Urheberrecht im Internet: Lieber frei als gerecht

dapdDie Piratenpartei will das Urheberrecht einschränken, Künstler und Publizisten laufen dagegen Sturm. Doch die Debatte geht am Kern des Problems vorbei. Das Urheberrecht gehört ganz abgeschafft. Es passt einfach nicht zum Prinzip des freien Internets.

Urheberrecht im Internet: Lieber frei als gerecht - SPIEGEL ONLINE
  1. #530

    Schade, ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piratenpartei will das Urheberrecht einschränken, Künstler und Publizisten laufen dagegen Sturm. Doch die Debatte geht am Kern des Problems vorbei. Das Urheberrecht gehört ganz abgeschafft. Es passt einfach nicht zum Prinzip des freien Internets.

    Urheberrecht im Internet: Lieber frei als gerecht - SPIEGEL ONLINE
    ... wenn Ihr Beitrag nicht so unqualifiziert wäre, würde ich ihn sofort nehmen und an eine andere Zeitung verkaufen.
  2. #531

    Doch: wenn ich einen Roman schreibe, in langen Stunden intensiver Arbeit; eine Erfindung mache, diese jahrelang patentreif mache; wenn ich ein Kunstwerk, ein Video, was auch immer hinkriege - und dann? kann das jeder veröffentlichen!?!
    Wer macht ist dann noch kreativ, wenn es niemals mehr lohnt, wenn jede/r einfach die Ergebnisse per copy and past abgreifen kann? Hirnverbrannte? und welche Qualität hat das Ergebnis dann?
  3. #532

    Doch: wenn ich einen Roman schreibe, in langen Stunden intensiver Arbeit; eine Erfindung mache, diese jahrelang patentreif mache; wenn ich ein Kunstwerk, ein Video, was auch immer hinkriege - und dann? kann das jeder veröffentlichen!?!
    Wer macht ist dann noch kreativ, wenn es niemals mehr lohnt, wenn jede/r einfach die Ergebnisse per copy and past abgreifen kann? Hirnverbrannte? und welche Qualität hat das Ergebnis dann?
  4. #533

    Ich finde ...

    Zitat von f.orenstöpsel Beitrag anzeigen
    Vielleicht muß die Branche einfach mal die Verteilung der Gagen und Einnahmen intern regeln.Derzeit macht eine Filmhauptrolle in einem Blockbuster einen Schauspieler über Nacht zum Multimillionär ,sowie ein Musikalbum den Musikkünstler.Auch gilt ähnliches für Regisseure,Produzenten,Autoren etc.wenn der Film erfolgreich ist.
    Jeder,ob in der Branche oder außerhalb, hat sich daran gewöhnt,das Künstler nach ein paar Jahren mehr als ausgesorgt haben.
    Ich finde, daß Sie da nur die oberen hundert als Normalfall beschreiben. An die vielen armen Musiker und Schauspieler (so um die 99%) denken Sie jetzt gerade nicht.

    Und viele, die einmal gut verdient haben, bekommen später gar keine Rollen, werden als "zu alt" beschimpft und haben keine Perspektiven mehr.
  5. #534

    Zitat von f.orenstöpsel Beitrag anzeigen
    Vielleicht muß die Branche einfach mal die Verteilung der Gagen und Einnahmen intern regeln.Derzeit macht eine Filmhauptrolle in einem Blockbuster einen
    Schauspieler über Nacht zum Multimillionär ,sowie ein Musikalbum den Musikkünstler.Auch gilt ähnliches für Regisseure,Produzenten,Autoren etc.wenn der Film erfolgreich ist.
    Jeder,ob in der Branche oder außerhalb, hat sich daran gewöhnt,das Künstler nach ein paar Jahren mehr als ausgesorgt haben.
    Sie haben vollkommen recht. Jetzt, wo selbst der langweiligste Künstler schon längst Multimillardär geworden ist, sollten endlich auch Sie dran sein.

