damit man Filesharing "wirkunsgvoller" bekämpfen kann?
    Ich denke nicht, das es da eine Verhandlungsmasse gäbe.
    Man kann nur gemeinsam moderne Formen der Verwertung entwickeln. Daran haben die Verwerter aber kein Interesse. Nicht die Piraten müssen sich bewegen, sondern die Verwertungsgesellschaften und die Medien müssen sie dazu bringen.

    Und für die prekären Verhältnisse der Künstler sind nicht die Filesharer auch nicht verantwortlich.
  3. #12

    Zitat von beobachter999 Beitrag anzeigen
    so einen Unsinn zu behaupten wie sie?

    Rechtsfreier Raum? Keine Strafen? In welchem Universum leben sie?

    Und können wir mal damit aufhören Begriffe zu verwenden die unangemessen sind? Ich hoffe für sie das sie nie Opfer eines "Raubes" wurden. Ansonsten empfehle ich mal nachzulesen was Raub ist!
    Ach, steht nicht im Primatenparteiprogram etwas wie
    "Daher fordern wir, das nichtkommerzielle Kopieren, Zugänglichmachen, Speichern und Nutzen von Werken nicht nur zu legalisieren, sondern explizit zu fördern"
    Also ich nenn das ganz klar ENTEIGNUNG
  4. #13

    optional

    Das Urhberrecht muss ganz einfach auf ein realistisches Niveau zurückgeholt werden. Ich kenne das Urheberrecht nicht in allen Einzelheiten. Aber hier mal ein paar Punkte, die jeder mit gesundem Menschenverstand ganz einfach ablehnen muss:

    1.
    Schutzzeiten von 70 Jahren nach dem Tod sind völlig überzogen. Und jetzt kommt mir nicht damit an, dass der Künstler ja von irgendwas leben muss. Im Grab ist doch eh nicht viel mit leben!
    Hier MUSS das ganze wieder auf ein vernünftiges Niveau zurückgebracht werden. Schutzzeiten von 20 Jahren ab Veröffentlichung, wie es bei Patenten üblich ist, sind in Ordnung. Alles andere ist ausbeutung der Gesellschaft!

    2.
    Pauschalabgaben gehören komplett abgeschafft. Pauschalabgaben sind abgaben, welcher jeder von uns beim Kauf von bestimmten Artikeln an Verwertungsgesellschaften bezahlt. Ob es jetzt ein Drucker, ein Scanner, Handys/Smartphones, ein MP3-Player, ein Computer, eine Festplatte oder eine Speicherkarte für die Kamera ist. Bei all diesen Artikeln drücken wir Geld an die GEMA ab.
    Und warum? Weil wir mit diesen Geräten möglicherweise das Urheberrecht brechen könnten, wurde die Pauschalabgabe eingeführt um den Schaden für die Urheber geringer zu halten.
    Man geht also davon aus, dass wir mit diesen Elektroartikeln das Gesetz brechen und lässt uns deshalb schon direkt beim Kauf eine pauschale Strafe zahlen. Strafbar würden wir uns aber dennoch machen.
    In einem Rechtsstaat in dem die Unschuldsvermutung gilt darf so etwas nicht sein. Vorverurteilung ist illegal. Nur halt für die GEMA nicht. Wenn man es ganz genau nimmt sollte die GEMA eigentlich sämtliche durch diese Pauschalabgaben eingenommenen Beträge zurückzahlen!

    3. Verbot von Kopierschutz
    Wenn ich ein Lied, einen Film oder ein eBook kaufe, dann will ich privat nicht in der Nutzung eingeschränkt werden. Ich will eine Musikbibliothek mit dem Programm meiner Wahl aufbauen. Ich will ein eBook mit dem Programm meiner Wahl auf dem Gerät meiner Wahl lesen und das so oft wie ich es will. Solange solche Sachen aufgrund von völlig unsinngen Kopierschutzmaßnahmen nicht möglich sind, werde ich den Künstlern, Verwertern oder sonst wem kein Geld mehr hinterher schmeissen.


