Nach Zweisamkeit sehnt sich heute jeder, wie eh und je, aber keiner erträgt sie: Das ist die Diagnose, die die junge Dramatikerin Juliane Kann in ihrem neuesten Stück fällt - einer Einsamkeits-Studie mit sechs sehnsüchtigen Soziopathen.
Sehnsucht kann sehr schön sein, sie regt die Phantasie an und weckt immer wieder die verschiedenartigsten Wünsche.
Man sollte das genießen und damit zufrieden sein.
Die Erfüllung führt doch in den meisten Fällen nur zur Ernüchterung.
Sehnsucht, Wünsche, Träume - alles wunderbar, aber dennoch nur Phantasie. Irgendwann holt einen die Wirklichkeit ein; der Mensch merkt das es nicht real was er träumt und kann in ein tiefes Loch fallen - und um dieses Loch geht es (scheinbar) in dieser Aufführung.
Der Versuch sich glücklich zu träumen ist genauso vergeblich, wie der Versuch sich satt zu wünschen - eine gewisse Zeit kann das klappen, aber irgendwann wird man aus diesem Traum gerissen.
Dieses Stück hört sich jedenfalls interessant an, ich glaube ich werde die Autorin weiter verfolgen.