    Ich hoffe, dass Ihnen keiner Sozialneid vorwirft, oder gar eine totale Verdrehung der Faktenlage. Sie und ich wissen, dass Sie völlig im Recht sind. Und jetzt nehmen Sie bitte noch Ihre Medizin und gehen brav in die Heia.
  6. #535

    Zitat von Jeshe Beitrag anzeigen
    Unsere Menscheitsgeschichte ist voller Beispiele, wie der Mensch sich Technologie zu nutze gemacht hat und ich wüsste kein Beispiel, wo der Mensch sich der Technologie anpassen musste.
    Ach wirklich? Von Bahn- und Flugreisenden wird erwartet dass sie sich am Automaten einchecken, Büroarbeiter können sich der Emailnutzung nicht verweigern genausowenig wie Manager der ständigen Erreichbarkeit via Handy oder Besser Smartphone. Technologie formt uns mindestens ebenso wie wir sie, ständig müssen wir uns neuen Gegebenheiten anpassen. Darum ist es nur folgerichtig dass unsere Geschaftpraktiken, soziaen Normen und Gesetze an die Moeglichkeiten des Internets angepassen. Die neuen Gegebenheiten zu ignorieren oder mit Gesetzesmacht umkehren zu wollen hat in der Technologiegeschichte noch nie funktioniert. Statt dessen müssen neue Regeln des Zusammenlebens und -Arbeitens gefunden werden, denn die alten taugen nicht mehr. Darum geht hier.
  7. #536

    Zitat von Ray Cohen Beitrag anzeigen
    Ob wir das Urheberrecht grundlegend für sinnvoll halten ist nur zweitrangig. Entscheidend ist, wie es in der Realität umgesetzt werden könnte, und ob wir den Konsequenzen auch zustimmen.
    Früher war es einfach, immer wenn Geld geflossen ist, konnte man eingreifen, Geld ist leicht zu verfolgen. Heute aber ist fast die ganze Piraterie nichtkommerziell, keiner erhält Geld fürs Hochladen und die User zahlen nichts für Herunterladen.

    Momentan existiert das Urheberecht zwar als Gesetz, scheitert aber in der Exekutive. Es kann nicht vollzogen werden und ist damit faktisch nichtexistent.

    Wir müssen uns einiger Grundlagen klar werden.

    - Die Natur bes Bits lässt es zu - unendlich oft, kostenlos, an jeden Internetzugang verteilt zu werden.
    - Es gab viele Versuche die Piraterie zu stoppen: Abschalten von Napster, Kazaa, Megaupload. Klagen gegen einzelne Nutzer, Kopierschutz, Massenabmahnungen. Keine hat aber nennenswerte Effekte erzielt.
    - Das Intenet ist keine Mode, die wieder vergeht.

    Um das Urheberrecht umzusetzten braucht es:
    - Überwachung des Internetverkehrs, um den Anschlussinhaber zu ermitteln und zu beweisen auf welchen Seiten er war und was er heruntergeladen hat
    - Vorratsdatenspeicherung, um die Daten nach und nach auswerten zu könnén
    - Zensur - um Filesharingnetzwerke und ausländische Seiten zu blockieren, die Downloads ermöglichen/erleichtern

    Alle Maßnahmen verstoßen ungef#hr in jedem demokratischen Land gegen die Verfassung. Stellen sie sich die Frage: Warum gab es keine Urheberechtsreform zugunsten der Urheber in den letzten 15 Jahren?
    Weil es auch dem dümmsten Politiker klar wird, dass Orwells 1984 beim Wähler nicht gut ankommt.

    Alternativen um trotzdem das Urheberrecht einzufordern? Hat bisher keiner gefunden!

    Fazit: Pro Urheberrecht = Contra Demokratische Verfassung
    Ihre Beiträge hier im Thread sind hervorragend. Pflegen sie einen Blog? Würde ich gerne abonnieren!
  8. #537

    Zitat von niska Beitrag anzeigen
    Das liegt aber mit Sicherheit nicht daran, dass es kein Beispiel gibt.
    Das ist eine Falschbehauptung. Im GG steht nichts von einem 'geistigen Eigentum'. Wenn Sie sich mal konkreter mit GG und Immaterialgüterrecht auseinandersetzen möchten empfehle ich Ihnen diesen interessanten juristischen Aufsatz zum Thema:
    Hauke Möller, Art. 14 GG und das "geistige Eigentum"
    Vor allem daraus auch 'VII. Konsequenzen'.

    Prinzipiell hört sich zumindest dieser Teil Ihres Posts ja schon recht vernünftig an.