    Ich habe nichts dagegen, dass Künstler auch etwas verdienen. Ich sehe aber nicht ein, weshalb die in einem solchem extremen Maß besser gestellt werden sollen als andere Menschen.
  5. #14

    Zitat von Zephira Beitrag anzeigen
    Was tatsächlich helfen würde wäre, das Internet nicht länger als urheberrechtsfreien Raum zu behandeln. Konsequent horrende Geldstrafen verhängen,
    Natürlich, ich als ehrlicher Nutzer soll mich gängeln und totalüberwachen lassen für dieses Vorhaben? Da kann ich doch gleich nach Nordkorea auswandern. (Totalüberwachung der Nutzer um jedes Vergehen aufzuspüren ist ein Wunschziel der Verwerter).

    Zitat von Zephira Beitrag anzeigen
    bis sich wie im realen Leben bei den meisten die Einstellung etabliert hat "Okay, lieber gebe ich mich mit diesem drittklassigen kostenlosen Bild zufrieden als das erstklassige kostenpflichtige zu stehlen, weil das die mögliche Strafe einfach nicht wert ist"
    sowas ist doch schon normal. Nur dummerweise stellt sich dann das scheinbar drittklassige kostenlose Bild als völlig überteuerter Pfusch heraus, der mit falscher Lizenzangabe anderswo veröffentlicht wurde. Ich als deutscher Nutzer hafte trotzdem und werden von Abmahngeiern abgezockt, obwohl ich das Werk im guten Glauben an die Lizenzangabe meiner Quelle genutzt habe.
    (Siehe z.B. "Marions Kochbuch"/Matthias Wagner)
    Schöne neue Welt...
  6. #15

    blödsinn

    Wie aber soll ein Modell aussehen, welches es den Kreativen gestattet, von den Früchten ihrer Arbeit zu leben ohne die Nutzer in ihrer Freiheit des Zugangs und Austauschs von geschützten Inhalten einzuschränken?

    so ein dummer satz aber auch. es gibt heute freien zugang zu kultur. genauso wie es freien zugang zum ferrari-händler gibt. ich habe mich damit abgefunden, dass ich mir so ein auto nicht leisten kann und vielleicht sollten sich die filesharer auch mal damit abfinden, dass sie sich nicht das ganze kulturgut der menschheit leisten können.

    nochmal zum mitschreiben:
    die nutzer werden im aktuellen urheberrecht in keinster weise daran gehindert, freien zugang zu kunst und kultur zu haben. es ist wie in allen bereichen des lebens halt auch, dass man es sich leisten können muss!
  7. #16

    Zitat von Tr1umph Beitrag anzeigen
    Aber hier mal ein paar Punkte, die jeder mit gesundem Menschenverstand ganz einfach ablehnen muss:
    hinzufügen sollte man noch: Schaffung einer zentralen Registratur, in der man seine Rechte anmelden muss. im Digitalen Zeitalter sollte es kein Problem mehr sein, Fingerprints von Tönen/Bildern/Texten zu erstellen und zu verwalten. Damit hat man als Nutzer die Chance, die korrekte Lizenzierung/Schutz eines Werkes herauszufinden.

    Gleichzeitig sollte in der Registratur auch angezeigt werden, wo das Werk erwerbbar ist. Ist es nicht erwerbbar und hat der Rechteinhaber nicht ausdrücklich einer weiteren Veröffentlichung widersprochen, so verfällt der Schutz. Analog zu Markenrechten, welche auch verfallen wenn sie nicht benutzt und verteidigt werden. Dabei spiele ich auf "verwaiste Werke" an, welche zwar unter Urheberrechtsschutz stehen, aber wo der Urheber nicht mehr ermittelbar ist. Diese Werke können rechtlich sauber nicht mehr genutzt werden. Speziell bei Büchern und Fotos passiert so was häufiger.

