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Urheberrecht im Internet: Lieber frei als gerecht
dapdDie Piratenpartei will das Urheberrecht einschränken, Künstler und Publizisten laufen dagegen Sturm. Doch die Debatte geht am Kern des Problems vorbei. Das Urheberrecht gehört ganz abgeschafft. Es passt einfach nicht zum Prinzip des freien Internets.
Urheberrecht im Internet: Lieber frei als gerecht - SPIEGEL ONLINE
- #530 22.04.2012 21:00 von
- #531 22.04.2012 21:29 von
Doch: wenn ich einen Roman schreibe, in langen Stunden intensiver Arbeit; eine Erfindung mache, diese jahrelang patentreif mache; wenn ich ein Kunstwerk, ein Video, was auch immer hinkriege - und dann? kann das jeder veröffentlichen!?!
Wer macht ist dann noch kreativ, wenn es niemals mehr lohnt, wenn jede/r einfach die Ergebnisse per copy and past abgreifen kann? Hirnverbrannte? und welche Qualität hat das Ergebnis dann? - #532 22.04.2012 21:29 von
Doch: wenn ich einen Roman schreibe, in langen Stunden intensiver Arbeit; eine Erfindung mache, diese jahrelang patentreif mache; wenn ich ein Kunstwerk, ein Video, was auch immer hinkriege - und dann? kann das jeder veröffentlichen!?!
Wer macht ist dann noch kreativ, wenn es niemals mehr lohnt, wenn jede/r einfach die Ergebnisse per copy and past abgreifen kann? Hirnverbrannte? und welche Qualität hat das Ergebnis dann? - #533 22.04.2012 21:30 von
Ich finde ...
Ich finde, daß Sie da nur die oberen hundert als Normalfall beschreiben. An die vielen armen Musiker und Schauspieler (so um die 99%) denken Sie jetzt gerade nicht.
Und viele, die einmal gut verdient haben, bekommen später gar keine Rollen, werden als "zu alt" beschimpft und haben keine Perspektiven mehr. - #534 22.04.2012 21:40 von
Sie haben vollkommen recht. Jetzt, wo selbst der langweiligste Künstler schon längst Multimillardär geworden ist, sollten endlich auch Sie dran sein.
Ich hoffe, dass Ihnen keiner Sozialneid vorwirft, oder gar eine totale Verdrehung der Faktenlage. Sie und ich wissen, dass Sie völlig im Recht sind. Und jetzt nehmen Sie bitte noch Ihre Medizin und gehen brav in die Heia. - #535 22.04.2012 23:14 von
Ach wirklich? Von Bahn- und Flugreisenden wird erwartet dass sie sich am Automaten einchecken, Büroarbeiter können sich der Emailnutzung nicht verweigern genausowenig wie Manager der ständigen Erreichbarkeit via Handy oder Besser Smartphone. Technologie formt uns mindestens ebenso wie wir sie, ständig müssen wir uns neuen Gegebenheiten anpassen. Darum ist es nur folgerichtig dass unsere Geschaftpraktiken, soziaen Normen und Gesetze an die Moeglichkeiten des Internets angepassen. Die neuen Gegebenheiten zu ignorieren oder mit Gesetzesmacht umkehren zu wollen hat in der Technologiegeschichte noch nie funktioniert. Statt dessen müssen neue Regeln des Zusammenlebens und -Arbeitens gefunden werden, denn die alten taugen nicht mehr. Darum geht hier.
- #536 22.04.2012 23:36 von
- #537 23.04.2012 00:16 von
Die erste Anmerkung verstehe ich dem Sinn nach nicht, jedenfalls nicht wenn kein Beispiel genannt wird.
Der Artikel 17 Abs 2 sichert allen Europäern den Schutz geistigen Eigentums. Dies sogar ohne die Einschränkungen die für materielles Eigentum vorgesehen sind. Ratifiziert wurden die Grundrechte mit dem sogenannten "Vertrag von Lissabon":
Charta der Grundrechte der Europäischen Union
Es steht zwar nicht dort, aber sie haben mich dennoch richtig in einem Punkt interpretiert: Dort wo mit geschützten Werken Geld verdient wird, bestehe ich auch auf eine Vergütung der Urheber. Das muss ja nicht zwingend der Nutzer sein, wie bei YouTube geht es bespielsweise um Beteiligung an den Werbeeinnahmen, wie es bei anderen elektronischen Medien (Radio, TV etc.) auch der Fall ist.
Wenn Sie sich bitte mal vor Augen führen würden, warum geistiges Eigentum geschützt wurde (nämlich grade weil mit der Erfindung des Buchdrucks eine Kopiertechnologie entstand) und welche gesellschaftlichen Konsequenzen aus der Abschaffung des Urheberrechts entstehen würden, müsste Ihnen klar werden wie absurd das ist. Natürlich greife ich den Autor an, der solche Forderung stellt, und beabsichtige selbstverständlich auch SPIEGEL online für die Veröffentlichung zu kritisieren. Die Forderung, eines unserer Grundrechte abzuschaffen, passt meines Erachtens nicht unter diese Journalistische Dachmarke, da dadurch Rechtsbruch unserer internationalen Wertegemeinschaft 'hoffähig' gemacht wird. Es ist ein Unterschied ob ich irgendeinen Blog lese oder Artikel eines online-Magazins. Aber vielleicht entscheidet sich SPIEGEL in Zukunft für den Weg polarisierendes Stammtisch gebrabbel unter seiner Marke zu veröffentlichen, dann werden wir demnächst einen Autoren vorfinden, der die Todesstrafe fordert, einen anderen der Rassentrennung befürwortet etc. Mein Magazin wäre das dann nicht mehr, diese Meinungen kann man auf genügend anderen Stellen lesen, hier möchte ich davor geschützt werden und konstruktiven Mehrwert beim Lesen empfinden. Es gibt genügend andere Revolverblätter in denen poitische Brandstifter schreiben dürfen. - #538 23.04.2012 00:18 von
Nachbemerkung
Ich bin ganz bei Ihnen, die Lösung ist in der Mitte zu suchen, ohne Beschnitt eines unserer Grundrechte. Es wird im Internet, wie es das in anderen gesellschaftlichen Bereichen auch gibt, auch ungeregeltes übrig bleiben. Da wir Menschen aber durch eine Regelung auch eine soziale Norm als siinnvoll anerkennen, wird von der Umgehung der Norm nur noch wenig Gebrauch gemacht werden, da sie keine soziale Anerkennung mehr erfährt.
- #539 23.04.2012 00:32 von
Das werde ich nicht unter einem Artikel mit dieser Überschrift diskutieren. Das habe und werde ich unter konstruktiveren Überschriften tun. Derzeit geht es mir nur darum, dass die Debatte wieder in den anerkannten gesellschaftlichen Rahmen gerät. Forderungen die unsere Bürgerrechte eingeschränkt hätten, lagen schon zu genüge auf dem Tisch. Die Lobbyisten beider Lager haben schon genug Agression in die Debatte getragen und ich verstehe auch, dass die Medien mehr am Konflikt interessiert sind als an einer Lösung. Da die derzeitige Regierung dieses Themas nicht mehr anfassen wird, warten einige Insider auf politische Veränderung um ihre Vorschläge in kompetenterem Umfeld (mit der Zeit einer vollen Legislaturperiode) vorzustellen. Derzeit würden sie nur von Ignoranten verbrannt werden.
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