Urheberrecht im Internet: Lieber frei als gerecht

dapdDie Piratenpartei will das Urheberrecht einschränken, Künstler und Publizisten laufen dagegen Sturm. Doch die Debatte geht am Kern des Problems vorbei. Das Urheberrecht gehört ganz abgeschafft. Es passt einfach nicht zum Prinzip des freien Internets.

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  1. #240

    Zitat von mantrid Beitrag anzeigen
    Es geht nur und ausschließlich um die Verwertungsrechte, die immer seltener bei den Urhebern, sondern bei industriell organisierten Rechteverwertern liegen.
    Wie bitte? AUf welchem Planeten leben Sie denn?
    Das Urheberrecht gewährt den Rechteverwertern absolut gar keine Rechte. Null, nada, niente.
    Die Verwertungsrechte erhält ausnahmslos der Urheber. Immer. Und der darf damit machen, was immer er damit machen will. Er darf diese Verwertungsrechte natürlich auch an einen Verwerter verkaufen, wenn er will, und wenn er einen Verwerter findet, der ihm einen fairen Preis bezahlt.

    Das Urheberrecht schützt den Urheber sogar gegenüber dem Verwerter: der Urtheber hat IMMER Anspruch auf eine angemessene Vergütung. Ist im Verwertungsvertrag eine unangemessen niedrige Vergütung vereinbart, so ist diese Klausel gegenstandslos!
  2. #241

    nochmal lesen

    Zitat von sappelkopp Beitrag anzeigen
    ...Freiheit im Internet, damit ist die Freiheit gemeint, seine Meinung zu sagen. Freiheit im Internet bedeutet nicht, dass sie tun und lassen können, was Sie wollen - auch wenn es technisch möglich ist. Und, filesharing lässt sich stoppen, und es wird eines Tages passieren.
    Klar laesst sich jeder file sharing hoster stoppen. Aber eben nicht alle! Das ist Wunschtraeumerei.
    Im uebrigen haben sie die Argumentation des Autors nicht verstanden: Datenstroeme im Internet lassen sich nicht ein bisschen kontrollieren. Ich empfehle, den Artikel nochmal zu lesen und zumindest zu versuchen, seiner Argumentation zu folgen.
  3. #242

    Zitat von tuewasduwillst Beitrag anzeigen
    Was dann? Es ist einfach Weiterverbreitung von Wissen, das es schon da ist.
    Sie sollten bitte doch erst mal unterscheiden zwischen Wissen, das Sie jederzeit beliebig weiter verbreiten dürfen, und einem urheberrechlich geschützten Werk wie einem SpOn-Artikel, bevor Sie hier wilde Thesen über die erwünschte Rechtlosigkeit im "21st century" ins Netz stellen.
  4. #243

    Diktatur

    Zitat von christasaalfeld Beitrag anzeigen
    ...Er spricht wenigstens klar, wovon viele nur träumen: Von der Digitalen Diktatur.
    Damit wären die Menschenrechte abgeschafft. Und der Bürgerkrieg kann beginnen?
    Das Verlagshaus freut sich sicher über die Page Impressions, aber die Künstler sollten jetzt alle wach werden und diesem Spuk ein Ende bereiten. Künstler, Musiker, Autoren, Filmemacher müssen sich jetzt geschlossen gegen diese Tendenzen stellen.
    Herr Seemann ist (wenn er sich so äußert) ein demokratiefeindlicher Brandstifter - aber Ruhm ist ja wohl alles?
    Es ist m.M. nach genau andersherum. Was er sagt ist doch folgendes:
    Technisch kann das Internet bereits heute kontrolliert werden. Es kann über die Internet-Provider, über die Carrier und Netzwerkausrüster alles gefiltert werden. Und mit 'alles' ist tatsächlich alles gemeint. Es ist in Anlehnung an das Postgeheimnis lediglich nicht erlaubt. Schauen Sie nach China, da passiert bereits die Kontrolle der Datenströme.
    Würde das Filtern in der freien Welt generell erlaubt werden, dann bedeutete das das Ende der Freiheit des Internets.
    Ein bischen Filtern ist wie ein bischen schwanger. Entweder es passiert oder es unterbleibt. Es ist wie ein Schalter, an oder aus.
    Mit dem Urheberrecht hat diese Tatsache eigentlich nur am Rande zu tun. Nun soll allerdings genau dieser Schalter im Namen der Durchsetzung des Urheberrechts umgelegt werden. Und da kann man wie der Autor schon mal geteilter Meinung zu sein.
    Nur ein ungefiltertes Internet sichert Ihnen, daß Sie Mails schreiben, sich in Foren vergnügen und alles mögliche andere frei tun können.
  5. #244

    Zitat von FerrisBueller2 Beitrag anzeigen
    Sie erkären aber nicht, woher die Inhalte im Töpfchen denn kommen sollen, wenn keiner mehr dafür bezahlt wird. Das kann auch keiner erklären, der Ansatz ist Unsinn.
    Es ist auch heute schon so, dass 90% der Musiker oder Autoren kaum oder gar nicht "entlohnt" werden. Insofern kann man das durchaus erklären. Die meisten Musiker, machen Musik weil es ihnen Spaß macht. Die einzigen die nicht mehr von der Musik leben könnten wären die Plattenlabel, aber sowohl für die Künstler, als auch für den Konsumenten ist eine leichterere Verbreitung und Zugang ein Vorteil.
  6. #245

    Verehrt nicht die Diebe

    Richtig erkannt ein bisschen Kontrolle geht nicht nur wie man nach so viel Einsicht auf so ein Ende kommen kann ist mir schleierhaft.
    Erstens das Internet ist nicht frei es wird kontrolliert durch Riesenunternehmen. Zuckenberg ist laut Forbes der 7 einflussreichste Mensch auf Erden und Google ist das 103 groesste Unternehmen weltweit. Youtube kämpft nicht ums freie Internet sondern will harte Dollars erwirtschaften.