    Weiterhin sollte der Schutz der "kleinen Münze" stark eingeschränkt werden. 08/15-werke ohne großen Schöpfungsaufwand sollten nicht mehr als Schutzwürdig angesehen werden. Es kann nicht angehen, dass man mit billigsten Allerweltsfotos zigtausende Euro verdienen kann, siehe Marions Kochbuch&Konsorten.
  8. #17

    Zitat von Zephira Beitrag anzeigen
    Das ist keine Lüge, sondern eine Tatsache. Die Lüge besteht darin, diese Tatsache zu verleugnen.
    Ich glaub da kommen wir auf keinen gemeinsamen Nenner beim Thema ob die Piraten nun das gesamte Urheberrecht abschaffen wollen oder (wie meine) dies nur eine von politischen Gegnern und vor allem Contentinhabern gestreute Fehlinformation ist.
    Wenn ich mir die Aussagen der höheren Piraten in den letzten Monaten anschaue, dann sehe ich keine Abschaffung des Urheberrechts.
    (Ausnahme sind Künstler die voll von öffendlichen Geldern bezahlt werden. Dort ist der Gedanke, dass es unsinnig ist den Bürger für zB einen Film zur Kasse zu bitten wenn er diesen Film schon längst mit seinem Steuergeld bezahlt hat)
    Jedoch würde es, wenn es nach den Piraten ginge zu Veränderungen kommen die weniger Gewinn in den Taschen der Gema und Co bedeuten würden. Evtl angagieren sich neben den "100 Künstlern" (von denen die Mehrzahl bekanntlich keine Künstler waren) so viele Menschen gegen die Piraten, weils ums Geld geht.
    Naja ich denke man kann drüber streiten ob die Piraten jetzt Recht haben oder nicht, aber schön ist schonmal, dass wir dank dieser Partei endlich auch mal über Nutzerrechte und nicht nur Urheberrechte reden bzw. dass auch mal auf die Bedürfnisse des Konsumenten und nicht nur des Produzenten geschaut wird.
  9. #18

    Zitat von Tostan Beitrag anzeigen
    .

    Weiterhin sollte der Schutz der "kleinen Münze" stark eingeschränkt werden. 08/15-werke ohne großen Schöpfungsaufwand sollten nicht mehr als Schutzwürdig angesehen werden. Es kann nicht angehen, dass man mit billigsten Allerweltsfotos zigtausende Euro verdienen kann, siehe Marions Kochbuch&Konsorten.
    Und wer bestimmt was "08/15" ist? Sie? Ihre Basis? Der Pabst?

    Es kann nicht angehen das einige Nerds denken mal eben so alles für Lau zu bekommen.
  10. #19

    Zitat von tadamtadam Beitrag anzeigen
    nochmal zum mitschreiben:
    die nutzer werden im aktuellen urheberrecht in keinster weise daran gehindert, freien zugang zu kunst und kultur zu haben. es ist wie in allen bereichen des lebens halt auch, dass man es sich leisten können muss!
    Natürlich nicht. Ganz und gar nicht. Das gilt zumindest für aktuelle Mainstream-Werke. Anderswo sieht es schon ganz anders aus.
    Ich als Autor darf ein bestimmtes Foto nicht verwenden, weil der Urheber unbekannt, vermutlich schon lange tot und seine Erben nicht auffindbar sind. Ich kann Bücher nicht kaufen, weil vergriffen und eine Neuauflage nicht geplant bzw. nicht wirtschaftlich ist(Ein Lacher in Zeiten von Book on Demand und eBooks) oder weil auch hier der Rechteinhaber unauffindbar ist.

    Und selbst wenn man Zugang hat zu Kunst und Kultur, hat man doch nicht ungehinderten Zugang. Da jedes Werk ein Unikat ist, ist der Rechteinhaber/Verwerter in einer Monopolsituation und es sollte(analog zu anderen Monopolen) gesetzlich verhindert werden, Mondpreise zu verlangen.
    70 Euro für eine Musik-CD welche nur eine Neuauflage einer dreißig Jahre alten LP ist, das ist für mich Wucher! sieht so freier zugang zu kunst und kultur aus?: http://www.amazon.de/More-Bockwurst-...dp/B00159JZ5Q?