Unterwegs als Zimmermann: Bleiben, solange der Hund noch bellt

Was ist schwarz, trägt Hut und hält den Daumen raus? Ein Zimmermann auf der Walz. Enrico, 24, tippelt seit gut zwei Jahren durch Deutschland, Polen und Namibia. Er sucht die Freiheit und lebt ein Leben* bestimmt von uralten Bräuchen. Träumt er von zu Hause, kriegt er einen Riesenschreck.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/a...712869,00.html
  1. #1

    Toll

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was ist schwarz, trägt Hut und hält den Daumen raus? Ein Zimmermann auf der Walz. Enrico, 24, tippelt seit gut zwei Jahren durch Deutschland, Polen und Namibia. Er sucht die Freiheit und lebt ein Leben* bestimmt von uralten Bräuchen. Träumt er von zu Hause, kriegt er einen Riesenschreck.

    http://www.spiegel.de/schulspiegel/a...712869,00.html
    Find ich gut. Sollte man allen Berufsabsolventen empfehlen. Das hilft auch gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Habe sowas ähnliches auch gemacht. Mit dem Rucksack durch Afrika und Asien. 3 Jahre insgesamt. Vorher 9 Monate bei Benz gearbeitet und die Kohle dafür war im Sack. Bin Physiker und Informatiker und konnte mein Wissen vielen Leuten vor Ort vermitteln ("Teacher"). Frankfurt-Langstreckenflug-Kapstadt-Bali-Langstreckenflug-Frankfurt. Danach, wieder in D, noch promoviert. Sehr schön wars. Leider ist sowas heutzutage nicht mehr möglich.

    Grüße aus Berlin
  2. #2

    was sonst noch so passierte ....

    hallo,
    auch mein grossvater ist noch auf die walz gegangen, als bäcker. er hat mir als kind noch die passenden geschichten erzählt .... vor vielen orten gab es treffpunkte, an denen sich die wandergesellen der verschiedenen zünfte trafen.
    dort wurden naturalien und informationen ausgetauscht, etwa, welcher meister gerade einen gesellen suchte und ob es ratsam war, dort anzuheuern .... kam man als geselle zu einem meister, der einen nicht einstellen konnte oder wollte, so musste dieser über einen obulus oder eine naturalgabe (brot, wurst, obst ....) dem gesellen die weiterreise ermöglichen und/oder ein nachtquartier anbieten.
    hierüber wurden an den den wandergesellen bekannten treffpunkten informationen ausgetauscht ("willst du weiterziehen, gehe zum X, der kann dich nicht nehmen, dort schläft sich gut ...") und brot gegen wurst getauscht.

    auch gab es an den häusern der meister sogenannte "zinken", das waren geheime zeichen, die den wandergesellen über die lage im betrieb des meisters informierten und meist warnungen enthielten.

    wenn auch viele wandergesellen von früher diese zeit im nachhinein glorifizieren, muss sie doch für viele eine zeit der gefahren und entbehrungen gewesen sein, weil die ausbeutung der gesellen zumeist im vordergrund stand.

    es würde mich interessieren, ob die gepflogenheiten im umgang mit wandergesellen - auch in anderen als den vielleicht alleine übriggebliebenen zimmerleuten und dachdeckern - wie einen wanderobulus und oder sitte, ein einmaliges nachtquartier zu gewähren, auch bei meistern noch zu finden ist, die nicht den entsprechenden vereinen angehören - eventuell auch in anderen berufen.