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Urheberrecht: Loriot-Tochter klagt gegen Biografie

dapd/ SWREin Bonmot zuviel: Susanne von Bülow verklagt den Münchner Riva-Verlag. Der hatte kurz nach dem Tod ihres Vaters eine Biografie herausgegeben. Doch das Buch enthält nach Ansicht der Tochter zu viele wörtliche Zitate.

http://www.spiegel.de/kultur/literat...842822,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein Bonmot zuviel: Susanne von Bülow verklagt den Münchner Riva-Verlag. Der hatte kurz nach dem Tod ihres Vaters eine Biografie herausgegeben. Doch das Buch enthält nach Ansicht der Tochter zu viele wörtliche Zitate...
    Die Klage ist gut und berechtigt, jedoch sollte sie aus Prinzip erfolgen und nicht, weil "zu viele Zitate" verwendet wurden. Was bilden sich Verlage ein, einfach "Biografien" von Personen zu veröffentlichen, mit denen sie nie einen Vertrag geschlossen hatten? Die haben womöglich schon viele andere "Biografien" von alten Persönlichkeiten schon so weit vorbereitet, um gleich nach deren Ableben mit ihnen den großen Reibach machen zu können. Dieter Hildebrand sollte denen vielleicht vorsorglich verbieten, seine "Biografie" nach seinem Tod auf den Markt zu schmeißen.
  2. #2

    optional

    Selbstverständlich ist nicht zu bezweifeln, dass Loriots Tocher ihn selbst und seine Wünsche besser kennt, als irgendjemand sonst. Es soll also nicht arrogant oder besserwisserisch sein, wenn ich sage, dass ich (über 30 Jahre Bewunderer und Zuschauer vieler Interviews und Auftritte), mir nicht vorstellen kann, dass ein so vollendet positiv-fatalistischer und pragmatischer Mensch auch nur eine Sekunde seines Lebens auf so einen Krampf verschwendet hätte.

    Ja, 8% Zitate sind relativ viel (fast schon eine Doktorarbeit eines Koalitionsmitgliedes), aber kein Beinbruch. Außerdem ist Loriots Humor definitiv leichter zu zitieren, als zu beschreiben.
  3. #3

    optional

    So kann es kommen,
    wenn die Tochter humorloser ist als der Vater:
    Loriot als Streitfall für Gerichte.
    Die Tochter könnte Ihrem Vater einen besseren Dienst erweisen.
    So steht sie als frustrierte Neiderin da.
  4. #4

    Na na ...

    ... wer wird sich den sooooo blauäugig geben ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "Wir verstehen nicht, warum sie uns verklagt", sagte Loschelder.
    ... die Dame möchte Kohle sehen ... ist doch klar.
  5. #5

    Zitat von Cotti Beitrag anzeigen
    Die Klage ist gut und berechtigt, jedoch sollte sie aus Prinzip erfolgen und nicht, weil "zu viele Zitate" verwendet wurden. Was bilden sich Verlage ein, einfach "Biografien" von Personen zu veröffentlichen, mit denen sie nie einen Vertrag geschlossen hatten? Die haben womöglich schon viele andere "Biografien" von alten Persönlichkeiten schon so weit vorbereitet, um gleich nach deren Ableben mit ihnen den großen Reibach machen zu können. Dieter Hildebrand sollte denen vielleicht vorsorglich verbieten, seine "Biografie" nach seinem Tod auf den Markt zu schmeißen.
    Wenn es nach Ihnen ginge, müßten wohl auch Geschichtsbücher verboten werden, die Hinweise auf Persönlichkeiten enthalten, die mit dem Verlag keinen Vertrag geschlossen haben, z.B. Alexander der Große, Dschinghis Khan, Napoleon usw...
  6. #6

    ...

    Um auf ein Zitat des Meisters indirekt und übrigens zusammenhangslos anzuspielen: "Eine Biographie über Loriot ist möglich, aber sinnlos."
  7. #7

    Zitatrecht ist eine komplizierte Sache!

    Wieso müssen so viele Kommentare immer unter die Gürtellinie gehen? Möglicherweise hat Loriots Tochter sich gut informiert und ist im Recht!
    Texte (oder Filmausschnitte, womit ich mich besser auskenne) dürfen kostenfrei (und das auch nur sehr mühsam) nur wiedergegegeben werden, wenn sie einen wichtigen "Belegcharakter" haben. Zitiert werden darf nur, um eine These oder einen Sachverhalt zu belegen. Also, zB. Loriot hat häufig alte Männer karikiert: dafür reichen m. E. wenige Belege. Mehr ist ganz schnell nur dekorativ, sprich ein unzulässiges "Aufhübschen", bzw ein Versuch, sich mit fremdem gesitigen Eigentum zu bereichern.
    Wenn etwas Biografisches aus seinem Leben wieder gegeben weden soll, muss sich ein Autor verdammt noch mal selbst die Mühe machen, das zu "verworten". Klar darf er punktuell wiedergeben, was Loriot in anderen und eigenen Werken gesagt oder geschrieben hat. Loriot hielt möglicherweise Magaret Thatcher für humorfeindlich, das mag im Kontext so aufregend sein, dass man so etwas wörtllich zitieren kann ohne Probleme. (Frei erfundenes Beispiel, ich weiß nichts über Loriot & Thatcher). Aber einfach längere Textpassagen oder Zeichnungen zum reinen Zweck sein Buch "verkaufbarer" zu machen ohne authorisiert zu sein, ist nicht im Recht. Wer die Tochter deswegen für humorlos hält, ist einfach nicht in der Realität angekommen. Wenn Ihnen jemand etwas klaut, um sich damit zu schmücken, mehr noch, um damit Geld zu verdienen, werden Sie ja vielleicht auch "humorlos" und gehen zur Polizei. Es ist eher dreist von einem Verlag, der ja auch eine Rechtsabteilung haben müßte, das einfach zu versuchen.
  8. #8

    Zitat von Trondesson Beitrag anzeigen
    Wenn es nach Ihnen ginge, müßten wohl auch Geschichtsbücher verboten werden, die Hinweise auf Persönlichkeiten enthalten, die mit dem Verlag keinen Vertrag geschlossen haben, z.B. Alexander der Große, Dschinghis Khan, Napoleon usw...
    Blödsinn, denn da haben sich Historiker lange Arbeit bei der Erforschung gemacht und nicht nur leicht zugängliche Fakten zusammengetragen - und dann auf den Tod der Person gewartet, um endlich Profit daraus schlagen zu können. Wie gesagt, ich kann nur jeder Persönlichkeit raten, unautorisierte "Biografien" zu untersagen - dann müssen diese Machwerke eben als Trivialliteratur zum Verkauf angeboten werden. Es ist schließlich ein Betrug am Leser, wenn "Biografie" auf dem Einband steht, es sich jedoch nur um eine billige Faktensammlung handelt - also ein weitschweifig aufgeblasener Wikipedia-Eintrag.
  9. #9

    ...lasse ich das Wasser hinaus!

    ich bin ein echter Fan von Loriot. Ok, seine Vorliebe Vorliebe für Möpse teile ich in dieser Form nicht, trotzdem ist er einer meiner Lieblingskomiker.
    Wie soll man über solch einen Künstler eine Biographie schreiben OHNE ihn zu zitieren oder Bilder u. ä. einzubauen?


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