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Urheberrecht im Internet: Lieber frei als gerecht

dapdDie Piratenpartei will das Urheberrecht einschränken, Künstler und Publizisten laufen dagegen Sturm. Doch die Debatte geht am Kern des Problems vorbei. Das Urheberrecht gehört ganz abgeschafft. Es passt einfach nicht zum Prinzip des freien Internets.

Urheberrecht im Internet: Lieber frei als gerecht - SPIEGEL ONLINE
  1. #10

    "Ein Album zum Download anzubieten ist nicht vergleichbar mit dem Überfahren einer Ampel, sondern mit der kompletten Demontage der Verkehrsregeln" - Und genau da steckt der Fehler in der gesamten Argumentation. Etwas anzubieten, was man nicht selbst geschaffen hat (=z.B. ein Album zum Download anzubieten) ist illegal, wenn es demjenigen, der es der Menschheit zur Verfügung stellt, nicht gehört. Ab diesem Zeitpunkt, fährt JEDER über dieselbe rote Ampel, der die Files in einem freigegebenen Ordner seines Torrent-Clients lässt. Denn auch derjenige stellt etwas zur Verfügung, (Für Millionen bzw. die gesamte Menschheit), was er nicht geschaffen hat. Das ist sehr wohl vergleichbar und noch nicht mal im Gedankenansatz in Ordnung.

    Wenn ich die Wahl habe zwischen Anarchie und geordneten Verhältnissen habe, dann akzeptiere ich lieber die geordneten Verhältnisse.

    Dadurch würde das Internet in keinster Weise unfrei. Alles was SIE, lieber Autor selbst publizieren und veröffentlichen, dürfen SIE nach wie vor veröffentlichen und wie File-Sharing verbreiten und 7 Milliarden Menschen zur Verfügung stellen. Niemand wird Sie hindern. Niemand!
  2. #11

    "Ein Album zum Download anzubieten ist nicht vergleichbar mit dem Überfahren einer Ampel, sondern mit der kompletten Demontage der Verkehrsregeln" - Und genau da steckt der Fehler in der gesamten Argumentation. Etwas anzubieten, was man nicht selbst geschaffen hat (=z.B. ein Album zum Download anzubieten) ist illegal, wenn es demjenigen, der es der Menschheit zur Verfügung stellt, nicht gehört. Ab diesem Zeitpunkt, fährt JEDER über dieselbe rote Ampel, der die Files in einem freigegebenen Ordner seines Torrent-Clients lässt. Denn auch derjenige stellt etwas zur Verfügung, (Für Millionen bzw. die gesamte Menschheit), was er nicht geschaffen hat. Das ist sehr wohl vergleichbar und noch nicht mal im Gedankenansatz in Ordnung.

    Wenn ich die Wahl habe zwischen Anarchie und geordneten Verhältnissen habe, dann akzeptiere ich lieber die geordneten Verhältnisse.

    Dadurch würde das Internet in keinster Weise unfrei. Alles was SIE, lieber Autor selbst publizieren und veröffentlichen, dürfen SIE nach wie vor veröffentlichen und wie File-Sharing verbreiten und 7 Milliarden Menschen zur Verfügung stellen. Niemand wird Sie hindern. Niemand!
  3. #12

    "Das Urheberrecht gehört abgeschafft"

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piratenpartei will das Urheberrecht einschränken,[...][/url]
    Eigentlich muss ich nur den Trailer lesen um zu wissen, dass die Schlussfolgerung falsch ist.

    Ich bin kein riesiger Fan des aktuellen Urheberrechts: es dient keinem echten Interessenausgleich zwischen Urheber, Konsumenten und Rechteverwerter. Letztere erhalten unverhältnismäßig viel Stärkung, Urheber kaum und Privatpersonen überhaupt keine - die sind zum "Konsumvieh" degradiert, denen weder eine freie Wahl der Bezugsquelle noch unbegrenztes Nutzungsrecht gewährt wird. Und der Urheber? Der hat auch keine echte Wahl.

    Aber ganz abschaffen? Kulturschaffende sollten durchaus mit ihren Werken Geld verdienen und ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Ob nun unbedingt Millionen verdient werden müssen - das trifft ohnehin nur eine Minderheit - oder nicht, sei gar nicht Gegenstand der Debatte.

    Nein, das Urheberrecht gehört reformiert - und zwar hin zu einer ENORMEN Stärkung des Urhebers, zu einer leichten Stärkung der Rechte des Konsumenten und zu einer ENORMEN Abschwächung der Verwerterrechte.

