Zitat von
analysatorveritas
Leider kann man diese Währungszonenkrise nicht mehr mit den bisherigen Maßnahmen lösen. Die völlig unterschiedlichen Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeiten, der Vertrauensverlust, die Kapitalflucht, die zahlreichen verdeckten und verstecken Stützungs- und Hilfsmaßnahmen der EZB und die beiden Rettungsfonds EFSF und ESM, sie werden von den Bürgern, den Investoren und den potentiellen Anlegern mit Mißtrauen beobachtet. Sie können sehr wohl die strukturellen Fehlentwicklungen innerhalb unserer Währungszone erkennen und Fehleinschätzungen der Poltiker ein- und zuordnen.
Deutschland sollte mehr Opfer bringen?
Dazu einige grundlegende Fakten, die man einmal erwähnen sollte:
Seit 13 Jahren entgehen uns selbst alle potentiellen Aufwertungsgewinne einer fehlenden eigenen Währung als volkswirtschaftliche Sozial- und Wohlfahrtsdividende. Unser Kapitalexport in die heutigen Europroblemvolkwirtschaften war beachtlich, unsere eigene Nettobinneninvestitiosquote war unter allen führenden Industrienationen kaum noch meßbar. Die Realentgeltfindung war zum Teil negativ, unsere eigenen erzielten Leistungsbilanzüberschüsse finanzierten die Eurowährungszone. Die finanzielle Lage vieler deutscher Kommunen ist katastrophal.Dies war einer der Hauptursachen für die Umsetzung der Agenda 2010, der Rentenreform, der Gesundheitsreform und der Streichung von Steuervorteilen.
Neben den Risiken aus den Target 2 Mechanismen, dem ELA-Geldschöpfungsmechanismus, LTRO und dem Aufkauf von nicht mehr marktfähigen Staatsanleihen durch die EZB tragen wir die Hauptlast und die Hauptrisiken aus dem bestehenden EFSF (langfristige Ausleihungen, kurzfristige Kreditaufnahmen) und dem kommenden ESM (benötigte Volumia noch unklar).
Die EZB-Währungs- und Geldpolitik konnte und kann von uns selbst kaum noch beeinflußt werden. Diese richtet sich nach der ganzen Währungszone. Die einzelnen Problem- und Aufgabenstellungen sind für jede Eurovolkswirtschaft verschieden, sie müssen individuell gelöst werden. Dazu bedarf es einer angepassten, abgestimmten und eigenständigen Notenbank-, Budget-, Geld-, Wirtschafts-, Steuer- und auch Investitionspolitik. Dies ist aber innerhalb einer gemeinsamen Währungszone nicht mehr möglich, da keine Auf- und Abwertungen mehr stattfinden können.
Eine weitere Vergemeinschaftlichung, eine weitere Monetarisierung und auch Sozialisierung von Hilfen, Schulden und von Risiken schafft mehr Mißtrauen und Ablehnung, sie untergräbt das Vertrauen und auch die Glaubwürdigkeit.