    Er vertritt die aggressive Gegenmeinung zu der, der Verwerterlobby, die das freie Internet wie wir es kennen abschaffen und durch ein Shoppingmedium ersetzen wollen.
    Und schiesst damit natürlich genausoweit über das Ziel einer vernünftigen Rechtsgüterabwägung hinaus.
    Dieser polemisch-provozierende Ansatz kann aber wenigstens eine wichtige Diskussion anstoßen bei der beide Seiten merken, dass der Pragmatismus irgendwo in der Mitte liegt. Genau da, wo die Piraten und viele Urheber - leider bisher ohne Unterstüztzung der Verwerter, die weiter auf Maximalforderungen beharren - suchen.
    Den Autoren persönlich, oder sogar SPON deswegen anzugehen, ist sicher auch der falsche Weg von Ihnen.
    Die erste Anmerkung verstehe ich dem Sinn nach nicht, jedenfalls nicht wenn kein Beispiel genannt wird.

    Der Artikel 17 Abs 2 sichert allen Europäern den Schutz geistigen Eigentums. Dies sogar ohne die Einschränkungen die für materielles Eigentum vorgesehen sind. Ratifiziert wurden die Grundrechte mit dem sogenannten "Vertrag von Lissabon":
    Charta der Grundrechte der Europäischen Union

    Es steht zwar nicht dort, aber sie haben mich dennoch richtig in einem Punkt interpretiert: Dort wo mit geschützten Werken Geld verdient wird, bestehe ich auch auf eine Vergütung der Urheber. Das muss ja nicht zwingend der Nutzer sein, wie bei YouTube geht es bespielsweise um Beteiligung an den Werbeeinnahmen, wie es bei anderen elektronischen Medien (Radio, TV etc.) auch der Fall ist.

    Wenn Sie sich bitte mal vor Augen führen würden, warum geistiges Eigentum geschützt wurde (nämlich grade weil mit der Erfindung des Buchdrucks eine Kopiertechnologie entstand) und welche gesellschaftlichen Konsequenzen aus der Abschaffung des Urheberrechts entstehen würden, müsste Ihnen klar werden wie absurd das ist. Natürlich greife ich den Autor an, der solche Forderung stellt, und beabsichtige selbstverständlich auch SPIEGEL online für die Veröffentlichung zu kritisieren. Die Forderung, eines unserer Grundrechte abzuschaffen, passt meines Erachtens nicht unter diese Journalistische Dachmarke, da dadurch Rechtsbruch unserer internationalen Wertegemeinschaft 'hoffähig' gemacht wird. Es ist ein Unterschied ob ich irgendeinen Blog lese oder Artikel eines online-Magazins. Aber vielleicht entscheidet sich SPIEGEL in Zukunft für den Weg polarisierendes Stammtisch gebrabbel unter seiner Marke zu veröffentlichen, dann werden wir demnächst einen Autoren vorfinden, der die Todesstrafe fordert, einen anderen der Rassentrennung befürwortet etc. Mein Magazin wäre das dann nicht mehr, diese Meinungen kann man auf genügend anderen Stellen lesen, hier möchte ich davor geschützt werden und konstruktiven Mehrwert beim Lesen empfinden. Es gibt genügend andere Revolverblätter in denen poitische Brandstifter schreiben dürfen.
  9. #538

    Nachbemerkung

    Ich bin ganz bei Ihnen, die Lösung ist in der Mitte zu suchen, ohne Beschnitt eines unserer Grundrechte. Es wird im Internet, wie es das in anderen gesellschaftlichen Bereichen auch gibt, auch ungeregeltes übrig bleiben. Da wir Menschen aber durch eine Regelung auch eine soziale Norm als siinnvoll anerkennen, wird von der Umgehung der Norm nur noch wenig Gebrauch gemacht werden, da sie keine soziale Anerkennung mehr erfährt.
  10. #539

    Zitat von dale_gribble Beitrag anzeigen
    Wie wollen Sie denn das machen ohne das Internet abzuschaffen?
    Das werde ich nicht unter einem Artikel mit dieser Überschrift diskutieren. Das habe und werde ich unter konstruktiveren Überschriften tun. Derzeit geht es mir nur darum, dass die Debatte wieder in den anerkannten gesellschaftlichen Rahmen gerät. Forderungen die unsere Bürgerrechte eingeschränkt hätten, lagen schon zu genüge auf dem Tisch. Die Lobbyisten beider Lager haben schon genug Agression in die Debatte getragen und ich verstehe auch, dass die Medien mehr am Konflikt interessiert sind als an einer Lösung. Da die derzeitige Regierung dieses Themas nicht mehr anfassen wird, warten einige Insider auf politische Veränderung um ihre Vorschläge in kompetenterem Umfeld (mit der Zeit einer vollen Legislaturperiode) vorzustellen. Derzeit würden sie nur von Ignoranten verbrannt werden.