DPAEr ist einer der obersten Manager von Google Deutschland - und wird wegen Untreue vor dem Wiener Landesgericht angeklagt. Stefan Tweraser soll von einem früheren Arbeitgeber eine verschleierte Abfindung bezogen haben.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-877094.html
Die hysterische Berichterstattung über alles was auch nur entfernt am Image von Google kratzen kann, ist wirklich erbärmlich, auch beim Spiegel (teilweise wird mit Entstellungen der Wahrheit gearbeitet, auch hier). Dahinter stehen offensichtlich Interessen unter anderem im Zusammenhang mit dem geplanten Leistungsschutzrecht.
The creatures outside looked from pig to man, and from man to pig, and from pig to man again; but already it was impossible to say which was which.
für die nach oben offene Empörungsskala. Das Geld scheint wohl versteuert worden zu sein. Sonst hätte er diesbezüglich ein Strafverfahren am Hals. Problematisch ist etwas anderes. Irgendjemand behauptet einem anderen hätte etwas nicht zugestanden (ob objekt- oder subjektiv sei dahingestellt). Wen n man der Meinung ist jemand hat etwas bekommen, was der nicht haben sollte, dann erhebt man im Grunde genommen automatisch den Vorwurf der Untreue. Untreu verhalten kann sich aber nicht jener der empfing, sondern jener, der gewährte.
Mit Verlaub - das liest sich so, als habe sich der Mann bei seiner Vertragsauflösung etwas ungeschickt und blauäugig verhalten.
Wenn der Herr offiziell keinen Anspruch auf die Abfindung hatte, sein Vorgesetzter sie ihm aber geben wollte (und bereit war, dafür krumme Wege zu gehen) - dann steckt der Vorgesetzte ja wohl mindestens genauso drin. Die Werbeagentur hat wohl nur aus Gefälligkeit gehandelt, um einen guten Kunden zu halten.
Anders gesagt: Da waren drei dumm und haben sich erwischen lassen. Korrekt wäre es in der Tat gewesen, wenn Herr Tweraser auf Geld, das ihm sowieso nicht zustand, verzichtet oder nach legalen Wegen zu dessen Erhalt gesucht hätte.
... wie genial. Gordon Gekko, Wall Street. Selbstironie ist was feines ;-)
...finde ich auch nicht lustig - aber die (vorzeitige oder "rein rechtlich" gesehene) Auflösung eines Arbeitsverhältnisses gegen Zahlung einer Abfindung ist jedenfalls in D, auch vor Arbeitsgerichten, ziemlich normal und entkrampft die Lage. Und wohin sonst sollte eine Abfindung gehen, wenn nicht in die Taschen des Angestellten/ Arbeitnehmers ?
Weshalb er sich dafür nun entschuldigt, verstehe ich allerdings auch nicht recht - solche Fragen sind i.d.R. einfach Verhandlungssache.
Einzelheiten der Sach- oder Gemengelage bzw. des österreichischen Strafrechts (weitgehend übereinstimmend mit dem deutschen) kenne ich als Leser nicht, aber als Marketingchef dürfte es nicht sein primärer Job gewesen sein, die finanziellen Interessen seines Arbeitgebers zu schützen. Wäre er Finanzchef/ Prokurist, könnte es sich anders verhalten.
Mal sehen, was das wird.