Unwort "PR-Desaster": Eine Katastrophe, diese Kommunikation

Datenleck bei der Playstation, Kernschmelze im Atomreaktor, Explosion auf einer Ölplattform: Jede größere Katastrophe wird neuerdings zum "PR-Desaster" erklärt. Dabei hat es der Begriff*verdient, das*Unwort des Jahres*zu werden. Die wahren Versager sitzen nicht in der Presseabteilung.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...764308,00.html
  1. #1

    Wie sagt man so schön?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die wahren Versager sitzen nicht in der Presseabteilung.
    Der Hehler ist wie der Stehler.
  2. #2

    Nein, keinen Titel

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Datenleck bei der Playstation, Kernschmelze im Atomreaktor, Explosion auf einer Ölplattform: Jede größere Katastrophe wird neuerdings zum "PR-Desaster" erklärt. Dabei hat es der Begriff*verdient, das*Unwort des Jahres*zu werden. Die wahren Versager sitzen nicht in der Presseabteilung.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...764308,00.html
    Ganz ehrlich: Es wird ja auch selten die Presseabteilung des betroffenen Konzerns kritisiert sondern die Führungsspitze. Insofern verstehe ich den Sinn des Artikels nicht wirklich.

    Davon abgesehen haben die Pressesprecher in solchen Fällen natürlich immer die Arschkarte. Aber es hat sie ja niemand gezwungen diesen Job zu machen, oder?
  3. #3

    Unwort "PR-Desaster": Eine Katastrophe, diese Kommunikation

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Datenleck bei der Playstation, Kernschmelze im Atomreaktor, Explosion auf einer Ölplattform: Jede größere Katastrophe wird neuerdings zum "PR-Desaster" erklärt. Dabei hat es der Begriff*verdient, das*Unwort des Jahres*zu werden. Die wahren Versager sitzen nicht in der Presseabteilung.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...764308,00.html
    Ich fürchte, dass man sich bei diesem Thema die Sache etwas zu einfach macht! Schließlich ist bekannt, dass man " PR - Agenturen" anheuert, deren Aufgabe darin besteht, die Wahrheit zu verschleiern, die zugegebener Maßen, durch die Unfähigkeit oder Ungeschicklichkeit der Firmenleitungen zu verantworten sind. PR - Leute schrecken selbst vor faustdicken Lügen nicht zurück und stellen die dreistesten und unverschämtesten Lügen auf. Insofern gibt es Agenturen, deren Aufgabe im systematischen Belügen der Öffentlichkeit besteht. Politik macht sich das gern zu Nutze! Umso schlimmer ist es, wenn Redakteure bedenkenlos diese " Informationen" abkupfern, ohne selbst verantwortlich recherchiert zu haben!
  4. #4

    Dieser

    Artikel zeigt doch anschaulich wie die Presse und die anderen Medien es eben nicht machen sollten.
    Gilt auch für Red. des SPON.
  5. #5

    PR-Desaster, eine Katastrophe, diese Kommunikation

    Zitat von volkmargrombein Beitrag anzeigen
    "die Unfähigkeit oder Ungeschicklichkeit der Firmenleitungen "
    Ist schlicht falsch.Große Unternehmen vertrauen ihre Details nicht irgendwelchen PR Agenturen an. Da verwechselst Werbung mit Information. PR Agenturen reden z.B. ERGO mit Werbung schön. Die Probleme dann, wie die Sause in Budapest. Das muß die Unternehmenskommunikation austragen.
    Große Unternehmen haben genug fähige Leute die Wahrheit zu sagen. Nur der Vorstand, der verbietet das.
    Durch die Presse wird das dann mehrmals verdreht und hat nichts mit Ungeschicklichkeit oder Unfähigkeit der Unternehmsleitung zu tun.
    Es bleibt doch keine Zeit nach einem GAU eine PR Agentur anzuheuern, um das rüberzübringen.
  6. #6

    ich vermisse das Kehren vor der eigenen Haustür

    Oh wie vermisse ich die Selbstkritik der Reporter und Journalisten.
    Warum wird zum Krisenzeitpunkt die Welt mit "Angstmaterial" geflutet, bis z.B. Wörter wie Fukushima keiner mehr hören kann.
    Gurkenhändler wird das Geschäft ruiniert, der Kachelmann wird zerrupft, der Stromblackout auf Weihnachten prognostiziert, nachdem er vergangenen Samstag nicht stattgefunden hat.
    Ich habe es satt.
    Fangt endlich an seriöser, kritischer und fundierter zu berichten.
    und hört mit dem Geschäft der Angst auf!
  7. #7

    Definition gefällig?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Datenleck bei der Playstation, Kernschmelze im Atomreaktor, Explosion auf einer Ölplattform: Jede größere Katastrophe wird neuerdings zum "PR-Desaster" erklärt.
    ...
    Die wahren Versager sitzen nicht in der Presseabteilung.
    Wie man's nimmt. Klar, das BP-Ölleck und die Kernschmelze in Fukushima sind für sich alleine genommen auch schon Desater. Das PR-Desaster kommt dann jeweils noch dazu:

    Ein PR-Desaster definiert sich als die Unfähigkeit einer Horde von Spin-Doctors, das originäre Desaster soweit herunterzuspielen, daß es den Verursachen nicht mehr schädlich werden kann. Und als solches hat der Begriff in der Welt von heute durchaus seine Rechtfertigung.