    Ein erster Ansatz hierbei wäre es, die Rechteverwerter zu reinen Dienstleistern zu degradieren, die nur zum Selbstkostenpreis + kleiner Gewinnmarge publizieren dürfen. Hierzu sind folgende Maßnahmen notwendig:

    - Verbot des Exklusivrechtes. Ein Künstler hat das Recht, sein Werk über ALLE möglichen Wege parallel zu publizieren. Kein Verwerter hat ein Exklusivrecht, das Werk zu publizieren.
    Ich bin über genau diese Formulierung gestolpert, als ich den Verlagsvertrag meiner Freundin geprüft habe, die ein Buch veröffentlichen will. Solche Klauseln gehören mE nach verboten, da sie den Urheber unverhältnismäßig benachteiligen.

    - Verbot des Weiterverwertungsrechtes. Zum Beispiel in Hörspielen, in Theateraufführungen usw usf.
    [i]Auch diesen Punkt fand ich im o.g. Vertrag. Wieso darf ein Verleger mal eben das vom Künstler geschaffene "weiterverwerten"? Zwar wird der Künstler informiert, ein Einverständnis ist jedoch nicht immer notwendig (je nach Vertrag). Und auch die Tantiemen sind nicht extra aufgeführt - soll das also heißen, dass in so einem Fall keine Tantiemen zu erwarten sind?

    - Gerade bei Musik treten die Labels als "Produzenten" auf, welche Studios, Musikinstrumente u.ä. anbieten, auf denen eigens geförderte (in die Charts gebrachte) Gruppen Aufnahmen anfertigen dürfen.
    Das ist an sich okay. Sollte aber eben als DIENSTLEISTUNG angeboten werden. Die Charts an sich gehören aufgrund des manipulativen Charakters ohnehin abgeschafft: es entscheidet ja nicht der Musikgeschmack der Straße sondern der intern ausgeklügelten Mechanismus, welcher Titel gerade gehyped wird.
    Auch hier: dringend Änderungen.

    Der mE wichtigste Punkt ist aber die absolut freie Wahl der Publikationswege inkl. Einbehaltung des Exklusivrechts dieser Wahl: Verwerter sollten reine Dienstleister sein, die zum Selbstkostenpreis + kleinem Profit anzubieten haben, d.h. der größte Teil der Einnahmen sollten zum Künstler fließen.

    Ein letzter Punkt noch:

    - Künstler, insbesondere staatl. geförderte Künstler, haben nur noch eine auf fünf Jahre reduzierte Schutzfrist. Danach erlöschen die Exklusivrechte, das Werk wird Allgemeingut und darf nur noch zum Selbstkostenpreis veräußert werden. Die Tantiemen nach Ende der Schutzzeit entsprechen 10% der in der Schutzzeit ausgezahlten Tantiemen pro verkauftem Werk.
  4. #13

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piratenpartei will das Urheberrecht einschränken, Künstler und Publizisten laufen dagegen Sturm. Doch die Debatte geht am Kern des Problems vorbei. Das Urheberrecht gehört ganz abgeschafft. Es passt einfach nicht zum Prinzip des freien Internets.

    Urheberrecht im Internet: Lieber frei als gerecht - SPIEGEL ONLINE
    Der Autor hat insofern Recht, dass sich das Urheberrecht nicht bzw. immer weniger konstrollieren lässt, egal was man nun davon hält. Ich finde es allerdings eine gute Entwicklung, dass sich Information frei verbreiten kann. Dass dies den Untergang unserer Kultur und der Kreativen bedeutet wage ich stark zu bezweifeln.


    Aber: Das Urheberrecht komplett abschaffen, wie vom Autor gefordert, würde auch bedeuten, Plagiate à la Guttenberg zu legalisieren, d.h. sich mit fremden Federn schmücken zu können und Werke von anderen ausnahmelos kommerziell weiterverwerten zu können. Diese Einschränkung lässt und sollte sich durchsetzen, finde ich.

    Hier zwei nette Videos, die nochmal das Kopieren und das "Credit geben" erklären ;)
    Copying Is Not Theft - Official Version - YouTube
    Credit Is Due (The Attribution Song) - YouTube
  5. #14

    .... na dann mal herzlich willkommen im guttenberg land. jeder kopiert wie er möchte. ist nur die frage wer so dumm ist und dann noch etwas digital produziert und publiziert wenn seine rechte nicht geschützt sind. dann gehts zurück zur guten alten hardcopy (buch).
  6. #15

    Enttäuschend!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piratenpartei will das Urheberrecht einschränken, Künstler und Publizisten laufen dagegen Sturm. Doch die Debatte geht am Kern des Problems vorbei. Das Urheberrecht gehört ganz abgeschafft. Es passt einfach nicht zum Prinzip des freien Internets.