    Wie man wirklich allerenst sagen kann das man die Kultur opfert für eine Illusion von Freiheit ist mir schleierhaft und hätte ich an wenigsten an einen Ort wie diesen erwartet.
    Keine Kultur überlebt wenn man nicht davon Leben kann. Was wir in so einer Welt erhalten ist eine Subventionierte Kultur abhängig von Gönnern oder Mainstream

    Wir können und nicht immer hinter nicht vorhandenen Gesetzen verstecken wir sind alle durch unsere Handeln mitverantwortlich. Es hilft auch nicht zu sagen alle machen es doch.
    Verehrt nicht die Diebe unseres Jahrhunderts die schnell zu Reichtum gekommen sind und wirft nicht euer Leben in die Rachen von Google und &.
  7. #246

    Zitat von Petra Beitrag anzeigen
    Fabelhafte Argumentation. Nur eine Frage: wer wird noch € 10 für eine CD ausgeben, wenn er sich die Musik für € 0,0 im Internet "holen" kann?
    Oder beim legal Kumpel kopieren kann, ....
    Und trotzdem kaufen die Leute noch Musik, mit Verschiebung von CD zum Download, aber es wird gekauft. Und natürlich erwartet man, das ein download billiger als eine CD ist (Was sich natürlich auf den Umsatz niederschlägt, und der wird ja gerne herangezogen, wenn man die Entwicklung in der Musikbranche dramatisiert, um neue Gesetze in deren Interesse durchzudrücken.

    Zitat von Petra Beitrag anzeigen
    Ja, das ist wahr. Er kann als Verdienstmöglichkeit z.B . T-Shirts mit seinem Logo verkaufen, oder lustige Kaffeetassen oder Poppige Poster oder sowas - das meinen Sie doch?
    ...
    Ist schon komisch, wenn ein T-Shirt in der selben Qualität wie bei KiK (2,99) mit Logo für 20 verkauft werden kann, warum packt man da nicht noch den kostenlosen Download fürs Album mit drauf, oder einen selbstgemachten Lifemittschnitt? Aber vermutlich könnte man das bei der gegenwärtigen Rechtslage als Urheber gar nicht, weil das dann ja, die Verwertungsrechte, die die Urheber ja an eine Label, GEMA, etc, abgetreten haben, verletzen würde, und man da ggf. noch was abführen müssen, so wie ja auch, wenn man seine eigenen Werke Life performt.
  8. #247

    @220 Ziemlich abgenudelte Sophistik in diesem Bereich. Ja, wenn Sie diesen Film ohnehin nie gesehen hätte, wenn er nicht kostenlos wäre - warum sehen Sie ihn sich überhaupt an? Ich mag z.B. Schweineschmalz überhaupt nicht. Nicht kostenpflichtig, nicht kostenlos. Und um das ewige Bäcker-Beispiel zu bemühen: also, Herr Wachtmeister, ich hätte das Brötchen nie gegessen, wenn es Geld gekostet hätte. Mhm.
  9. #248

    Zitat von schrammmartin@web.de Beitrag anzeigen
    Die Verletzung des Urheberrechts ist nicht nur rechtlich, sondern auch moralisch der Diebstahl geistigen Eigentums. Jeder der das Urheberrecht abschaffen will, sollte freiwillg (oder unter Zwang?) allen anderen Menschen seinen Besitz und seine Ideen unentgeltlich zur Verfügung stellen. Ein maßgeblicher Teil unserer freien Gesellschaft ist eben, dass es persönliches Eigentum gibt und nicht nur Gemeineigentum - das gab es anderswo so ähnlich und hat sich nicht gerade bewährt!
    Nicht 'Diebstahl'. Man nennt das in unserem System schlicht 'Urheberrechtsverletzung'.
    Erst wenn diese unsachliche Aufgeregtheit verschwindet kann man ergebnisorientiert diskutieren.
  10. #249

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piratenpartei will das Urheberrecht einschränken, Künstler und Publizisten laufen dagegen Sturm. Doch die Debatte geht am Kern des Problems vorbei. Das Urheberrecht gehört ganz abgeschafft. Es passt einfach nicht zum Prinzip des freien Internets.

    Urheberrecht im Internet: Lieber frei als gerecht - SPIEGEL ONLINE
    Wenn sich die Abschaffung des Urheberrechts auf den Gehaltszettel des Verfassers ausgewirkt hat, wird der Verfasser seine Meinung noch bitter bereuen.
    Es ist immer wieder amüsant zu sehen, wie Menschen sich im Namen einer Ideologie das eigene Grab schaufeln, weil Piratensein gerade in und hip ist.
    Das Internet muss frei sein, auch wenn ich dann vom Ertrag meiner "geistigen Arbeit" nicht mehr leben kann!

    Ja, wir wollen wieder zurück zu Spitzwegs altem Poeten, und Botticellis Medici-Auftragskunst hängt heute auch in den Uffizien, und Van Gogh hätte bei Pay-per-Click bekanntlich auch nicht viel weniger verdient, als er es zu Lebezeiten getan hat.
    Ein Goethe hat es ja auch geschafft, sich sein Schriftstellerleben von einem adeligen Mäzen finanzieren zu lassen, auch ohne Urheberrecht ...
    Die Freiheit des Kopierens schließt die Freiheit des Urhebers zwar aus, ist aber als höherwertig einzuschätzen.