    Fragen Sie zum Beispiel mal Herrn zu Guttenberg. Dessen PR-Desaster begann mit dem Wort "abstrus" - das originäre Desaster war seine sogenannte Dissertation, in meiner Terminoligie eher als Collage bekannt.
  8. #8

    Wort verwechselt, Thema erledigt!

    PR steht für Public Relations, also die Beziehung eines Unternehmens oder einer Institution zur Öffentlichkeit. Ein PR-Gau ist, wenn ein Unternehmen in der Öffentlichkeit schlecht ausschaut. Fast immer ist die Presseabteilung daran unbeteiligt. Allerdings hat es auch schon Pressesprecher gegeben, die es schafften, ein solides, unspektakuläres Unternehmen durch ungeschickte Presserarbeit schlecht dastehen zu lassen.

    Daß auch die beste PR-Abteilung keine Wunder bewirken kann, ist eine Binse. Man schaue sich nur die Besetzung der Pressestelle der DB an! 23 Leute allein in Berlin plus regionale Sprecher. Ändert es etwas am Image des Ladens? Nein? Sind die Sprecher alle unfähig? Wahrscheinlich auch nein.

    Dreck kann man halt nicht zu Gold machen. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Gute Pressearbeit kann die positive Wahrnehmung eines Unternehmens verstärken. Das ist eine stetiger Prozeß.

    Aber wenn morgen rauskäme, daß Apfel-Produkte Krebs machten - dann hülfe auch ein Topfjournalist als Pressesprecher nicht mehr.
  9. #9

    Interessanter Artikel

    Die Medienwelt sollte sich nicht so auf ihrem hohen Ross auspielen. Die Bereiche Public Relations und Journalismus mögen sich in vielen Bereichen überschneiden, Existenzgrund ist aber in beiden Fällen ein anderer! Und da liegt auch der Knackpunkt.
    Die einen sollen Interessen vertreten, ein Unternehmen repräsentieren und nach außen hin eine gute Figur machen, wenn der GAU eintritt, quasi eine Art moderner Blitzableiter in unserem Kommunikationszeitalter.
    Während die anderen, die Journalisten immer das Thema suchen, den neuen Aspekt - soweit die Theorie. In der Praxis sieht es aber traurig aus. Journalisten sind in der heutigen Zeit immer mehr, ja fast schon überwiegend nur noch ein Schatten ihrer selbst. Und immernoch drängen Generationen in die Branche, obwohl vom hehren Journalismus immer weniger übrig ist, da sich eben der deutsche Medienmarkt, wenn es hoch kommt, nur noch auf rund zehn große Verlage/Medienunternehmen beschränkt. Dabei ist die Konsolidierungsphase bei weitem noch nicht zu Ende!
    Dieses Hauen und Stechen nimmt dabei schon tragisch satirische Formen an, Ressort übergreifend; also egal ob Print, Fernsehen, Online; wird ein Menschenschach gespielt das es nur noch zum Schiessen ist! Denn wenn man die Tragik in all ihrer Ernsthaftigkeit und menschlichen Tragödie erfassen würde, müsste man sich täglich wundern, warum wir keine regelmäßigen Amokläufe in Verlagen, Fernsehsendern oder anderen Medienunternehmen haben - und ja das meine ich wirklich ernst!
    Hand in Hand mit dieser Entwicklung geht unsere Zeit mit einem anderen sehr besorgniserregenden Charakterzug. Professioneller Journalismus bedeutet Zeit, Recherche, Quellenverifizierung - kurz professionellem Handwerk, mit dem man laut Lehrmeinung eine objektive Position darstellt, beiden Seiten die Chance gibt sich zu äußern und dann im besten Fall ein klärendes, erläuterndes Fazit zieht. Damit sich der Kunde; also Leser, Zuschauer, Hörer; seine eigene Meinung bilden kann!
    In Zeiten des Kahlschlags, in denen alles raus muss solange es heiss ist, Quote und Auflage bringt, gepaart mit dem überall ablaufenden Profitfaschismus und Menschenschach, profiliert sich eben der ertrinkende Berufsstand Journalismus mit dem allgemeines Credo "Der Zweck heiligt die Mittel"!
    Um den Bogen zum Anfang und dem Artikel nun zu schliessen; selbst wenn etwas eben kein Thema ist, weil man eben nicht weiß warum, weshalb, wieso. Dann wird gedichtet und eben der Sündenbock dem Volk als Schuldiger vorgeworfen. Der Vorstand ist gerettet und der Blitzableiter hat funktioniert. Umso mehr in ein Horn blasen, umso weniger geht die ehrliche Klarstellung flöten und umso mehr bleibt eben der Makel des PR-Desasters haften.
    Das Witzige ist, eigentlich sollte sich der Journalismus eben genau gegen solche Entwicklungen stellen, wie sie in seiner eigenen Branche Einzug gehalten haben. Aber da funktioniert die sonst nach Außen hin gepredigte eigene Maxime nicht! Weil alle Angst haben auf der Straße zu sitzen und sie so hoffen dem zu entgehen. Tragisch komisch, aber bitter wahr, so siehts aus im deutschen Journalismus!
    PR-Agenturen und das Mantra des PR-Desasters sind schlicht nichts anderes als ebenfalls Blitzableiter des Versagens einer ganzen Branche. Die armen Schweine müssen also nicht nur für ihre rumhurenden und koksenden Vorstände den Kopf hinhalten, sondern mittlerweile auch für den menschenverachtenden Kahlschlag einer ganzen Branche.