    Urheberrecht im Internet: Lieber frei als gerecht - SPIEGEL ONLINE
    Nach lesen der Überschrift hatte ich mich wirklich gefreut auf einen streitbaren Debattenbeitrag, auf einen Diskurs mit neuen Argumenten, die es mir erschweren würden, argumentativ zu erwidern. Aber der sehr dünn und viel zu kurzgeratene Text von Michael Seemann ist eine einzige Enttäuschung!
  7. #16

    Sie versuchen ja nichtmal zu verstehen was die Piratenpartei will.

    Trotzdem gibt es einen Grund, warum die Piraten allen - oder den meisten(von den Linken kommt in letzter Zeit viel gutes. Familienpolitik, Internet - viele gute Dinge), ueberlegen sind: Sie haben verstanden, dass wir Veränderungen brauchen. Während die Volksparteien gerade in den 90ern stecken, gerade die wundervolle Welt des Internets mit seiner Schnellerfassung von Daten und dergleichen(eher die negativen Aspekte fuer uns Buerger also) entdecken - sind die Piraten schneller und haben gemerkt, dass so eine CDU, wenn sie sich mit dem Internet auskennt, aus Deutschland einen Überwachungsstaat machen wird. Ganz schleichend, vielleicht ohne diese Absicht. Das Urheberrecht ist nur die Luxusversion der ganzen z.T moralischen Neuverdichtung des Internets.

    Wir brauchen mal wieder Philosophen oder einfach Menschen die an das Problem ohne gewinnbezogene Wünsche herangehen.
  8. #17

    Totalitär

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piratenpartei will das Urheberrecht einschränken, Künstler und Publizisten laufen dagegen Sturm. Doch die Debatte geht am Kern des Problems vorbei. Das Urheberrecht gehört ganz abgeschafft. Es passt einfach nicht zum Prinzip des freien Internets.

    Urheberrecht im Internet: Lieber frei als gerecht - SPIEGEL ONLINE
    Künstlern und anderen Urhebern ihr Urheberrecht komplett abzuschneiden ist eine mindestens ebenso totalitäre Maßnahme wie Überwachung und Rechtsdurchsetzung im Internet.
  9. #18

    Provokativ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piratenpartei will das Urheberrecht einschränken, Künstler und Publizisten laufen dagegen Sturm. Doch die Debatte geht am Kern des Problems vorbei. Das Urheberrecht gehört ganz abgeschafft. Es passt einfach nicht zum Prinzip des freien Internets.

    Urheberrecht im Internet: Lieber frei als gerecht - SPIEGEL ONLINE
    ...aber Unsinn, denn wer bitte würde noch Content schaffen? Diese Frage wird nicht diskutiert, stattdessen wird mit Freiheit argrumentiert. Ein feiner, aber theoretische Begriff. Denn frei ist niemand, auch das Internet ist nicht frei.

    Wenn mir mein geschaffenes Werk - Buch, Song, Software, Film, Foto - nicht mehr gehört, sobald ich es via Internet zur Verfügung stelle, es stattdessen allen gehört, weil jeder es frei kopieren kann - dann ist das eine Form von Kommunismus, nichts anderes. Sorry, das wollen also alle, die das Urheberrecht abschaffen wollen und stattdessen einen nebulösen Begriff wie Freiheit postulieren?

    Ganze Industrien - ich nenne nur Microsoft - lebt vom Erstellen von Daten, von Software. Diese Software gehört dann allen? Oder nur das Buch oder der Song, den ich veröffentliche, weil die Industrie sich schützen wird?

    Nein, der Weg ist vorgezeichnet: Das Urheberrecht wird eher noch schärfer. Das Internet wird streng kontrolliert. Das passiert dann allerdings nicht, weil Musiker oder Autoren mit ihrer Leistung Geld verdienen wollen. Das wird passieren, weil es Menschen gibt, die meinen, alles umsonst haben zu müssen, und die neuerdings so etwas wie ein Recht darauf "herbeireden".

    Und wenn ich mich zwischen Freiheit und Gerechtigkeit entscheiden muss, dann bitte Gerechtigkeit. Denn die Freiheit ist nur ein Wort.
  10. #19

    Zitat von syracusa Beitrag anzeigen
    Welch grotesker Unsinn! Man steht fassungslos vor solch üblem Erguss!

    Mit demselben Argument muss der Autor dann auch Freiheit für Kinderpornographie, Volksverhetzungen und persönliche Beleidigung, Schmähkritik uswusf. im Internet fordern.

    Wie man nur auf die absurde Idee kommen kann, dass das Internet ein rechtsfreier Raum sein müsse!? Als ob die letzten 10.000 Jahre Zivilisationsgeschichte nicht die allerkleinste Spur im verbogenen Weltbild das Autors hinterlassen hätten!
    Wer hat denn etwas von rechtsfreiem Raum gesagt? Anscheinend geben Sie hier nur ihre persönliche Meinung wieder ohne verstanden zu haben, worum es überhaupt geht.


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